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Nachrichten-Archiv 2003
Neues im Januar
HDTV in Europa: So geht's nicht (27. 1. 2003)
HDTV auf DVD: So kann's gehen (25. 1. 2003)
Vorschlag: SACD und DVD-Audio auf einer Scheibe (8. 1. 2003)
Grundig und der Investor (8. 1. 2003)
Sharp und die wunderbare Welt der LCDs (7. 1. 2003)
Richtig: Samsung bringt LCD mit 54 Zoll (7. 1. 2003)
Neues im Dezember
80 Stunden Musik: Aufnehmen auf DVD-Audio (20. 12. 2002)
Ätsch! LG.Philips hat den größten LCD-Schirm (5. 12. 2002)
Neues im November
Warte, warte: PAL-progressive dauert nicht mehr lange (30. 11. 2002)
Der Wow-Projektor: D-ILA im Breitbildformat (29. 11. 2002)
Aldi, Lidl & Co: bald Plasma für 3.000 Euro (20. 11. 2002)
Die Chinesen kommen auch bei Grundig? (7. 11. 2002)
Riesen-Plasma: Drei Meter sind doch kein Problem (5. 11. 2002)
Neues im Oktober
HDTV-FAQ: Fragen und Antworten jetzt online (24. 10. 2002)
Windows auf dem Fernseher: die neue High-Mat (23. 10. 2002)
JVC-Camcorder: HDTV zum Selberdrehen (12. 10. 2002)
Kopfüber: Dolby geht an die Decke (11. 10. 2002)
Mutig: Pioneer bringt den Sound-Projektor (9. 10. 2002)
Fleißig: Das DVD-Forum und neue Standards (6. 10. 2002)
Neues im September
DLP@Photokina: Luxor, Kontrast und Action! (30. 9. 2002)
Sony-Neuheiten: Alles nur Theatre (22. 9. 2002)
DLP-Projektoren: Die Hoch-Kontraster kommen (21. 9. 2002)
Nachrichten-Archiv: Meldungen von 2002 (Januar bis August 2002)
Nachrichten-Archiv: Meldungen von 2001 (Januar bis Dezember 2001)
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HDTV in Europa: So geht's nicht. Kurz vor Weihnachten ging das Projekt Euro1080 an die Öffentlichkeit. Wie der Name schon sagt, handelt es sich hierbei um eine Initiative für HDTV in Europa. Dahinter steht die belgische Firma Alfacam, einer der großen Broadcast-Dienstleister, dessen Übertragungswagen Ereignisse aus ganz Europa auf die Mattscheiben bringen, vom Sing-Grand Prix bis zur Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Sevilla. Sogar bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Korea und Japan waren die Belgier mit Ausrüstung vertreten. Denn sie sind seit 2001 in der Lage, auch HDTV übertragen zu können. Mehrere Vans produzieren gleichzeitig ein Standard-Signal und parallel dazu einen HD-Feed; das hat Alfacam zum Beispiel beim Violinen-Wettbewerb um den Preis der belgischen Königin Elisabeth vorgemacht, der fürs heimische TV in Standard-Definition, für NHK aus Japan aber gleichzeitig in HD produziert wurde.
Solche Gelegenheiten sind aber selten, und so dachten die Alfacam-Manager darüber nach, die HD-Qualität halt selbst zu senden. Anfangen wollen sie schon in diesem Jahr und zwar mit dem Grand Prix de la Chanson in Riga am 25. Mai. Dieses Ereignis soll über Satellit in ganz Europa zu empfangen sein allerdings dürften bis dahin noch keinerlei HDTV-Receiver verfügbar sein. Weiter geht's dann am 13. September mit einer großen Show von der International Broadcast Convention (IBC) in Amsterdam, bei der möglichst viele europäische Vertreter von Sendern und anderen Medien anwesend sein sollen. Und am 1. Januar 2004 wird dann das reguläre Programm mit mindestens fünf Stunden täglich starten. Gesendet werden soll mehrsprachig, was ja dank MPEG-Codierung kein Problem ist. Als Norm kommt nur DVB in Frage, auch das ist klar, denn dieser Standard ist bereits für Australien festgelegt worden. Anders als bei der US-Norm kann man aber das HD-Bild dann nicht mit normalen Digitalreceivern empfangen, auch nicht in reduzierter Auflösung; bei DVB ist immer parallele Ausstrahlung von Standard- und High-Definition notwendig was den großen Vorteil hat, dass reine HD-Senderechte möglich sind. Auf Astra ist ja genug Platz.
