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Ulrich v. Löhneysen, Journalist

Unterhaltungselektronik  
Kino zu Hause  
AV-Technologien

 

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Nachrichten-Archiv 


Neues im März
Sie kommen (1): DVD-Player mit DVI-Ausgang
(24. 3. 2003)
Sie kommen (2): 576p-Projektoren, die Matterhörner
(24. 3. 2003)
Spiegel statt Linsen:
NEC projiziert aus sechs Zentimetern (15. 3. 2003)
Wie denn:
Blu-ray-Disc schon fertig? (10. 3. 2003)

LCoS: das Comeback des Jahres (10. 3. 2003)

Neues im Februar
2.048 mal 1.080:
die neue DLP-Größe (20. 2. 2003)

KFS/WFS: Surround-Revolution ohne Namen (20. 2. 2003)
Blu-ray und Co: Es geht voran (17. 2. 2003)

Neues im Januar
HDTV in Europa:
So geht's nicht (27. 1. 2003)
HDTV auf DVD:
So kann's gehen (25. 1. 2003)
Vorschlag:
SACD und DVD-Audio auf einer Scheibe (8. 1. 2003)
Grundig und der Investor (8. 1. 2003)
Sharp und
die wunderbare Welt der LCDs (7. 1. 2003)
Richtig: Samsung bringt LCD mit 54 Zoll (7. 1. 2003)

Nachrichten-Archiv: Meldungen von 2002 (Januar bis Dezember 2002)

Nachrichten-Archiv: Meldungen von 2001 (Januar bis Dezember 2001)

