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Ulrich v. Löhneysen, Journalist
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JVC macht Kino: D-ILA im Breitbild Lang, lang ists her, dass JVC die Details kommender D-ILA-Chips vorgestellt hat (im September 2000, siehe mein Spezial von damals). Doch man soll die Hoffnung nicht aufgeben. Genauso besteht freilich die Gefahr, dass gleich wieder Euphorie ausbricht angesichts der guten Nachrichten aus dem Hause JVC. (28. 9. 2003) Die neuen Panels: breit und hochauflösend Gekommen ist eigentlich nichts von den diversen Panels, die damals auf der Roadmap standen mit Ausnahme des QXGA-Chips (2.048 mal 1.536 Pixel) im Monsterbeamer DLA-QX1. Jetzt wird man konkreter mit den Spezifikationen, und diesmal könnte es klappen. Im Einzelnen soll es folgende Breitbild-Chips geben, zusätzlich zu den bereits vorhandenen im 4:3-Format:
Für Kino im Kino, für Kino zu Hause Die Einsatzgebiete sind relativ klar: Der ganz große Chip ist für digitales Kino gedacht, weil man damit die Forderung vieler Filmemacher erfüllen kann, mehr Auflösung als der 35-mm-Film zu bieten; außerdem kann man damit vielleicht einige Kinobesitzer davon abhalten, demnächst auf die neuen DLP-Projektoren mit 2.048 mal 1.080 Pixeln umzurüsten (siehe Meldung vom Februar 2003). Die Projektoren will JVC in Zusammenarbeit mit Kodak vertreiben. Der Full-HD-Chip könnte in besonders hochwertigen Home-Cinema-Geräten eingebaut werden, für Front- oder Rückprojektion. Gleichzeitig eignet er sich auch für kleinere Kinos, Live-Übertragungen in HDTV und ähnliche Vorführungen vor großem Publikum. Der 720p-Chip ist die eigentliche Consumer-Variante, auf die JVC besondere Hoffnungen setzt: Die Umstellung auf Digital-TV in aller Welt soll Fernseher mit dieser Auflösung attraktiver machen, in Form von Rückprojektoren. Preisgünstige Frontprojektoren kann man damit natürlich auch herstellen. Bemerkenswert ist noch, dass als Kontrastwert nun auf dem Chip selbst wohlgemerkt 5.000:1 angegeben wird. Was davon im Gerät nachher übrig bleibt, hängt auch davon ab, wie viel Licht und wie saubere Farben man haben will; aber 2.500:1 sollte gut möglich sein. Aber für gutes Kino sollte es reichen. Die bisherigen D-ILA-Panels sind ja nicht ganz so kontraststark.
Die Planungen: wann und wie produziert wird Der jetzige Zeitplan sieht einen Start der Chip-Produktion im Winter vor. Das bedeutet, dass dann erste Samples zur Verfügung stehen, aber noch keine Stückzahlen für die Serienfertigung. Damit wird, wie sich der Ausschuss nach und nach verringert, ab Sommer gerechnet; fertige Geräte dürften dann frühestens im Herbst zu kaufen sein, eher etwas später. Anders als bisher will JVC die Chips aber auch in größerer Stückzahl an andere Hersteller liefern. Dass es jetzt endlich mit der Produktion klappt, ist wahrscheinlicher als bisher. Eines der großen Probleme war bisher immer die Gleichmäßigkeit, sowohl der Oberflächen auf dem Chip, als auch der Abstände von Chip und Glas. Mit neuen Verfahren, die das Aufbringen der Glasfläche auf einem kompletten Wafer und das Aufteilen in einzelne Panels erst danach erlauben, scheint eines der wesentlichen Probleme gelöst worden zu sein. Die D-ILAs waren in diesem Punkt aber immer schon unempfindlicher, weil bei ihnen die Flüssigkristallschicht dicker ist als bei den anderen LCoS-Varianten. Sony scheint dieses Verfahren zu verwenden (bei SXRD), ebenso Philips in seiner neuen Fertigungslinie in Böblingen. Organische Pol- oder Farbfilter hat JVC noch nie verwendet, insofern dürfte es keine Probleme mit der Haltbarkeit und der Lichtleistung geben. Allerdings: Diese Technologien scheinen jetzt Industrie-Standard geworden zu sein. Insofern ist die Alleinstellung von JVC als einzigem Hersteller von LCoS für Projektion, der mehr als ein paar Muster fertigt, in Gefahr. Trotz aller Fortschritte stockt auch bei Hitachi die Produktion der hochauflösenden Chips, die im Toshiba-Rückprojektor eingesetzt werden. Den Beweis, dass LCoS jetzt wirklich in Großserie zu fertigen ist, hat noch kein Hersteller geliefert. Vorgriff: DLA-HX1, der erste 16:9-Projektor Die Hinwendung zum Home Cinema, mit den neuen Breitbild-Panels eingeleitet, wird durch ein neues Modell unterstrichen: Der DLA-HX1 ist der erste echte Projektor für Kino zu Hause. Zwar nur ein schwarz angestrichener SX21, auf dessen 4:3-Chip oben und unten Pixel stillgelegt wurden, aber immerhin. Mit einer Auflösung von 1.400 mal 788 liegt er etwas quer zu gängigen Bildnormen, aber das sollte nichts ausmachen. JVC Deutschland will ihn schon ab Oktober für unter 10.000 Euro anbieten, also sogar etwas billiger als in USA. Die Helligkeit wird mit rund 1.000 Ansi-Lumen angegeben; wichtig fürs Kino zu Hause die DVI-Schnittstelle, die dank HDCP für DVD-Player geeignet ist. Auch wenn er mit seinem Kontrastwert von 800:1 nicht ganz mithalten kann, werden ihn alle mit Freude begrüßen, die bei DLPs immer noch das Blitzen des Farbrads sehen, den so genannten Regenbogeneffekt.
Links und Verweise Meldungen auf diesen Seiten: Interview mit den D-ILA-Erfindern und Roadmap vom September 2000 Das Comeback des Jahres: die LCoS-Technologie (März 2003) TAW: der erste 16:9-Projektor mit D-ILA-Panels (November 2002) DLP fürs Kino mit 2.048 mal 1.080 Pixeln (Februar 2003) Digitales Kino, die Anfänge vom Juni 1999 Informationen im Internet: JVC-Components, die D-ILA-Abteilung JVC D-ILA-Homepage (auf englisch) JVC Japan, Pressemitteilung zu den neuen Panels (auf englisch) JVC Professional: Details zum JVC DLA-HX1 (als PDF) zurück zur Startseite (Neues) |
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