Frage: Kann das funktionieren? Ich glaube, das wird nichts. Denn lieber schaue ich Testbilder an als "Germany, zero points", egal, ob Elmar Brandt bis dahin Kanzler ist oder nicht. Ich denke, für HDTV braucht man die Top-Ereignisse, also Spielfilme und Sport. Und man braucht nicht fünf Stunden am Tag, sondern einen guten Film täglich, den ich auf Festplatte zwischenspeichern kann, bis ich ihn anschaue (aber das habe ich in meinem Premiere-Spezial alles schon erklärt). Der Ansatz, zu senden was man hat, ist sinnlos. Andererseits: Immerhin wird so wenigstens die Diskussion mal wieder belebt. Wenn aber die Belgier scheitern, haben die Nichtstuer wieder Gründe für zwölf Jahre, nichts zu tun.
Trotzdem viel Glück. Und wenn ich einen HDTV-Receiver auftreibe, werde ich natürlich jede Sendung verfolgen aus rein beruflichem Interesse, versteht sich. (27. 1. 2003)
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OB-Van von Alfacam: Mit diesen Übertragungswagen, hier OB12HD bei der Verschiffung nach Korea, kann parallel in Standard- und High-Definition produziert werden. |
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HDTV auf DVD: So kann's gehen. Langsam lichten sich die Rauchwolken im Streit darum, wie HDTV auf DVD gespeichert werden könnte. Das interessiert bekanntlich viele Filmfreunde auch in Europa, weil so die hochauflösende Qualität endlich hierher zu bekommen wäre. Es existieren drei Vorschläge dafür:
Speicherung auf heutigen DVDs mit rotem Laser; dank höherer Kompression reicht dann eine Dual-Layer-Disc (DVD9) für einen Spielfilm aus.
Blu-ray-Disc (BD), also das Medium mit bis zu 50 GB pro Scheibe, blauem Laser und Substrat-Dicke von nur 0,1 mm.
Advanced Optical Disc (AOD) von Toshiba und NEC, ebenfalls mit blauem Laser, aber Substrat von 0,6 mm, wodurch die Scheibe besser mit heutiger DVD-Technik kompatibel sein soll.
Nun hat das DVD-Forum die Arbeit aufgenommen und die Blu-ray-Disc gleich mal verworfen weil diese Hersteller den Standard gar nicht vorgelegt haben. Trotzdem ist eine Lösung in Sicht, und die sieht wie folgt aus: Das DVD-Forum definiert einen Software-Standard für die HD-DVD. Mehr ist gar nicht notwendig. Denn der Standard für die DVD9 mit rotem Laser steht bereits. Und der für die Blu-ray-Disc ebenfalls. Wenn man nur die Software normiert, kann man die physikalische Struktur der Scheibe weitgehend ausklammern (so wie man das Video-Recording-Format auf DVD-R, -RW und -RAM benutzen kann).
Die Filmstudios können dann selbst entscheiden, auf welchen Scheiben sie ihre Filme veröffentlichen. Für die DVD9-Lösung spricht, dass diese Scheiben billig herzustellen sind und auf leistungsfähigen PCs sogar per Software-Player wiedergegeben werden können. Für die Blu-ray-Disc wird sprechen, dass sie wesentlich mehr Platz bietet für all die Extras und Features, die DVD-Käufer von heute erwarten; und dass BD der Standard sein wird, mit dem man HDTV aufzeichnen kann ab Ende dieses Jahres dank Samsung in Korea, Anfang 2004 auch in USA. Die AOD dagegen wird es nicht geben, zumindest nicht für Spielfilme (erinnert sich jemand an die MVD von NEC?).
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Samsung BD-1000: Der erste Blu-ray-Recorder mit Typenbezeichnung und Startdatum. Die Koreaner sind wild entschlossen, diesmal die Ersten zu sein. Nur Sony wird mit einem Profigerät schneller sein. |
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Denn japanisch korrekt, wie inzwischen selbst Holländer und Koreaner sind, wird man Toshiba erlauben, sein Gesicht zu wahren. Das Selbstbild dieser Firma war nämlich stark angekratzt, weil die anderen Hersteller die Blu-ray außerhalb des DVD-Forums das von Toshiba geleitet wird spezifizierten. Dem wird man Rechnung tragen, indem Toshiba federführend bei der Definition des Software-Standards sein darf. Dass man hier nicht am DVD-Forum und der Filmbranche vorbei kommt, das wissen alle Beteiligten. Diesen Job darf Toshiba übernehmen und wird dann großzügig auf die AOD verzichten.