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Sie kommen (1): DVD-Player mit DVI-Ausgang. Wer bislang eine digitale Quelle mit einem digitalen Display verbinden wollte, hatte zwei Möglichkeiten: Entweder einen PC nehmen, der einen DVI-Ausgang hat, oder am DVD-Player einen SDI-Ausgang nachrüsten lassen und das Signal auf einen Scaler mit DVI legen. Jetzt gibt es endlich die richtige Lösung, nämlich DVD-Spieler mit dieser Digitalschnittstelle. DVI soll eigentlich (siehe mein Spezial) in der Unterhaltungselektronik durch HDMI ersetzt werden, doch bis dieser Standard wirklich nutzbar ist, steht der Weihnachtsmann vor der Tür. So lange wollen manche Firmen nicht warten, denn DVI ist mittlerweile genehmigt (zusammen mit PAL-progressive, nur eine letzte Einspruchsfrist läuft noch). Natürlich ist auch bei DVI ein Kopierschutz Pflicht, nämlich HDCP. Anders als bei analogen Signalen darf der Player über DVI auch höhere Auflösungen liefern, etwa 720p oder 1080i – intern hochgerechnet.
Ab Ende März soll es in Japan den Momitsu DVD-V800 geben, als ersten Player mit der Digitalbuchse fürs Bild. Seit der CES im Januar ist von Samsung ein Player namens DVD-HD931 bekannt, der irgendwann im Sommer auch nach Deutschland kommen soll. Die Koreaner rüsten bekanntlich heute schon ihre Displays, etwa Rückprojektoren, LCD- und Plasmaschirme, mit DVI-Eingang aus. Erster mit DVI-DVD in Deutschland wird aber wohl Marantz sein. Die Japaner haben, wenig beachtet, ihren Projektor VP12 bei Wechsel von Variante S1 auf S2 auf DVI-Input umgestellt, vorher war es Firewire. Das DVD-Player DV-8400 wird schon im Mai zu kaufen sein, bis auf DVI unverändert gegenüber dem 8300, der DVD-Audio und SACD spielt.
Auf HDMI warten wollen dagegen die meisten anderen Hersteller. In den meisten Fällen wird die Buchse aber nicht so heißen, sondern "PanelLink Cinema". Silicon Image, Hersteller der HDMI-Chips und der Progressive-Prozessoren mit dem Kürzel SiL, hat sich diesen Namen für HDMI ausgedacht – weil er gängiger ist und rechtlich schützbar und die Variante mit HDCP-Kopierschutz eindeutig kennzeichnet (PanelLink AV sollte die DVI-Variante mit Kopierschutz und Ton heißen, die es nie gab).
Ob HDMI auch für alle Audiosysteme freigegeben wird, scheint noch offen zu sein. Sonst brauchen wir zusätzlich noch Firewire. (24. 3. 2003)
Momitsu DVD-V800, Marantz DV-8400: Der weltweit erste Player mit DVI-Ausgang (oben) ist derzeit nur in Japan zu haben; in Deutschland wird es wahrscheinlich den Marantz ab Mai zu kaufen geben, Preis etwa wie der 8300, also rund 2.500 Euro.
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Sie kommen (2): 576p-Projektoren, die Matterhörner. Wer einen Projektor im 16:9-Format suchte, hatte bisher zwei Möglichkeiten: zu wenig oder zu viel Zeilen. 480 sind für PAL-Signale zu wenig, 720 Zeilen sind mehr als wir kriegen können. Mit 540 bei Sanyo und Panasonic kam man den Optimum schon etwas näher, doch auch hier muss entweder umgerechnet (skaliert) oder abgeschnitten werden. Aufmerksame Leser dieser Seiten erinnern sich an die Ankündigung vom 29. 10. 2001, dass Texas Instruments eine Version des DLP-Chips mit 576 Zeilen zu je 1.024 Bildpunkten plant, "Matterhorn" genannt. Jetzt sind die ersten Produkte da: Ausgeliefert wird der Rückprojektions-Fernseher RE-44SZ20RD von LG Electronics, und ab heute, am 24. März, gibt es einen Frontprojektor: den Mitsubishi LVP-D1208. (Wer denkt sich eigentlich diese Namen aus?) Ebenfalls noch in der ersten Jahreshälfte wird Benq den PE-7800 einführen.
Mitsubishi wird sein Matterhorn-Modell aber wahrscheinlich nicht selbst in Europa verkaufen. Es wäre denkbar, dass er von Toshiba als Nachfolger des MT-5 präsentiert wird, dessen Dual-Mode-Chip ausläuft. Den gleichen Chip mit 848 mal 600 Bildpunkten verwendete auch SIM2 im HT200 DM, ebenso Plus im Avanti. SIM2 wird wohl spätestens im Sommer einen Nachfolger präsentieren, Plus plante ebenfalls ein derartiges Modell, doch nun ist es still darum geworden. Die Daten werden jeweils irgendwo dort liegen, wo der Mitsubishi landet: bei 2.000:1 Kontrast oder etwas drüber, rund 1.000 Ansi-Lumen, Preis jeweils rund 4.000 Euro (bei SIM2 mit Design-Zuschlag). Dank DVI-In lassen sich die 576 Zeilen einer PAL-DVD exakt zuführen.
Schön, dass doch irgendjemand an uns Europäer denkt. (24. 3. 2003)
Mitsubishi LVP-D1208: So viele Pixel in der Senkrechten, wie PAL Zeilen hat. Als erster Nicht-Röhrenprojektor kann dieser Mitsubishi ein europäisches TV-Signal darstellen - ohne Zeilen oder Licht zu verschenken.

