DER NEWS-SERVICE von  

 

Ulrich v. Löhneysen, Journalist

Unterhaltungselektronik  
Kino zu Hause  
AV-Technologien

 

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Nachrichten-Archiv 2002 

Neues im Oktober
HDTV-FAQ:
Fragen und Antworten jetzt online (24. 10. 2002)
Windows auf dem Fernseher: die neue High-Mat (23. 10. 2002)
JVC-Camcorder:
HDTV zum Selberdrehen (12. 10. 2002)
Kopfüber:
Dolby geht an die Decke (11. 10. 2002)
Mutig:
Pioneer bringt den Sound-Projektor (9. 10. 2002)
Fleißig:
Das DVD-Forum und neue Standards (6. 10. 2002)

Neues im September
DLP@Photokina:
Luxor, Kontrast – und Action! (30. 9. 2002)
Sony-Neuheiten:
Alles nur Theatre (22. 9. 2002)

DLP-Projektoren: Die Hoch-Kontraster kommen (21. 9. 2002)

Neues im August
Zurück zu 4:3
mit dem Sharp XV-Z90 (28. 8. 2002)

Kleine Verspätung: Fast mit eigenen TV-Server (26. 8. 2002)
Die Zukunft ist sicher: Toshiba MT-8 (23. 8. 2002)
Noch'n Digitalanschluss: Pioneer fährt Seriellen Bus (20. 8. 2002)
Sony VPL-HS10: breit, hochauflösend, günstig (7. 8. 2002)
Firewire kommt doch – und HDMI, D1/D2, Digilink ... (5. 8. 2002)

Nachrichten-Archiv: Meldungen von 2002 (Januar bis August 2002)

Nachrichten-Archiv: Meldungen von 2001 (Januar bis Dezember 2001)

Nachrichten-Archiv: Meldungen von 2000 (Januar bis Dezember 2000)

Nachrichten-Archiv: Meldungen von 1999 (August bis Dezember 1999)

Aldi, Lidl & Co: bald Plasma für 3.000 Euro. Jetzt geht es rapide abwärts mit den Preisen von Plasma-Schirmen. In den USA hat Gateway einen 42-Zöller für 2.999 Dollar angekündigt. In Taiwan will eine Firma namens Tsann Kuen ein ähnliches Modell für 99.000 Taiwan-Dollar, also knapp unter 3.000 Euro ausliefern, nachdem Sampo auf dem Heimatmarkt auf rund 4.500 Euro herunter gegangen war. Nun hat Sampo selbst bekannt gegeben, dass man einen Plasma-Auftrag aus Europa über 2,5 Milliarden Taiwan-Dollar erhalten hat. Das entspräche irgend etwas zwischen 15.000 und 30.000 Stück. Nun darf spekuliert werden: Hat Grundig bereits im Vorgriff auf eine Beteiligung Massenstückzahlen geordert? Oder hat Thomson in Verärgerung über NEC und deren Sony-Verbindung (siehe Sony-Displays) eine Billigpreis-Strategie beschlossen? Steigt gar Dell ins Fernseher-Geschäft ein? Mir erscheint wahrscheinlich, dass die Preismarke, die Gateway in den USA gesetzt hat, in Europa von den bekannten Elektronik-Spezialisten mit Namen Aldi, Lidl oder Penny übernommen wird. Denn was Gateway kann, können Tevion, Medion oder wer auch immer genauso gut. Das Gerücht, Aldi wäre an Plasma dran, geistert schon ein paar Wochen durch die Branche. Bei Gateway, das als Ergänzung, gilt LG Electronics als wahrscheinlicher Lieferant der Panels. Sampo selbst baut keine Plasma-Panels, sondern montiert nur. Erster Panel-Anbieter in Taiwan wird die Firma Chunghwa Picture Tubes (CPT) sein, die eine Produktionsanlage von Mitsubishi übernommen hat.
Und was sagt nun der Fachhändler seinem Kunden, dem er nichts unter 6.000 Euro bieten kann? Dass es anhand der Stückzahlen, die Panasonic, Fujitsu-Hitachi, Samsung, LG und Pioneer planen, nicht mehr lange dauern wird, bis er auch zu diesem Preis anbieten kann. Dass es sich dann aber um neueste Technologie handeln wird, mit Kontrastwerten in Richtung von 3.000:1, mit HDTV-Auflösung von mindestens 1.024 mal 768 und entsprechender Zukunftssicherheit, mit niedrigerem Stromverbrauch, mit Service vor Ort und so weiter.
Außerdem: Nur so wird Plasma ein Massenmarkt. (20. 11. 2002)
Plasma-Fernseher von Gateway: Zu bestellen direkt im Internet bei www.gateway.com für 2.999 Dollar. Das Panel stammt aus der älteren Generation mit 848 mal 480 Pixel.
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Die Chinesen kommen – auch bei Grundig? Noch nicht einmal Kinder kann man mit der gelben Gefahr mehr erschrecken. Aber komisch mutet es doch an, dass Firmen aus der Volksrepublik bei deutschen Traditionsunternehmen einsteigen; bei Schneider ist es jetzt soweit. Viel spannender finde ich natürlich die Frage, ob nicht auch Grundig demnächst einen Minderheitsgesellschafter aus der Volksrepublik haben wird. Um wen es sich dabei handeln könnte, steht in meinem Spezial "Grundig und die Tsingtao-Connection". (7. 11. 2002)

