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Ulrich v. Löhneysen, Journalist

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Nachrichten-Archiv 2003 

Neues im April
LCD-Panels von Epson: Fliegengitter vom Feinsten
(30. 4. 2003)
Philips treibt's bunt: der farbigste Fernseher der Welt
(26. 4. 2003)
Umdenken: Digital-Endstufen werden Hifi-tauglich
(21. 4. 2003)
DLP verbessert: Spiegel wird platt
(14. 4. 2003)

Neues im März
Sie kommen (1): DVD-Player mit DVI-Ausgang
(24. 3. 2003)
Sie kommen (2): 576p-Projektoren, die Matterhörner
(24. 3. 2003)
Spiegel statt Linsen:
NEC projiziert aus sechs Zentimetern (15. 3. 2003)
Wie denn:
Blu-ray-Disc schon fertig? (10. 3. 2003)

LCoS: das Comeback des Jahres (10. 3. 2003)

Neues im Februar
2.048 mal 1.080:
die neue DLP-Größe (20. 2. 2003)

KFS/WFS: Surround-Revolution ohne Namen (20. 2. 2003)
Blu-ray und Co: Es geht voran (17. 2. 2003)

Neues im Januar
HDTV in Europa:
So geht's nicht (27. 1. 2003)
HDTV auf DVD:
So kann's gehen (25. 1. 2003)
Vorschlag:
SACD und DVD-Audio auf einer Scheibe (8. 1. 2003)
Grundig und der Investor (8. 1. 2003)
Sharp und
die wunderbare Welt der LCDs (7. 1. 2003)
Richtig: Samsung bringt LCD mit 54 Zoll (7. 1. 2003)

Nachrichten-Archiv: Meldungen von 2002 (Januar bis Dezember 2002)

Nachrichten-Archiv: Meldungen von 2001 (Januar bis Dezember 2001)

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LCD-Panels von Epson: Fliegengitter vom Feinsten. Eine Firma, die es schafft, den Projektormarkt zu weiten Teilen zu beherrschen, ist schon eine nähere Betrachtung wert. Bei LCD-Projektoren zumindest hat Epson mit seiner Hochtemperatur-Polisilizium-Technik alle anderen Verfahren verdrängt und liefert rund 80 Prozent der Panels. Was diese Firma plant, bestimmt also den Markt. Ein Blick hinter die Kulissen der Fabrik von Suwa Minami zeigt unter anderem neue, noch kleinere Panels, mit denen Beamer für 1.000 Euro möglich werden; und er zeigt Anzeichen für erste Projektoren mit voller HDTV-Auflösung. Mehr darüber im Epson-Spezial mit dem Titel "Fliegengitter vom Feinsten".
Mehr über Projektoren am kommenden Wochenende beim Beamertreffen in Kaarst; da muss ich hin. (30. 4. 2003)