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Spiegel statt Linsen: NEC projiziert aus sechs Zentimetern. Zwei Nachteile hat die Projektion, nämlich den Einfluss von Fremdlicht und die Trennung von Bildwerfer und Bildwand – der Projektor steht hinten und wer aufsteht, steht im Bild. Nicht so bei NEC: Die Firma hat mit dem WT-600 ein Gerät vorgestellt, das aus nur sechs Zentimetern Entfernung ein Bild von rund einem Meter an die Wand wirft. Wer etwas vorträgt, kann also vorne direkt vor der Leinwand stehen und stört trotzdem nicht den Projektor. Selbst zweieinhalb Meter Diagonale benötigen nicht mehr Abstand als 65 Zentimeter. Solche erstaunlichen Eigenschaften verdankt das Modell WT-600 einer neuartigen Optik, die Anleihen bei Rückprojektoren nimmt: Das Bild wird über zwei Spiegel nach oben projiziert. Um den Abstand freilich so klein zu bekommen, muss ein Spiegel gekrümmt sein, was bisher auch noch nicht so einfach zu fertigen war; statt Glas zu beschichten, hat man jetzt einen Kunststoff gefunden, der ausreichend präzise ist. Nur Mitsubishi, mit NEC ohnehin über eine gemeinsame Monitor-Firma verbandelt, hat etwas Ähnliches bereits bei einem Rückprojektor vorgeführt, der nur wenig mehr als zehn Zentimeter tief ist. Die entscheidende Entwicklungsarbeit soll aber bei Fuji geleistet worden sein. Eine vergleichbare Lösung kommt von 3M, wo ein Präsentationsboard mit ausklappbarem Schwenkarm arbeitet. Neben der dort verwendeten Zeiss-Optik besorgt ein Spezialchip von Silicon Optix elektronisch die notwendige Entzerrung.
Abgesehen von dem neuartigen optischen System verwendet NEC bekannte Elemente, vor allem den XGA-DLP von Texas Instruments. Der realisiert über eine 220-W-Lampe 1.200 Ansi-Lumen bei 2.500:1 Kontrast. Zu bedenken ist freilich, dass der sehr schräge Lichteinfall die Verwendung einer Leinwand mit Gain-Faktor über 1,0 ausschließt, drastische Helligkeitsunterschiede im Bild wären die Folge. Mit knapp sechs Kilogramm und einer Größe von 40 mal 30 mal 30 Zentimetern (geschlossen zehn Zentimeter niedriger) gehört der WT-600 nicht in die Ultraportabel-Kategorie. Das Gerät soll in Japan etwas unter 7.000 Euro kosten. Im Sommer gibt es ihn auch bei uns.
Für das Kino zu Hause soll der Prinzip ebenfalls verwendet werden, etwa in Form eines "smarten Displays". Darunter könnte man zum Beispiel einen Projektor dieser Art verstehen, der an der Decke hängt und sich nur beim Einschalten ausklappt. Die zugehörige Bildwand würde erst in diesem Augenblick ausgerollt. Dank der kurzen Projektionsentfernung wäre dieser schlaue Bildschirm dann in einer Einheit produzier- und montierbar. Für Rückprojektoren wird in absehbarer Zeit sowieso der gekrümmte Spiegel zur Pflicht, denn nur so kann man wirklich große Geräte mit geringer Bautiefe konstruieren.
Die Lösung für das störende Fremdlicht ist auch in Arbeit, braucht aber noch rund 20 Jahre (15. 3. 2003)
NEC WT-600: So nah durfte noch kein Projektor an der Leinwand stehen. Das Licht der Projektionslampe tritt über eine Optik (Pfeil unten) aus dem Gehäuse aus, wonach es auf zwei Spiegel trifft, von denen der zweite durch seine Wölbung das Bild vergrößert. Die beiden Spiegel lassen sich wegklappen.