Riesen-Plasma: Drei Meter sind doch kein Problem. Eine der beliebtesten Präsentationsfolien in der Branche stellt die Bildschirmgrößen und die dazu gehörigen Technologien vor: Ganz klein sind die LTPS-Schirme (Low Temperature Poli-Silicon-LCDs), darüber kommen die normalen TFT-LCDs, dann die Plasma Display Panels (PDP) etwa in gleicher Größe wie Rückprojektion und darüber die Frontprojektion, sei es mit DLP, LCD (High Temperature PS), LCoS oder was auch immer. Irgendwo zwischen 30 und 40 Zoll Diagonale fängt Plasma an, und es hört auf bei 60 Zoll, vielleicht bei 70 – aber dann ist Schluss. Warum eigentlich, fragte man sich bei Fujitsu, der Firma, die die ersten funktionsfähigen PDPs auf den Markt brachte und heute noch zusammen mit Hitachi im Joint-Venture FHP ganz vorne mitmischt. Größtes Hindernis bei der Vergrößerung der Plasmaschirme ist nämlich nicht die Technologie, sondern die Produktion: Zwei riesige Glasflächen zu beschichten, mit Kanälen aus Glaspaste und Leiterbahnen zu überziehen, ist ein aufwändiger Prozess, energieintensiv und mit hohem Kosten verbunden. Denn schon ein Fehler auf der Fläche macht das ganze Panel mehr oder weniger unbrauchbar, Reinraumbedingungen sind extrem wichtig; das Investment und auch das Risiko steigt mit der Größe der Panels exponentiell an. Das Labor von Fujitsu hat nun einen Prozess entwickelt, der alles viel einfacher macht: Es werden nicht mehr komplette Panels am Stück gefertigt, sondern nur senkrechte Pixelreihen aus Glasröhren. Fügt man die anschließend zusammen, kann man daraus wunderbar große Bildschirme bauen – je größer umso besser. Tritt in der Fertigung ein Fehler aus, muss nur eine Pixelreihe weggeworfen werden, nicht mehr das ganze Panel. Das macht die Herstellung dramatisch billiger. Freilich müssen die Schirme auch größer werden. Denn die Röhren sind rund einen Millimeter breit, und das pro Farbe. Das allein wären schon fast vier Meter Breite bei einer Auflösung von 1.280 Pixeln pro Zeile, aber vielleicht kann man den Wert ja noch halbieren, so dass dann zwei Meter Breite möglich werden. Besonders gut eignet sich die Technik natürlich für Breitbildschirme, je breiter desto lieber: Plasma-Röhren von rund 1,8 Metern Länge ließen sich zu einem schönen Cinemacope-Schirm von vier Metern Breite zusammen setzen. Und wenn kein Breitwandfilm läuft, bleiben die Röhren links und rechts einfach stumm. Anders als bei den vielen anderen Bildschirmtechnologien brauchen schwarze Plasma-Zellen keinen Strom. In etwa drei Jahren könnten erste Produkte dieser Größe vom Band laufen.
Diese Format also berücksichtigen, wenn Sie ein neues Haus planen. (5. 11. 2002)
Neue Möglichkeit: Selbst ein leicht gewölbter Bildschirm ließe sich aus den einzelnen Plasma-Röhren herstellen.
Röhre an Röhre: Bei Fujitsu will man die Produktion von Riesen-Plasmas durch einzelne Pixelreihen vereinfachen.