Der Vorschlag von Toshiba für HDTV auf DVD sieht als Kompression ein verbessertes MPEG-4 vor, genannt Advanced Video Coding (AVC). Es soll durch variable Blockgrößen je nach Bewegung im Bild rund 50 Prozent besser sein als MPEG-2. Das müsste dann schon die notwendige Datenrate von 7 bis 8 Mbit/s möglich machen, zusammen mit einigen weiteren Verbesserungen im Verfahren. Daneben darf man erwarten, dass trotzdem auch MPEG-2 zugelassen werden wird, damit die Kompatibilität zu HDTV-Mitschnitten gewahrt bleibt; auch weitere MPEG-4-Profile wird man einbeziehen, so dass eine ganze Reihe von Schuhlöffeln bereit steht, etwa für Transcodierungen von TV-Material in Verfahren mit niedrigerer Datenrate (damit mehr auf eine Scheibe passt, wenn man direkt digital aufzeichnet). Der neue Standard wird also mehr umfassen als nur HDTV, auch neue Möglichkeiten für die Standard-Definition-Aufzeichnung. Daneben werden, natürlich, ein verbessertes Rechte-Management und ein strengerer Kopierschutz verankert.
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MPEG-4-Codierung für HDTV: Dank variabler Blockgrößen erhelbliche Einsparung bei der Datenrate. Daneben wird die Bewegungsabschätzung durch mehr Referenzbilder verbessert. |
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So läuft's. Wetten werden noch angenommen. (25. 1. 2003)
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Grundig und der Investor. Heute war es sogar in der "Tagesschau", Grundig bekommt seinen neuen Teilhaber, die schon länger erwartete Firma Sampo aus Taiwan. Anton Kathrein hat sogar die Mehrheit aus den Händen gegeben, anders als es seine ursprüngliche Absicht war. Doch noch immer ranken sich die Fragen um den Abschluss:
1. Wie kann eine Firma wie Sampo, die nicht einmal halb soviel Umsatz macht wie Grundig, die Mehrheit finanzieren?
2. Wenn Sampo ein "führender Elektroniklieferant in Asien" ist (so DPA heute), wo sind dann die mindestens 500 anderen, noch führenderen Lieferanten geblieben? Sampo ist nur auf einem Gebiet führend, nämlich bei so genannten Flyback Transformers, also Ablenkeinheiten für Bildröhren nicht gerade der Markt der Zukunft.
3. Und wem gehört eigentlich Sampo?
Sampo ist ein börsennotiertes Unternehmen in Taiwan, das muss mal erwähnt werden, deswegen auch die anhaltenden Dementis. Früher waren rund 60 Prozent Steubesitz, 40 Prozent gehörten der Firma Yageo, die passive Bauteile (etwa wie Epcos) herstellt. Yageo legt aber auf diese Beteiligung keinen Wert mehr und hat 20 Prozent über die Börse abgegeben. Die restlichen 20 Prozent sollen en bloc verkauft werden. Seit April letzten Jahres spricht Yageo darüber bereits mit Haier in China. Diese Firma sei "der logische Käufer", wurde mir gesagt, denn beide Unternehmen arbeiteten ohnehin schon eng zusammen. Haier ist, das zur Ergänzung, etwa sechsmal so groß wie Grundig. Was wiederum Fragen aufwirft:
4. Warum hält man geheim, wer wie viele Prozente nun übernimmt?
5. Wartet man vielleicht mit dem Haier-Einstieg bei Sampo, bis die Grundig-Sache unter Dach und Fach ist?
6. Hat man Angst vor Schlagzeilen, die den führenden deutschen TV-Hersteller in die Nähe der KP Chinas rücken (Haier ist in Staatsbesitz und hatte eine hochrangige Delegation auf dem kürzlich stattgefundenen Parteitag)?
Für mehr Informationen zu diesem Thema werfen Sie nochmals einen Blick in mein Spezial "Grundig und die Tsingtau-Connection" vom November.