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Wie denn: Blu-ray-Disc schon fertig? Jetzt haben sie mich schön blamiert, die Herrschaften von Sony. Gerade erst, nämlich am 17. Februar, hatte ich geschrieben, dass ein Blu-ray-Recorder Ende dieses Jahres kommen könnte – und dann stellen sie das Gerät schon vor, den BDZ-S77, der am 10. April für rund 450.000 Yen (entspricht rund 3.500 Euro) in japanischen Läden stehen soll. Doch auch Jim Taylor, immerhin Autor von "DVD Demystified", war der Meinung, dass es "noch mindestens eines, eher zwei Jahre dauern wird, bis es Blu-ray-Recorder aus den Labors und in die Wohnzimmer schaffen" (so in Widescreen Review vom Januar 2003). Dass es Sony eilig hat, wusste ich – aber so eilig? Und vor allem: Geht das denn überhaupt, nachdem die Standards für vorbespielte Software noch nicht verabschiedet sind, noch nicht einmal die BD-ROM-Norm?
Eigentlich geht das nicht, denn Kunden erwarten, in dieser Preisklasse mit besonderem Recht, dass ein solches Gerät zukunftsicher ist. Dazu gehört auch, dass man damit nicht nur zwei Stunden HDTV oder zwölf Stunden TV in Spitzenqualität aufzeichnen, sondern auch gekaufte HD-Software abspielen kann, wenn sie dann eines schönen Tages zu kaufen ist. Aber es geht doch: Denn was früher beim Ton möglich war, kann man nun auch beim Bild machen, nämlich Codecs nachträglich aufspielen. So ließen sich zum Beispiel DVD-Player von Philips vor ein paar Jahren mit neuer Software von einer CD-ROM auf DTS aufrüsten. Oder Kiss-Player heute mit Ogg-Vorbis anreichern. Entsprechend leistungsfähige Media-Prozessoren sind darauf vorbereitet, neue Video-Codecs per Software nachgeladen zu bekommen. Nur bei der härtesten Nuss, dem Kopierschutz, sind Zweifel angebracht: Eine reine Software-Lösung entspricht sicher nicht den Ideen der Hollywood-Studios. Da müsste man wohl Hardware nachrüsten. Das hat man schon praktiziert, nämlich bei DVD-Audio, wo Pioneer Geräte auf den Markt brachte, die ein halbes Jahr später in die Werkstätten zurückgeholt wurden, um den Kopierschutz nachzurüsten (siehe Meldung vom Dezember 1999). So etwas geht in Japan, aber nicht im Rest der Welt.
Dass es Sony mit Blu-ray so eilig hat, liegt aber noch an anderen Dingen. Die Firma hat den DVD-Recorder-Markt ziemlich verschlafen, auch wenn es für die Konzentration auf den blauen Laser gute Gründe gegeben hat; und mit dem Dual-DVD-Recorder, der ein halbes Jahr Verspätung hat und noch nicht einmal DVD+R bespielt, macht man auch nicht die beste Figur. Mittlerweile tätigt Panasonic satte Geschäfte mit seinen DVD-RAM-Recordern, bedrängt einzig von Philips. Bei Blu-ray hat es Panasonic daher nicht nötig und plädiert für den Start mit einer Dual-Layer-Variante, die rund 50 GB aufnehmen kann. Davon ist beim BDZ-S77 keine Rede, er kann wahrscheinlich mit den zweischichtigen Scheiben nichts anfangen. So droht auch innerhalb des scheinbar geschlossenen Blu-ray-Lagers (siehe Meldung vom 19. 2. 2002) ein neuer Systemstreit. In dem der Hersteller meistens die besseren Karten hat, der auf dem Markt Fakten schafft. Was Sony hiermit tut.
Und, lieber Nico: Die Blu-ray-Disc ist ganz und gar nicht das "Nachfolgeformat der DVD" (Heise Newsticker), sondern allenfalls die Ergänzung dieses Standards für HD-Material. (10. 3. 2003)
Sony BDZ-S77: Der erste Blu-ray-Disc-Recorder kommt am 10. April in Japan in den Handel; ein Marktstart für USA wird wohl frühestens nächstes Jahr passieren, in Europa sowieso nicht so bald.

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LCoS: das Comeback des Jahres. Spätestens, seit Sony seine SXRD-Technologie angekündigt hat, muss klar sein: LCoS ist wieder da. Die spiegelnden Mini-LCDs galten jahrelang als Hoffnungsträger für hochauflösende, preiswerte Bilder, egal ob in Front- oder Rückprojektion – bevor sie zur Lachnummer der Branche wurden. In diesem Jahr könnte diese Hoffnung doch noch in Erfüllung gehen. Lesen Sie daher das LCoS-Spezial mit dem aktuellen Stand zu Sony, Hitachi, Philips, JVC, Elcos und vielen anderen mehr. (10. 3. 2003)