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Windows auf dem Fernseher: die neue High-Mat. Panasonic und Microsoft wollen es leichter machen, Inhalte vom PC auf den Fernseher zu bringen, zum Beispiel digitale Fotos, Musik oder Videofilme. Die Technik dafür heißt High-performance Media Access Technology, abgekürzt High-Mat. Darunter muss man sich eine Art Benutzeroberfläche vorstellen, über die man mit dem Cursor beziehungsweise den Pfeiltasten der Fernbedienung navigiert. Endlich haben wir nun auf dem Fernseher aufspringende Ordner, Icons und Mini-Bildchen, schön übersichtlich auf dezent blauem Hintergrund. Gedacht ist das System im ersten Schritt für selbst gebrannte CDs und eventuell DVDs, deren Inhalte dann in der AV-Anlage im Wohnzimmer einfach und schnell aufzufinden und aufzurufen sein sollen. Daher wird Panasonic seine neue High-Mat zuallererst in CD- und DVD-Spieler einbauen, nachdem die Einführung von Windows Media Audio in den US-Playern so viel positive Resonanz ausgelöst hätte – sagen die Japaner. Auch die SD-Card und andere Speichermedien könnten nach Migh-Mat-Art beschrieben werden. Microsoft wird High-Mat in Windows Media integrieren, so dass die Aufbereitung der Inhalte hier korrekt erledigt wird. Die High-Mat-Geräte wissen dann schon, welche Inhalte für sie brauchbar sind: Ein CD-Player wird gar nicht versuchen, Fotos abzuspielen, ein DVD-Player wird keine Dateien für Auto-Navigation anzeigen und so weiter. Funktionen für die Wiedergabe lassen sich automatisieren, etwa eine Diaschau oder eine Zufallsauswahl von MP3- oder WMA-Musikstücken. Natürlich ist wieder der unvermeidliche Kopierschutz mit von der Partie in Form des Serial Copy Management Systems (SCMS). Erste Geräte mit diesen Fähigkeiten wird es wohl ab Ende 2003 bei Panasonic geben. Weitere Firmen dürfen und sollen sich beteiligen. Fujifilm macht den Anfang. Eine Web-Seite gibt es jedenfalls schon.
Als ausgesprochen Microsoft-freundlich hat sich Panasonic schon mehrfach erwiesen. So kann zum Beispiel das so genannte Multi Device SV-AV10 MPEG-4-Filme aufnehmen, doch die können praktisch nur mit dem Media-Player von Microsoft abgespielt werden. Das kleine Teil kann auch MP3-Files wiedergeben, doch nur dann, wenn sie vorher im PC per Microsofts Digital Rights Management aufbereitet wurden. Spötter würden jetzt drauf verweisen, dass in Japan eine Verballhornung des Konzernnamens Matsushita gängig ist, die so etwas wie "Nachahmer" bedeutet – das Geschäftsmodell von Microsoft ist ja nicht viel anders. Auch die Unterstellung, Panasonic wolle damit dem Erzrivalen Sony eins auswischen, der sich bekanntlich in Breitband-Fehde mit Microsoft befindet (siehe mein Spezial zu diesem Thema), geht wohl schon zu weit. Man sieht es halt einfach als eine Art von Problemlösung, die für viele Anwender nützlich ist. Was ja auch gar nicht bestritten werden kann.
Wenn es offene Standards gibt, warum muss man dann Presse-CDs per .exe-File starten und E-mails mit .doc-Texten versenden? Ich kenne Kollegen, die schicken so etwas zurück, und Verlage, in denen es verboten ist, so etwas zu öffnen. (23. 10. 2002)
Der Start: Eine High-Mat-CD in einem DVD-Player bringt ein derartiges Startmenü auf den Fernsehschirm, wenn sie Video, Musik und Bilder enthält.
High-Mat für Fotos: So könnte eine Oberfläche aussehen, wenn im DVD-Player eine CD mit JPG-Dateien eingelegt ist.