Man wird ja wohl noch fragen dürfen. (8. 1. 2003)
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Richtig: Samsung bringt LCD auf 54 Zoll. Es freut einen doch immer, wenn man nicht so ganz daneben liegt. Anfang Dezember hatte ich spekuliert, was wohl die Reaktion von Samsung auf den 52-Zoll-Schirm von LG.Philips-LCD sein würde (siehe unten). Freundlich, wie die Koreaner nun mal sind, hält sich Samsung an meinen Vorschlag und zeigt ein 54 Zoll großen Schirm. Die Daten ähneln dem Konkurrenzprodukt, mit einer Auflösung von 1.920 mal 1.080 Pixeln, mit einem Blickwinkel von 170 Grad und so weiter. Angaben über Produktionsstart sind noch nicht verfügbar. Genauso wenig über einen Preis, weder für Panel noch für kompletten Fernseher.
Auf jeden Fall ist gerade richtig was los in der LCD-Zunft. Wenn Sie wissen wollen, wohin die Reise geht, lesen Sie die Aufmacher-Story in der aktuellen Audiovision (2/2003) und meinen Report über die wunderbare Welt der LCDs bei Sharp (einschließlich eines revolutionären Projektionsverfahrens).
Braucht man einen Fernseher mit zwei Metern Diagonale (möglich ab 2004)? Braucht man einen Rolls-Royce? (7. 1. 2003)
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54-Zoll-Fernseher von Samsung: Voraussetzung für LCDs dieser Größe ist die Fertigung in so genannter fünfter Generation, also mit Glassubstraten von mehr als einem Meter Kantenlänge. Noch keine Angaben über Marktstart und Preis. |
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80 Stunden Musik: Aufnehmen auf DVD-Audio. Schon bald soll der Standard für die bespielbare DVD-Audio stehen. Erste Details aus der Version 0.9 habe ich in einem Spezial zusammengestellt. Lesen sie über:
-obligatorische und sechs andere Normen
-höchste Qualität und längste Spielzeit
-DTS im 192/24-Verfahren
-SDDS auf DVD
-Einbit-Recording und, natürlich,
-offene Fragen zu Kopierschutz, Anschlüssen und Kompatibilität.
Lesen Sie hier.
Und urteiilen Sie selbst, ob man es braucht oder nicht. Interessant ist es schon, finde ich. (20. 12. 2002)
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Ätsch! LG.Philips hat den größten LCD-Schirm. Erst im Oktober hatte sich LG.Philips die Krone bei LCDs geholt, mit dem größten Schirm aller Zeiten, 42 Zoll und damit zwei mehr als das von Samsung seit der Cebit bekannte Panel. Im November legte Samsung nach und zeigte einen 46-Zöller, unter anderem auf der Electronica in München. Und nun ist wieder der Rivale dran: LG.Philips hat einen 52-Zoll-Schirm vorgestellt, also 1,3 Meter Diagonale. Neben dem Größenrekord ist ein Pixel-Superlativ festzuhalten: Dieser LCD-Monitor zählt erstmalig 1.920 mal 1.080 Pixel, also die volle HDTV-Auflösung. Das gab es bisher weder bei Plasma noch bei anderen LCD-Schirmen im Großformat nur bei einigen Spezialmonitoren etwa für medizinische Zwecke, die aber wesentlich kleiner sind. Was wird Samsung jetzt machen? Überspringt man die 50 Zoll, die eigentlich nächstes Jahr vorgestellt werden sollten (siehe Meldung vom 20. 11. 2001)? Oder konzentriert man sich darauf, die angekündigten Größen wirklich in die Läden zu bringen (29 Zoll, 40 Zoll, 46 Zoll)? Spannende Frage. Ich tippe auf 54 Zoll.