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2.048 mal 1.080: die neue DLP-Größe. Der Mann von Texas Instruments zwinkert vergnügt, macht aus seinem Mund einen Reißverschluss und dann sagt er es doch: "Im März gibt es die Ankündigung eines höher auflösenden DLP-Chips." Auf die volle HDTV-Auflösung von 1.080 Zeilen warten die Spezialisten schon lange, denn noch nicht einmal für das digitale Kino liefert der Hersteller solche Chips – bei 1.280 mal 1.024 ist aktuell Schluss. Jetzt ist durchgesickert, welche Anzahl kippender Minispiegel die Texaner auf dem neuen Chip unterbringen wollen: 2.048 mal 1.080. Das klingt ungewöhnlich, ist aber nach kurzem Nachdenken so einleuchtend, dass man sich fragt, warum man nicht selbst darauf gekommen ist. Und es löst die drängendsten Probleme der Entwicklung des digitalen Kinos, nämlich Kosten und Auflösung.
-Mit 2.048 Bildpunkten pro Zeile entspricht es gerade noch der Forderung Hollywoods an digitales Kino (2K genannt), formuliert von sieben Studios in der Digital Cinema Initiative (DCI).
-1.080 Zeilen bei, wie immer bei DLP, quadratischen Pixeln ergibt ein Format von fast exakt 1,85:1, also dem gängigsten aller Kinofilm-Formate. 1.080 muss auch deswegen sein, weil das die Zeilenzahl des 24p-Produktionstandards ist.
-Dank des neuen Formats kann man in der Standard-Ausführung fürs Kino ganz auf die teuren anamorphen Optiken verzichten, was die Projektoren wesentlich günstiger macht; Cinemascope von 2,35:1 lässt sich mit den gleichen Anamorphoten (1,25:1) realisieren wie bei 35-mm-Film.
Damit kann DLP mit D-ILA von JVC gleich ziehen, denn dort gibt es seit letztem Jahr den DLA-XQ1, der mit 2.048 mal 1.536 Pixeln arbeitet. Dass hier mehr Zeilen aktiv sind, ist bei Film weitgehend uninteressant, denn kein Mensch kann erklären, warum flache Pixel besser sein sollen als quadratische. Aber der Erfolg des XQ1 in Hollywood, der häufig für Nachbearbeitung, Vorab-Vorführungen und Präsentationen verwendet wird, hat die DLP-Strategen nachdenklich gemacht. Auch wenn die immer behauptet hatten, dass 1.280 mal 1.024 Pixel genug seien.
Der neue Chip wäre natürlich auch die ideale Basis für einen echten HDTV-Projektor. Doch ob der so schnell kommt, darf bezweifelt werden. Für Kino zu Hause favorisiert Texas Instruments eine andere High-end-Variante, nämlich Dreichip-Geräte mit dem HD2, also 1.280 mal 720 Pixeln; bis jetzt gibt es Dreichip-Projektoren nur mit XGA- oder SXGA-Auflösung. Wenn die Einchip-Geräte nach Strickmuster Sharp, Marantz, SIM2 etwas preiswerter werden, sollen die Dreichipper folgen. Sie können bei gleicher Lampenleistung leicht doppelt so hell sein, bessere Farben und vor allem saubere Graustufen auch in den kritischen dunklen Sektoren bieten. Erste Geräte seien Ende dieses Jahres für rund 25.000 Dollar zu erwarten. Das bringt uns zum Thema Geld.
Für 1.500 Euro bekommt man nun bereits den günstigsten DLP-Projektor, den Infocus X1, der bekanntlich zusammen mit Funai in China gefertigt wird. Und mit 2.000:1 bietet auch ein solcher Billigheimer Kontrastwerte, von denen man vor einem Jahr nur träumen konnte.
Die hohen Gerätepreise liegen also nicht an Texas Instruments – endlich glaube ich das, was der Mann mit dem Reißverschluss immer gesagt hat. (20. 2. 2003)
Breitbild-DLP: Mit 2.048 mal 1.080 Pixeln lässt sich der Spiegel-Chip exakt dem Filmformat 1,85:1 anpassen. Das macht die Projektoren billiger. (Bild: Montage)