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JVC-Camcorder: HDTV zum Selberdrehen. Irgend wann wird es egal sein, ob TV-Sender nun hochauflösend abstrahlen oder nicht. Man holt sich die Filme auf Band oder Disc, und was es da nicht gibt, dreht man eben selbst. Noch in diesem Jahr wird es von JVC einen Camcorder geben, der in HDTV-Qualität filmt. Noch ist das Gerät namenlos, einzige Beschriftung war "Hi Difinision", als der erste Prototyp Anfang des Monats auf der Ceatec in Tokio gezeigt wurde. Doch die Planungen sind sehr konkret: Der Camcorder soll rund 3.000 Euro kosten, wenn er zuerst in Japan, später in USA auf den Markt kommt. Selbst ein Verkauf in Europa ist nicht ausgeschlossen und Gerüchte besagen, dass JVC in diesem Zusammenhang sogar über die Einführung eines HDTV-Recorders im D-VHS-System nachdenkt. Denn es würde alles viel zu schön zusammen passen.
Was der JVC-Camcorder nämlich aufnimmt, ist so genanntes 720p, also Progressive Scan mit 1.280 Pixeln in 720 Zeilen. Abstriche müssen nur bei der Bildwechselfrequenz gemacht werden, hier sind nur 30 Bilder pro Sekunde möglich. Die Ausgabe ist freilich mit 60 Hertz vorgesehen. Aufgenommen wird auf DV-Kassetten wie bei den meisten Digitalcamcordern auch, allerdings nicht im DV-Standard, sondern mit MPEG-Kompression. Neben 720p kann der Camcorder noch ein zweites progressives Format in 16:9, nämlich 480p mit 60 Hertz, ebenfalls in MPEG. Beide Datenströme dürften bei der gleichen Datenrate liegen wie der normale DV-Standard (480i in 4:3), nämlich rund 28 Mbit/s. Mit dieser Rate lässt sich dann bequem per Firewire/i-Link auf einen D-VHS-Recorder wie den HM-DH 30000 (oder 35000, 40000?) überspielen. Das wäre doch eine attraktive Anwendung für D-VHS.
So wie man die Firma JVC kennt, wird eine Euro-Version dann wahrscheinlich keine D-Theater-Filme abspielen. (12. 10. 2002)
HD-Camcorder von JVC: Der Schiebeschalter vor dem Klapp-Display wählt zwischen 480i, 480p und 720p. Verkaufspreis in Japan und USA rund 3.000 Euro, Marktstart in Europa noch ungewiss.
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Kopfüber: Dolby geht an die Decke. Es muss sein: Lautsprecher an der Decke haben im Kino einfach noch gefehlt. Zusammen mit der Firma Todd-AO hat Dolby den "Sonic Whole Overhead Sound" entwickelt, den volltönenden Überkopf-Klang. Für die Neuabmischung des Films "We were soldiers" wurde, so entnehmen wir der Pressemitteilung, dieses System entwickelt. Endlich kreisen die Hibschrauber also direkt über dem Publikum, statt nur irgendwo im Raum zu knattern. Angeblich trägt das ja gewaltig zum filmischen Empfinden bei.
Die Entdeckung der dritten Dimension, also der Höhe, ist freilich keine reine Dolby-Sache. Schon DTS hat damit experimentiert und in den letzten Jahren haben zwei Firmen Höhenlautsprecher eingesetzt, das US-Label Chesky Records und die deutschen Plattenmacher von Tacet. Beide Systeme nehmen aber die DVD-Audio als Ausgangspunkt, um ihr Verständnis von Konzertatmosphäre in die Wohnzimmer zu transportieren: Statt Center und Subwoofer steuern Chesky und MDG zwei Front-Deckentöner an, liefern also 6.0 anstelle von 5.1 – was auch gar nicht mal schlecht funktioniert. Das Overhead-System baut dagegen auf 5.1-Dolby-Digital auf (auch 6.1 EX als Basis ist möglich), wo man nicht einfach Kanäle umdekorieren kann. Die werden schließlich in Kinos gebraucht, in denen kein Deckenlautsprecher installiert ist. Daher stellt sich die Frage, wie man noch einen Kanal bei Dolby Digital unterbringt. Wieder mal, wie schon bei Dolby EX, wird man wohl auf eine Matrix-Schaltung zurückgreifen. Ich könnte mir vorstellen, dass man eine Überkreuz-Matrix realisiert, also das Overhead-Signal den vier Außenkanälen jeweils um 180 Grad gedreht beimischt – so wie man das mit dem Surround bei Stereoübertragung macht. Wird der Ton über 5.1 oder 6.1 abgehört, klingt er diffus überall im Raum, zwei Decoder holen ihn wieder aus den vier Kanälen heraus. Eigentlich hätte man damit sogar zwei Deckenkanäle, einen vorne und hinten. Dolby hat noch nicht darauf geantwortet, wie der Overhead-Sound tatsächlich funktioniert. Aber so müsste es gehen.