Was darf er denn kosten, der Monsterschirm 2.000 Euro, 20.000 Euro?. (5. 12. 2002)
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52-Zoll-Panel von LG.Philips: Das koreanisch-holländische Joint-Venture will die LCDs dieser Größe ab Mitte 2003 herstellen. Schließlich hat die Firma einen beachtlichen Vorsprung bei der so genannten fünften Generation der LCD-Fertigung. |
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Warte, warte: PAL-progressive dauert nicht mehr lange. Wegen diverser Verwirrungen hier der letzte Status in Sachen PAL-progressive. Nach zuverlässigen Quellen, die an entscheidender Stelle am Prozess mitwirken, wird PAL-progressive (576p oder 625p genannt) innerhalb des nächsten Vierteljahres offiziell erlaubt sein, also mit dem Segen des DVD-Forum, der Firma Macrovision und der DVD Copy Control Association (CCA). Je nach Interpretation wird das also spätenstens März der Fall sein, wahrscheinlich etwas früher. Das Thema ist nun ein Dauerbrenner hier auf diesen kleinen Seiten, daher eine kurze Zusammenfassung, was bisher geschah: Seit drei Jahre gibt es DVD-Player mit Ausgängen für Videosignale ohne Zeilenstruktur; doch diese Player durften bisher nur NTSC-progressive liefern, also ein Signal mit 480 Zeilen und 60 Hertz. Ein Versuch von Philips, diese Signale auch am DVD 1000 für PAL möglich zu machen, also mit 576 Zeilen und 50 Hertz, wurde von der CCA gestoppt: Dieser Standard ist nicht in den Lizenzbestimmungen genehmigt (siehe Meldung vom 15. 8. 2000). Seitdem warten wir täglich, stündlich auf die Freigabe, doch nichts geschieht.
An Macrovision liegt es nicht: Die Firma hat bereits Anfang 2001 einen Vorschlag für ein Kopierschutzsignal der zuständigen Arbeitsgruppe des DVD-Forums übermittelt. Zeitgleich bekamen die Hersteller von entsprechenden Chips, etwa Faroudja (Genesis-Gruppe), Silicon Image oder andere, die Information, wie der Standard für 576p aussehen sollte. Seit die Chips verfügbar sind, prüft Macrovision alle DVD-Player nicht nur auf die Konformität zu den Interlaced-Signalen und 480p, sondern auch auf die Übereinstimmung mit den 576p-Vorschlägen. Am DVD-Forum liegt es auch nicht, es hat diese Frage komplett an die DVD-CCA übertragen und verweist auf diese Organisation. Dort wiederum sagt man, es seien eben so viele Firmen an der Standardisierung beteiligt gewesen, und die müssten nun alle einer Änderung zustimmen. Warum das fast zwei Jahre dauern soll, ist nicht ganz klar. Angeblich blockiert intern Fox das Verfahren, was verwundert: Sonst ist dieses Studio immer sehr Macrovisions-freundlich.
Egal: Jetzt scheint der Zeitpunkt gekommen, an dem das Verfahren nicht mehr aufzuhalten ist. Wenn nun eine größere Firma, so wie Panasonic bei NTSC, Fakten schafft und damit auf den Markt kommt, wird wohl nicht mehr geklagt werden. Traut sich jemand?
Und nun noch die schlechte Nachricht: Es wird ausschließlich PAL-progressive in Komponentenform genehmigt, also Farbdifferenzsignale (YUV, YPbPr, YCbCr, was soweit das Gleiche ist). Es gibt keine Freigabe für VGA, zumindest so lange darüber RGB übertragen wird. Das betrifft zum Beispiel den DVDR 1000 MkII von Philips (siehe 13. 6. 2002), aber genauso etliche China-Geräte die waren und bleiben wohl außerhalb des Standards. Das VGA-Verbot trifft vor allem Projektorbesitzer, denn viele ältere Geräte haben zwar den Dateneingang, nicht aber YUV-Komponenten.
Falls ich jemals einen Roman schreibe, werden die unendlichen Verstrickungen des Kopierschutzwesens darin eine tragende Rolle spielen. (30. 11. 2002)
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Philips DV 963SA: Dieser DVD-Player wird sich mit der Fernbedienung auf PAL-progressive freischalten lassen, sobald der Standard freigegeben ist. Di e meisten anderen Spieler brauchen eine neuer Firmware-Version. |
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Der Wow-Projektor: D-ILA im Breitbildformat. Wenn sich eine Firma "Theater Automation Wow!" nennt, darf man schon fragen: Haben die sie noch alle? Doch egal, wie die Antwort ausfällt: Der amerikanische Anbieter TAW hat etwas, was es eigentlich noch gar nicht gibt, einen 16:9-Projektor mit D-ILA-Panels. JVC ist, aufmerksame Leser werden sich erinnern, ein wenig im Verzug mit der Umsetzung seiner Roadmap bei den reflektierenden LCD-Panels (veröffentlicht in meinem D-ILA-Spezial vom Oktober 2002). Bisher gibt es nur das 0,9-Panel mit 1.365 mal 1.024 Pixeln und das 0,7-Panel mit 1.400 mal 1.050 Pixeln, verwendet im neuen JVC SX-21; von den in Einzelstücken gefertigten Panels des JVC XG-1 (2.048 x 1.536) und des D'Aliah-Rückpros (3.840 x 1.024) wollen wir lieber nicht reden. Also geht 16:9 nur über optische Verzerrung á la Isco-Vorsatzlinse. Tatsächlich hat der TAW Evolution eine solche 1,33-Verzerrlinse eingebaut, geliefert vom US-Hersteller Visual Systems Research, Inc. (www.visr.com). Damit verteilen sich die 1.365 Pixel etwas breiter auf die 1.024 Zeilen. Doch trotzdem muss der Evolution als der digitale Projektor gelten, der ein 16:9-Bild mit der höchsten Auflösung darstellen kann sieht man vom XG-1 ab.