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KFS/WFS: Surround-Revolution ohne Namen. Ilmenau ist nicht Los Angeles, die Lindenlichtspiele sind nicht das Mann's Chinese Theater. Aber Professor Karlheinz Brandenburg, der ist jemand. Der MP3- und AAC-Entwickler lud ins 27.000-Seelen-Städtchen nach Thüringen, um nicht mehr und nicht weniger als die Revolution des Raumklangs zu verkünden – mindestens so wichtig wie "der Übergang von Mono zu Stereo". Das neueste Baby Brandenburgs hört auf den Namen Klangfeldsynthese (KFS), manchmal auch Wellenfeldsynthese oder englisch Wave Field Synthesis (WFS). Es ist nun nicht seine Erfindung, sondern eine Entwicklung, die an der Universität Delft schon vor mehr als 20 Jahren begonnen wurde.
Im Prinzip geht es darum, künstliche Schallquellen zu erzeugen, die frei im Raum positioniert werden können. Das wird möglich durch ein Band von Lautsprechern rund um den Hörraum. Sie können genau die Schallwellen verursachen, die von einer großen, weit entfernten Schallquelle produziert würden, indem man die Abstrahlung etwas zeitlich versetzt. Ist der Abstand zwischen den Lautsprechern ringsum nicht größer als 15 Zentimeter, lässt sich jedes Geräusch an jede beliebige Stelle des Raums platzieren. Und zwar, was der wesentliche Unterschied zu 5.1-Surround ist, unabhängig vom Sitzplatz des Zuhörers.
Die Ilmenauer Arbeitsgruppe Medientechnik des Fraunhofer-Instituts hat dieses Prinzip nun, dank der Fortschritte in der Prozessortechnik, erstmalig so weit entwickelt, dass es in einem Kino einsetzbar ist. In einem Kinosaal wie in den Lindenlichtspielen braucht es 192 Lautsprecher an allen Seiten, also auch vorne hinter der Leinwand, jeder von ihnen mit einem eigenen Verstärker und separat angesteuert. Zum Glück werden aber dafür keine 192 Kanäle benötigt. Denn in der MPEG-4-Variante von AAC lassen sich einzelnen Audio-Objekten Richtungen zuordnen, die dann vom Prozessor auf das jeweilige Lautsprecher-Array umgesetzt werden.
Vorgeführt wurden im Ilmenauer Kino Konzertaufnahmen, 5.1-Material umgesetzt auf KFS sowie eine spezielle Produktion zur Demonstration der Technologie: "Making Waves" von Koppfilm/Tonbüro Berlin. Und, was soll man sagen: Es ist umwerfend – der Klang bewegt sich frei durch den Raum, und das, obwohl ich ziemlich an der Seite saß. Auch zu Hause soll man KFS oder wie es heißen mag, eines schönen Tages einsetzen können. Das ist allerdings der Haken an der Sache: Das Baby hat noch keinen Namen, der sich vermarkten ließe. Wie klänge das: "Terminator 3 – exclusively presented in Klangfeldsynthese"?
Zwar waren die Lindenlichtspiele vorher nicht gerade das Premierekino Hollywoods. Doch nun werden die Film-Macher nach Ilmenau pilgern müssen. (20. 2. 2003)
Karlheinz Brandenburg: Der Professor aus Thüringen, früher aus Erlangen, war maßgeblich beteiligt an der Entwicklung der MPEG-Tonnormen. Hier sitzt er vor einem der Lautsprecher-Arrays, die in den Lindenlichtspielen montiert wurden.