Todd-AO, falls sich das jemand fragt, war die Firma von Mike Todd, einem Filmproduzenten, und American Optical, die einstmals das gewaltigste Filmformat aller Zeiten in die Kinos brachte: Einen 70-mm-Film mit sechs Magnetstreifen drauf für diskreten Mehrkanalton. Die Geschichte dieser Erfindung steht im Widescreen-Museum. Heute gehört Todd-AO zum Liberty-Imperium des John Malone, den man in Deutschland vor allem wegen des gescheiterten Versuchs kennt, das Telekom-Kabel zu übernehmen; Arbeitsgebiet ist immer noch die Kinotechnik, speziell der Post-Produktions-Service für Kinofilme.
Die Norm AAC, siehe 30. 4. 2001, kann übrigens 48 Kanäle diskret übertragen. (11. 10. 2002)
Mike Todd, in den 50-er Jahren: Er brachte die anamorphe Projektion ins Kino, American Optical gab das AO zum Namen und das Know-how dazu. Todd-AO war zu seiner Zeit das beste Filmformat.
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Mutig: Pioneer bringt den Sound-Projektor. Eine sensationelle neue Lautsprecher-Technologie hat Pioneer auf der Cedia angekündigt: einen Lautsprecher für bis zu acht Surround-Kanäle. Wer schon öfters hier gestöbert hat, wird das Prinzip kennen. Es handelt sich um den Digital Sound Projector der britischen Firma 1Limited (siehe Meldung vom 15. 12. 2001). Pioneer will dieses Produkt zur Serienreife bringen und ab Anfang 2003 als PDSP1 verkaufen. Zur Meldung von damals gibt es freilich noch etwas richtig zu stellen. Der Sound Projector ist keine Anwendung des Ultraschall-Prinzips, die 254 kleinen Lautsprecher strahlen Schall im hörbaren Bereich ab. In Keulenform gebündelt wird der Ton durch einen anderen Effekt, den man in so genannten Lautsprecher-Zeilen anwendet.
Der Effekt der Lautsprecherzeilen
ist Home Cineasten von den Boxen nach dem D'Appolito-Prinzip bekannt: Zwei Schallquellen neben- oder untereinander verursachen eine Bündelung der Abstrahlung. Mit 254 Schallwandlern kann man das dramatisch verstärken: Die Wellen breiten sich dann nicht kreisförmig aus, sondern parallel zu den Quellen – so wie man im Schwimmbecken eine Wellenfront erzeugen kann. Mittels digitalem Zeitversatz lässt sich die Abstrahlrichtung verändern, wie die holländische Firma Duran Audio nachgewiesen hat. Duran Audio baut damit Beschallungsanlagen für Konferenzräume und ähnliches. Es ist anzunhmen, dass die Briten dieses Prinzip verfeinert und auf Home-Cinema-Zwecke angepasst haben.
Damit der Sound Projector aber perfekt funktioniert, ist er auf Reflexionen von Wänden und Decke angewiesen. Da beginnen freilich die Probleme, wie US-Kollege Mike McGann beim ersten Probehören feststellte. Die Center-Töne beispielsweise klingen klar und sauber, die Kanäle links und rechts dagegen sind verwaschen. Klar: die müssen am stärksten zur Seite hin abgelenkt werden, und sind dann noch vom jeweils verwendeten Material abhängig, ob Fenster, Vorhang oder Regal, es klingt jedesmal anders. Dafür hat Pioneer die möglicherweise perfekte Lösung: Das Mehrkanal-Einmesssystem MACC, das erstmals im VSA-AX10 eingesetzt wurde. Damit kann man die Unregelmäßigkeiten des Raums weitgehend ausgleichen und die Abstrahlung der einzelnen Kanäle optimieren.
Der flache Sound Projector passt prima zu ihren Plasma-Panels, sagt Pioneer. Wahrscheinlich auch im Preis. (9. 10. 2002)
Digital Sound Projector: Die Erfindung der britischen Firma 1Limited wird von Pioneer zur Serienreife gebracht. Als Modell PDSP1 soll der Lautsprecher für acht Kanäle ab Anfang 2003 zu kaufen sein. (Bild von 1Ltd. mit Sony-Schirm)