Weitere Daten zum TAW Evolution: 220-Volt UHB-Lampe, 600 beziehungsweise 400 Ansi-Lumen im Normal- oder Silent-Modus, 3:1-Zoomoptik, RGBHV-, VGA- und DVI-Eingang, 26 dB im Normalbetrieb und "silent in silent mode". Angeblich ist das Gerät aufrüstbar auf höhere Auflösungen, sobald diese von JVC geliefert werden, die Rede ist gelegentlich von 1.920 mal 1.600 und gar von 1.920 mal 2.000. Das darf man für ziemlichen Unfug halten, solche Panel wird es nicht geben (1.600 mal 1.200, das könnte sein, aber die Aufrüstung ist trotzdem kaum praktikabel). Mit zum Gerät gehört ein externer Scaler, denn das Bild muss dem Breitformat angepasst werden, das Gerät heißt The Rock und ist schon länger im Angebot, zusammen mit Röhrenprojektoren der Firma. Der Evolution kostet in den USA 25.000 Dollar und wird nun ausgeliefert. In Europa sucht Steve Montgomery, TAW-Vertreter in England, (E-mail hier) noch Händler.
Echtes 16:9 in D-ILA-Panels hätte ja eigentlich bei JVC schon dieses Jahr Realität werden sollen. Statt dessen Rückschläge: Christie gab seinen Vivid Red auf, der von Primax in Taiwan gefertigt wurde. Madrigal, wo man einen umgefärbten JVC-Projektor verwendete, hat diesen Teil des Geschäfts abgestoßen, bleibt noch Dukane als relativ unbedeutender OEM-Partner. JVC ist also immer noch den Nachweis schuldig, dass man den D-ILA-Prozess wirklich in Großserie und zu vernünftigen Preisen beherrscht.
Nichts desto trotz genießt D-ILA gelegentlich fast kultische Verehrung. (29. 11. 2002)
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TAW Evolution:Kein anderer digitaler Projektor stellt 16:9-Bilder so hoch auflösend dar (fast keiner). Preis inklusive externem Scaler rund 25.000 Dollar. |
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Aldi, Lidl & Co: bald Plasma für 3.000 Euro. Jetzt geht es rapide abwärts mit den Preisen von Plasma-Schirmen. In den USA hat Gateway einen 42-Zöller für 2.999 Dollar angekündigt. In Taiwan will eine Firma namens Tsann Kuen ein ähnliches Modell für 99.000 Taiwan-Dollar, also knapp unter 3.000 Euro ausliefern, nachdem Sampo auf dem Heimatmarkt auf rund 4.500 Euro herunter gegangen war. Nun hat Sampo selbst bekannt gegeben, dass man einen Plasma-Auftrag aus Europa über 2,5 Milliarden Taiwan-Dollar erhalten hat. Das entspräche irgend etwas zwischen 15.000 und 30.000 Stück. Nun darf spekuliert werden: Hat Grundig bereits im Vorgriff auf eine Beteiligung Massenstückzahlen geordert? Oder hat Thomson in Verärgerung über NEC und deren Sony-Verbindung (siehe Sony-Displays) eine Billigpreis-Strategie beschlossen? Steigt gar Dell ins Fernseher-Geschäft ein? Mir erscheint wahrscheinlich, dass die Preismarke, die Gateway in den USA gesetzt hat, in Europa von den bekannten Elektronik-Spezialisten mit Namen Aldi, Lidl oder Penny übernommen wird. Denn was Gateway kann, können Tevion, Medion oder wer auch immer genauso gut. Das Gerücht, Aldi wäre an Plasma dran, geistert schon ein paar Wochen durch die Branche. Bei Gateway, das als Ergänzung, gilt LG Electronics als wahrscheinlicher Lieferant der Panels. Sampo selbst baut keine Plasma-Panels, sondern montiert nur. Erster Panel-Anbieter in Taiwan wird die Firma Chunghwa Picture Tubes (CPT) sein, die eine Produktionsanlage von Mitsubishi übernommen hat.