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Blu-ray und Co: Es geht voran. Heute haben mir die lustigen Leute der PR-Agentur Firefly einen Putzrasch aus Stahlwolle zugeschickt. Auf der Verpackung steht, TDK habe einen neuen "+-DVD-Reiniger" entwickelt. Das erinnert mich an einen Kollegen aus der Redaktion Audio, der vor vielen Jahren mal einen Tipp veröffentlicht hat, wie man mit Zahnpasta Acrylhauben von Plattenspielern wieder schön sauber bekommt. Kurze Zeit später stapelten sich auf seinem Schreibtisch die Plattenhauben, die empörte Leser einschickten – weil ihre Zahncreme-Sorte sich nicht mit dem Material ihres Geräts vertrug. Ich frage mich, wie viele verkratzte DVDs sich demnächst bei Firefly sammeln werden. Aber ich schweife ab . . .
Mit Stahlwolle reinigen kann man nämlich normale DVDs nicht, sondern nur die neuen DVDs von TDK, die die Japaner auf der Cebit vorstellen werden. Die sind praktisch unverkratzbar, denn die Oberfläche soll rund 100 mal so viel aushalten wie die von normalen DVDs. Erstmalig angewendet wird die neue Beschichtung bei DVD-R-Rohlingen, doch auch andere Discs damit sind möglich: Nicht zuletzt Verleih-DVDs könnten so gefertigt werden. Zudem sollen die antistatischen Eigenschaften wesentlich besser sein, die Gefahr einer Entladung also wesentlich geringer; und die Oberfläche ist fettabweisend, was Fingerabdrücke fernhält. Der Zusatzaufwand schlägt mit etwa einem Euro im Verkaufspreis beziehungsweise um etwa einem Viertel höheren Kosten zu Buche.
Mit der Blu-ray-Disc hat die TDK-Beschichtung insofern etwas zu tun, als sie dafür entwickelt worden ist. Diese Blaustrahl-Scheibe (siehe Meldung vom 19. 2. 2002) speichert die Information bekanntlich sehr nahe an der Oberfläche, was höhere Dichte möglich macht, die Disc aber empfindlich auf Kratzer werden lässt. Deswegen steckt die Blu-ray-Disc (BD) bisher immer in einer Cartridge. Noch offen ist, wie berichtet, der Standard für vorbespielte BDs, die BD-ROM, die auch für HDTV-Filme genutzt werden soll. Die Filmindustrie will aber keine Cartridge, denn sie macht die Scheiben teuer und hässlich. Die Lösung für das Problem war schnell gefunden, schneller als alles andere bei Thema Blauer Laser. Und so bringt TDK das Patent nun schon mal vorab für normale DVDs. Doch auch sonst tut sich was in Sachen HDTV-DVD.
Auch wenn es schon zwei Jahre zu spät ist – Sony wollte einen DVD-Recorder mit blauem Laser eigentlich schon 2001 fertig haben (siehe Meldung vom 1. 10. 1999). Jetzt ist er soweit: Der Blu-ray-Recorder wird gebaut. Sony hat ein Abkommen mit Nichia geschlossen, wo der 405-nm-Laser ab Frühjahr in Serie hergestellt wird. Und so kommt er jetzt auch, allerdings nur als Profi-Version. Die wird am 5. April auf der NAB-Show in Las Vegas vorgestellt und bald darauf ausgeliefert. Ein richtiger Studiorecorder wird das wohl nicht sein, eher ein Zuspieler von bereits codiertem Material; denn für unkomprimierte HD-Signale reicht Blu-ray bei weitem nicht. Auch beim Consumer-Gerät will Sony den Wettlauf mit Samsung aufnehmen und das erste Modell vielleicht doch schon Ende dieses Jahres auf den Markt bringen.
Samsung hat ebenfalls noch eine Überraschung in petto, nämlich ein PC-Laufwerk im BD-Standard. Nachdem man den Trend zu DVD-Recodern in Korea etwas verschlafen hat, galt der Ehrgeiz eigentlich der Entwicklung eines DVD-Brenners für alle Formate, also von RAM über -RW bis +RW. Doch jetzt hat Blu-ray Vorrang. Angesichts der Komplexität dieses Laufwerks ist es gut vorstellbar, dass die universelle Beschreibbarkeit aller DVD-Medien im BD-Brenner zu finden sein wird. Vielleicht sind Samsung aber auch die Entwickler abhanden gekommen: Lokalrivale LG Electronics wird jedenfalls in diesem Punkt schneller sein und zur Cebit ein PC-Laufwerk vorstellen, das von RAM bis +RW alle Standards verarbeiten kann, das Modell GCC-4520B. Hintergrund: LG hat ursprünglich an -RW gearbeitet, dann aber +RW favorisiert; später fusionierte man die Disc-Sparte mit der von Hitachi, wo man RAM bevorzugte. Somit hatte man alles schon im Haus. Und noch was: Wenn Sie selbst BD-Recorder bauen wollen, bitte schön – die Lizenzvergabe hat begonnen. Tomihiro Nakagawa von Sony schickt die Unterlagen gerne und verlangt auch nur 30.000 Dollar dafür, plus jährlich 12.000 Dollar für die Lizenz zur Nutzung des BD-Kopierschutzes. Näheres auf der neuen Webseite www.blu-raydisc.info.
"Es geht voran": Copyright by Fehlfarben, Monarchie und Alltag, 1980 ("Geschichte wird gemacht"). Sollte ich endlich mal auf MP3-CD überspielen. (17. 2. 2003)
BD-Recorder von Sony: Eines der ersten offiziellen Fotos zeigt den Prototypen, der auch auf der Ceatec und der CES zu sehen war. Das Profigerät wird wohl so ähnlich aussehen.