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Fleißig: Das DVD-Forum und neue Standards. Wieder mal hat sich das DVD-Forum getroffen, das oberste Gremium, das DVD-Standards beschließen soll. Ein ordentliches Pensum war abzuarbeiten und es ist auch etwas heraus gekommen.
Das Audio Recording Format geht in die 0.9-Phase, steht also kurz vor der Verabschiedung – kaum dass man drei Jahre darüber geredet hat (siehe Meldung vom 8. 1. 2000). Für reine Tonaufnahmen auf DVD wird ausschließlich PCM-Ton gestattet, keinerlei Bitstreams, weder in MP3, in Dolby Digital noch in DTS oder sonstwie. Die einzige Kompression, die zulässig ist, wird MLP sein, also das Meridian Lossless Packaging, das auch auf DVD-Audio verwendet werden kann. Das heißt zweierlei: Man wird DVDs haben, auf die viele Stunden Musik passen. Aber diese Musik lässt sich nur auf DVD-Audio-Playern anhören, nicht auf normalen DVD-Spielern, obwohl auch die bekanntlich PCM können.
Die Combination DVD besteht aus zwei Seiten in unterschiedlichen Formaten. Wie beim DVD-Forum üblich, natürlich nur solchen, die man selbst genehmigt hat – also auf der einen Seite DVD-ROM, DVD-R oder DVD-RW, auf der anderen Seite DVD-RAM. Mit diesem Standard entspricht man angeblich einem Wunsch des Marktes. Nur: Wenn ich die DVD umdrehen muss, kann ich auch eine andere nehmen.
Die Enhanced DVD steht ebenfalls kurz vor der Verabschiedung. Hier handelt es sich um einen Standard, der die Möglichkeiten einer DVD-ROM auf DVD-Playern nutzbar machen soll, also Weblinks, weiter entwickelte Spiele, Dia-Schauen und mehr. Allerdings hat parallel die Firma InterActual einen Standard dafür festgeklopft, der ähnlich dem des DVD-Forums ist, aber nicht identisch. Bei InterActual haben aber bereits etliche Chip-Hersteller wie Cirrus und LSI sowie Software-Produzenten wie Buena Vista und Warner unterschrieben. In diesem Fall kann das DVD-Forum allenfalls auf einen abfahrenden Zug aufspringen.
Beim Thema HDTV auf DVD (Meldung vom 6. 3. 2002) hat man immerhin einen Zeitplan festgelegt: bis Juni 2003 soll die Version 2.0 des DVD-Video-Standards stehen, also die Speicherung von 1.080 Zeilen auf einer heutigen DVD9 (Dual-Layer-Disc). In ersten Tests hat sich wohl MPEG-4 als überlegen herausgestellt, eine Datenrate von rund 7 Mbit/s brachte gute Ergebnisse, ist zu hören.
Die Blu-ray-Disc und das konkurrierende Toshiba-NEC-Format werden in einer neu gegründeten Working Group 11 besprochen. Toshiba will bekanntlich die gleiche numerische Apertur beim blauen Laser wie beim roten, also auch eine Substratdicke von 0,6 Millimetern statt 0,1, damit die Kompatibilität zu heutigen Discs einfacher zu realisieren ist (also NA 0,65 statt 0,85 bei Blu-ray). Darüber wird einige Zeit vergehen, in der die Promotoren der Blu-ray-Disc Fakten schaffen wollen – auch wenn es so scheint, als ob alle Hersteller den Start auf nächstes Jahr verschoben haben, sogar Sony (siehe auch Meldung vom 19. 2. 2002).
Der Arbeitseifer der Forumsmitglieder kann also nur teilweise darüber hinweg täuschen, dass viele Firmen der Branche immer noch wenig Vertrauen zum DVD-Forum haben (siehe auch 11. 3. 2001). Für echte Kenner hier noch eine Frage: Wofür braucht man den Standard "DVD-Video on DVD-RAM"? Antwort bitte hier. Ich habe es auch nicht gewusst. Eine kleine Hilfe: Bisher war nur dasVideo-Recording-Format auf der DVD-RAM spezifiziert.
Als ersten Preis gibt's 1 lobende Erwähnung auf diesen Seiten. (6. 10. 2002)
Sony Blu-ray-Recorder: So wird der DVD-Recorder mit 27 oder mehr MB Speicher pro Seite wohl aussehen; Sony zeigte das Gerät auf der Ceatec-Messe und der hauseigenen "Dream Show". Der Markstart ist erst einmal verschoben worden.