Und was sagt nun der Fachhändler seinem Kunden, dem er nichts unter 6.000 Euro bieten kann? Dass es anhand der Stückzahlen, die Panasonic, Fujitsu-Hitachi, Samsung, LG und Pioneer planen, nicht mehr lange dauern wird, bis er auch zu diesem Preis anbieten kann. Dass es sich dann aber um neueste Technologie handeln wird, mit Kontrastwerten in Richtung von 3.000:1, mit HDTV-Auflösung von mindestens 1.024 mal 768 und entsprechender Zukunftssicherheit, mit niedrigerem Stromverbrauch, mit Service vor Ort und so weiter.
Außerdem: Nur so wird Plasma ein Massenmarkt. (20. 11. 2002)
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Plasma-Fernseher von Gateway: Zu bestellen direkt im Internet bei www.gateway.com für 2.999 Dollar. Das Panel stammt aus der älteren Generation mit 848 mal 480 Pixel. |
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Die Chinesen kommen auch bei Grundig? Noch nicht einmal Kinder kann man mit der gelben Gefahr mehr erschrecken. Aber komisch mutet es doch an, dass Firmen aus der Volksrepublik bei deutschen Traditionsunternehmen einsteigen; bei Schneider ist es jetzt soweit. Viel spannender finde ich natürlich die Frage, ob nicht auch Grundig demnächst einen Minderheitsgesellschafter aus der Volksrepublik haben wird. Um wen es sich dabei handeln könnte, steht in meinem Spezial "Grundig und die Tsingtau-Connection". (7. 11. 2002)
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Riesen-Plasma: Drei Meter sind doch kein Problem. Eine der beliebtesten Präsentationsfolien in der Branche stellt die Bildschirmgrößen und die dazu gehörigen Technologien vor: Ganz klein sind die LTPS-Schirme (Low Temperature Poli-Silicon-LCDs), darüber kommen die normalen TFT-LCDs, dann die Plasma Display Panels (PDP) etwa in gleicher Größe wie Rückprojektion und darüber die Frontprojektion, sei es mit DLP, LCD (High Temperature PS), LCoS oder was auch immer. Irgendwo zwischen 30 und 40 Zoll Diagonale fängt Plasma an, und es hört auf bei 60 Zoll, vielleicht bei 70 aber dann ist Schluss. Warum eigentlich, fragte man sich bei Fujitsu, der Firma, die die ersten funktionsfähigen PDPs auf den Markt brachte und heute noch zusammen mit Hitachi im Joint-Venture FHP ganz vorne mitmischt. Größtes Hindernis bei der Vergrößerung der Plasmaschirme ist nämlich nicht die Technologie, sondern die Produktion: Zwei riesige Glasflächen zu beschichten, mit Kanälen aus Glaspaste und Leiterbahnen zu überziehen, ist ein aufwändiger Prozess, energieintensiv und mit hohem Kosten verbunden. Denn schon ein Fehler auf der Fläche macht das ganze Panel mehr oder weniger unbrauchbar, Reinraumbedingungen sind extrem wichtig; das Investment und auch das Risiko steigt mit der Größe der Panels exponentiell an. Das Labor von Fujitsu hat nun einen Prozess entwickelt, der alles viel einfacher macht: Es werden nicht mehr komplette Panels am Stück gefertigt, sondern nur senkrechte Pixelreihen aus Glasröhren. Fügt man die anschließend zusammen, kann man daraus wunderbar große Bildschirme bauen je größer umso besser. Tritt in der Fertigung ein Fehler aus, muss nur eine Pixelreihe weggeworfen werden, nicht mehr das ganze Panel. Das macht die Herstellung dramatisch billiger. Freilich müssen die Schirme auch größer werden. Denn die Röhren sind rund einen Millimeter breit, und das pro Farbe. Das allein wären schon fast vier Meter Breite bei einer Auflösung von 1.280 Pixeln pro Zeile, aber vielleicht kann man den Wert ja noch halbieren, so dass dann zwei Meter Breite möglich werden. Besonders gut eignet sich die Technik natürlich für Breitbildschirme, je breiter desto lieber: Plasma-Röhren von rund 1,8 Metern Länge ließen sich zu einem schönen Cinemacope-Schirm von vier Metern Breite zusammen setzen. Und wenn kein Breitwandfilm läuft, bleiben die Röhren links und rechts einfach stumm. Anders als bei den vielen anderen Bildschirmtechnologien brauchen schwarze Plasma-Zellen keinen Strom. In etwa drei Jahren könnten erste Produkte dieser Größe vom Band laufen.