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Neues im Dezember
80 Stunden Musik: Aufnehmen auf DVD-Audio
(20. 12. 2002)
Ätsch! LG.Philips hat den größten LCD-Schirm (5. 12. 2002)

Neues im November
Warte, warte: PAL-progressive dauert nicht mehr lange
(30. 11. 2002)
Der Wow-Projektor: D-ILA im Breitbildformat (29. 11. 2002)
Aldi, Lidl & Co: bald Plasma für 3.000 Euro (20. 11. 2002)
Die Chinesen kommen – auch bei Grundig? (7. 11. 2002)
Riesen-Plasma: Drei Meter sind doch kein Problem (5. 11. 2002)

Neues im Oktober
HDTV-FAQ: Fragen und Antworten jetzt online
(24. 10. 2002)
Windows auf dem Fernseher: die neue High-Mat (23. 10. 2002)
JVC-Camcorder: HDTV zum Selberdrehen
(12. 10. 2002)
Kopfüber: Dolby geht an die Decke
(11. 10. 2002)
Mutig: Pioneer bringt den Sound-Projektor
(9. 10. 2002)
Fleißig: Das DVD-Forum und neue Standards
(6. 10. 2002)

Neues im September
DLP@Photokina: Luxor, Kontrast – und Action!
(30. 9. 2002)
Sony-Neuheiten: Alles nur Theatre
(22. 9. 2002)

DLP-Projektoren: Die Hoch-Kontraster kommen (21. 9. 2002)

Neues im August
Zurück zu 4:3 mit dem Sharp XV-Z90
(28. 8. 2002)

Kleine Verspätung: Fast mit eigenen TV-Server (26. 8. 2002)
Die Zukunft ist sicher: Toshiba MT-8 (23. 8. 2002)
Noch'n Digitalanschluss: Pioneer fährt Seriellen Bus (20. 8. 2002)
Sony VPL-HS10: breit, hochauflösend, günstig (7. 8. 2002)
Firewire kommt doch – und HDMI, D1/D2, Digilink ... (5. 8. 2002)

Neues im Juli
Sony: Riskante Bildschirm-Strategie
(18. 7. 2002)
HDTV in Europa: Wer macht den Anfang? (16. 7. 2002)
Schluss mit den Kartenspielen: Panasonic DMR-HS2 (1. 7. 2002)


Neues im Juni
Frisch von der Quelle: Fernseher mit Festplatte
(25. 6. 2002)
Philips: DVD-Recorder als Linedoubler
(13. 6. 2002)

Neues im Mai
Projektor-Preise: Wer schafft die 999?
(31. 5. 2002)
Laser-TV kommt, mit oder ohne Schneider
(14. 5. 2002)

Digitalschnittstelle HDMI: Das Ende eines Traums (11. 5. 2002)

Neues im April
DLP+DVD+CCD: Wir basteln uns 100 Gigabyte
(25. 4. 2002)
Barco Cine-Versum 80: DLP von der feinen Art (15. 4. 2002)
Drunter und drüber: Flache Panels bunt gemischt (15. 4. 2002)
Der Pixel-Hammer: Wer braucht 1.920 mal 1.080? (15. 4. 2002)

Neues im März
Ton-Fenster: Panasonic lässt Bildschirme klingen
(29. 3. 2002)
Zeilenspiele: JVC bringt 1.500 Zeilen auf die Röhre (28. 3. 2002)
Zehn Fragen zu DivX 5 (und natürlich die Antworten ...) (8. 3. 2002)
Wechsel-Festplatten: Willkommen in der Tera-Byte-Ära (8. 3. 2002)
HDTV auf DVD: lieber rot als blau
(6. 3. 2002)

Neues im Februar
Wieder vereint: gemeinsamer DVD-Standard für blauen Laser
(19. 2. 2002)
Schnell reagiert: Panasonic macht DMR noch billiger
(15. 2. 2002)
Versprechen gehalten: Pioneer halbiert DVR-Preis
(14. 2. 2002)
Bei Philips sind 75 Hertz mehr als 100
(5. 2. 2002)

Neues im Januar
Sony vernetzt: MP3, Net-MD, Memory Stick
(30. 1. 2002)
16:9 im Duett: Epson und Yamaha projizieren
(20. 1. 2002)
DVD-Recorder: Knackt Philips die 1.000 Euro?
(CES, 10. 1. 2002)
Der Laserprojektor: Wird's bald – oder nicht?
(9. 1. 2002)

Nachrichten-Archiv: Meldungen von 2002 (Januar bis August 2002)


Nachrichten-Archiv: Meldungen von 2001 (Januar bis Dezember 2001)

Nachrichten-Archiv: Meldungen von 2000 (Januar bis Dezember 2000)

Nachrichten-Archiv: Meldungen von 1999 (August bis Dezember 1999)

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