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Neues im Juli
Sony: Riskante Bildschirm-Strategie
(18. 7. 2002)
HDTV in Europa: Wer macht den Anfang? (16. 7. 2002)
Schluss mit den Kartenspielen: Panasonic DMR-HS2 (1. 7. 2002)


Neues im Juni
Frisch von der Quelle: Fernseher mit Festplatte
(25. 6. 2002)
Philips: DVD-Recorder als Linedoubler
(13. 6. 2002)

Neues im Mai
Projektor-Preise: Wer schafft die 999?
(31. 5. 2002)
Laser-TV kommt, mit oder ohne Schneider
(14. 5. 2002)

Digitalschnittstelle HDMI: Das Ende eines Traums (11. 5. 2002)

Neues im April
DLP+DVD+CCD: Wir basteln uns 100 Gigabyte
(25. 4. 2002)
Barco Cine-Versum 80: DLP von der feinen Art (15. 4. 2002)
Drunter und drüber: Flache Panels bunt gemischt (15. 4. 2002)
Der Pixel-Hammer: Wer braucht 1.920 mal 1.080? (15. 4. 2002)

Neues im März
Ton-Fenster: Panasonic lässt Bildschirme klingen
(29. 3. 2002)
Zeilenspiele: JVC bringt 1.500 Zeilen auf die Röhre (28. 3. 2002)
Zehn Fragen zu DivX 5 (und natürlich die Antworten ...) (8. 3. 2002)
Wechsel-Festplatten: Willkommen in der Tera-Byte-Ära (8. 3. 2002)
HDTV auf DVD: lieber rot als blau
(6. 3. 2002)

Neues im Februar
Wieder vereint: gemeinsamer DVD-Standard für blauen Laser
(19. 2. 2002)
Schnell reagiert: Panasonic macht DMR noch billiger
(15. 2. 2002)
Versprechen gehalten: Pioneer halbiert DVR-Preis
(14. 2. 2002)
Bei Philips sind 75 Hertz mehr als 100
(5. 2. 2002)

Neues im Januar
Sony vernetzt: MP3, Net-MD, Memory Stick
(30. 1. 2002)
16:9 im Duett: Epson und Yamaha projizieren
(20. 1. 2002)
DVD-Recorder: Knackt Philips die 1.000 Euro?
(CES, 10. 1. 2002)
Der Laserprojektor: Wird's bald – oder nicht?
(9. 1. 2002)


Nachrichten-Archiv: Meldungen von 2001 (Januar bis Dezember 2001)

Nachrichten-Archiv 2000: Meldungen von 2000 (Januar bis Dezember 2000)

Nachrichten-Archiv 1999: Meldungen von 1999 (August bis Dezember 1999) 

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