Diese Format also berücksichtigen, wenn Sie ein neues Haus planen. (5. 11. 2002)
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Neue Möglichkeit: Selbst ein leicht gewölbter Bildschirm ließe sich aus den einzelnen Plasma-Röhren herstellen. |
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Röhre an Röhre: Bei Fujitsu will man die Produktion von Riesen-Plasmas durch einzelne Pixelreihen vereinfachen. |
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Neues im August
Zurück zu 4:3 mit dem Sharp XV-Z90 (28. 8. 2002)
Kleine Verspätung: Fast mit eigenen TV-Server (26. 8. 2002)
Die Zukunft ist sicher: Toshiba MT-8 (23. 8. 2002)
Noch'n Digitalanschluss: Pioneer fährt Seriellen Bus (20. 8. 2002)
Sony VPL-HS10: breit, hochauflösend, günstig (7. 8. 2002)
Firewire kommt doch und HDMI, D1/D2, Digilink ... (5. 8. 2002)
Neues im Juli
Sony: Riskante Bildschirm-Strategie (18. 7. 2002)
HDTV in Europa: Wer macht den Anfang? (16. 7. 2002)
Schluss mit den Kartenspielen: Panasonic DMR-HS2 (1. 7. 2002)
Neues im Juni
Frisch von der Quelle: Fernseher mit Festplatte (25. 6. 2002)
Philips: DVD-Recorder als Linedoubler (13. 6. 2002)
Neues im Mai
Projektor-Preise: Wer schafft die 999? (31. 5. 2002)
Laser-TV kommt, mit oder ohne Schneider (14. 5. 2002)
Digitalschnittstelle HDMI: Das Ende eines Traums (11. 5. 2002)
Neues im April
DLP+DVD+CCD: Wir basteln uns 100 Gigabyte (25. 4. 2002)
Barco Cine-Versum 80: DLP von der feinen Art (15. 4. 2002)
Drunter und drüber: Flache Panels bunt gemischt (15. 4. 2002)
Der Pixel-Hammer: Wer braucht 1.920 mal 1.080? (15. 4. 2002)
Neues im März
Ton-Fenster: Panasonic lässt Bildschirme klingen (29. 3. 2002)
Zeilenspiele: JVC bringt 1.500 Zeilen auf die Röhre (28. 3. 2002)
Zehn Fragen zu DivX 5 (und natürlich die Antworten ...) (8. 3. 2002)
Wechsel-Festplatten: Willkommen in der Tera-Byte-Ära (8. 3. 2002)
HDTV auf DVD: lieber rot als blau (6. 3. 2002)
Neues im Februar
Wieder vereint: gemeinsamer DVD-Standard für blauen Laser (19. 2. 2002)
Schnell reagiert: Panasonic macht DMR noch billiger (15. 2. 2002)
Versprechen gehalten: Pioneer halbiert DVR-Preis (14. 2. 2002)
Bei Philips sind 75 Hertz mehr als 100 (5. 2. 2002)
Neues im Januar
Sony vernetzt: MP3, Net-MD, Memory Stick (30. 1. 2002)
16:9 im Duett: Epson und Yamaha projizieren (20. 1. 2002)
DVD-Recorder: Knackt Philips die 1.000 Euro? (CES, 10. 1. 2002)
Der Laserprojektor: Wird's bald oder nicht? (9. 1. 2002)
Nachrichten-Archiv: Meldungen von 2002 (Januar bis August 2002)
Nachrichten-Archiv: Meldungen von 2001 (Januar bis Dezember 2001)
Nachrichten-Archiv: Meldungen von 2000 (Januar bis Dezember 2000)
Nachrichten-Archiv: Meldungen von 1999 (August bis Dezember 1999)
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