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Philips treibt's bunt: der farbigste Fernseher der Welt. Die richtige Darstellung von Farben ist bei elektronischen Bildern eine heikle Sache. Bis heute kann kein Bildschirm oder Projektor wirklich alle Töne des sichtbaren Spektrums wiedergeben; etwas kleiner als dieses Spektrum ist der Bereich der in der Natur vorkommenden Farben, doch auch der umfasst Dinge wie Gold oder Purpur. Einen noch wesentlich kleineren Ausschnitt stellt der Farbumfang des Fernsehens dar. Er ist auf das abgestimmt, was man mit den Phosphormischungen einer Bildröhre wiedergeben kann, liegt also deutlich unter dem Farbumfang von 35-mm-Film. Trotzdem wären viele Hersteller von Projektoren oder LCD-Monitoren froh, wenigstens das Röhren-Spektrum erreichen zu können. Philips dagegen behauptet nun, mit herkömmlichen Projektionslampen nie gesehene Farben auf den Bildschirm oder die Leinwand bringen zu können. Denn das Dilemma bisher liegt in der Filterung, die immer ein Kompromiss zwischen Lichtleistung und Farbreinheit ist: Um zum Beispiel Rot exakt zu treffen, muss man alle Blau- und Gelb-Anteile herausfiltern; tut man das, bleibt nur ein sehr schmalbandiger Anteil übrig – lässt das Rotfilter mehr durch, ist reines Rot schon nicht mehr möglich, der Farbton tendiert meist in Richtung Orange.
Genoa-Logo: magenta, blau, cyan, grün, rot und gelb vereint.
Philips will dieses Problem dadurch lösen, dass man mehr als drei Farben filtert. Zusätzlich zu Rot, Grün und Blau wird Philips auch Filter für Cyan und Gelb einführen. Damit können die einzelnen Töne sortenreiner werden, und auch die Möglichkeiten für Mischtöne werden viel größer. Die Technik dazu soll von der israelischen Firma Genoa Color Technologies kommen, einer kleinen Firma in Herzlia (oder Herzelia), die ihr Verfahren im Mai erstmals auf einer Konferenz öffentlich demonstrieren will (bei der Society of Information Display). Techniker, die es schon mal gesehen haben, geraten ins Schwärmen: "Purpur ist purpur und sogar Gold lässt sich darstellen", so Philips-Manager Joep Thomassen. Eingesetzt werden soll die Genoa-Technologie erstmalig in LCoS-Fernsehern der Holländer; ob man dann mit fünf statt drei rotierenden Prismen (siehe Meldung vom 8. 2. 2001) arbeiten will oder vielleicht mit einem Prisma zwei Farben erzeugen kann, ist noch geheim. Ein Problem gilt es freilich zu bedenken: Alle elektronischen Bilder sind auf die Displays von heute abgestimmt (oder auf die von Gestern, die Röhre), eine Übertragung eins zu eins auf den erweiterten Farbraum würde zu Fehlfarben führen. Hier gilt es eine Farbraum-Konversion zu entwickeln, die vorsichtig mit den neuen Möglichkeiten umgeht, aber sie auch nicht verschenkt. Ein Verfahren dafür hat sich Laser-TV-Entwickler Christhard Deter (Ex-VEB Zeiss Jena, Ex-Schneider) patentieren lassen; auch Laser oder Leuchtdioden können wesentlich mehr Farben darstellen als Röhren. Man wird in absehbarer Zeit darüber nachdenken müssen, den Farbraum elektronischer Bilder deutlich zu erweitern.
Beispiel: Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, warum man zwar die deutsche Fahne als Schwarz-Rot-Gold bezeichnet, sie aber immer Gelb statt Gold enthält? Weil Gold in medialer Darstellung, egal ob Print oder TV, immer nur ein schmutziges Gelb ist. (26. 4. 2003)
Magisches Dreieck: Innerhalb dieses Raumes bewegen sich die Farben des sichtbaren Spektrums. In der Mitte ist Weiß zu finden, die Mischung aus allen spektralen Anteilen. Die gebogene Außenlinie besteht aus den reinen Farben, die nur eine einzige Wellenlänge haben. Der sRGB-Bereich entspricht in etwa dem für PAL vorgeschriebenen Farbraum. NTSC ist dagegen mehr in Richtung Grün verschoben.

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Umdenken: Digital-Endstufen werden Hifi-tauglich. Seit der Funkausstellung 1999 sind digitale Endstufen ein Thema in Hifi-Kreisen; damals stellte Sharp den ersten Stereo-Verstärker in Einbit-Technik vor (siehe IFA-Report 1999). Den Durchbruch hat das Verfahren bis heute nicht so richtig geschafft, noch immer dominieren in hochwertigen AV-Systemen die analogen Kaliber; in Kompaktanlagen, DVD-Receivern und aktiven Subwoofern überwiegen dagegen bereits die Digital-Amps. Vorteil der digitalen Technik: Leistung wird nur dort benötigt, wo auch Lautstärke erzeugt wird, weshalb Wirkungsgrade von 80 bis 90 Prozent möglich sind statt 30 bis 50 Prozent bei analogen Verstärkern. Das hat zur Folge, dass weniger Strom gebraucht wird, weniger Hitze abzuführen ist und damit weniger Masse verbaut werden muss. Nachteile: Die Reaktion der digitalen Schaltungen entspricht nicht den analogen Kurven, die für optimale Wiedergabe benötigt werden – ähnlich ist es bekanntlich bei digitalen Displays wie DLP oder Plasma. Zudem sind diese Endstufen empfindlich auf falsche Verkabelung und produzieren ungeschirmt Störsignale wie ein Langwellensender.
Als erster Hersteller aus der klassischen HiFi-Ecke wagt sich Onkyo mit einer Siebenkanal-Endstufe in digitaler Technik auf den Markt, dem Modell DTA-7 aus der Integra-Reihe (dazu gehören der AV-Controller DTC-7 und der Player DPS-1). Onkyo nutzt die PWM-Technologie von Texas Instruments, also Pulse Width Modulation oder Pulsbreiten-Modulation, bei der es auf die Zeitdauer des Einschaltens ankommt; die PDM-Technologie, Pulse Density Modulation, setzt dagegen auf die Häufigkeit immer gleich großer Impulse. PWM in dieser Form hat den Vorteil, dass sich Digitalsignale von CD oder DVD direkt umrechnen lassen – dank des so genannten Equibit-Verfahrens. Bei anderen Digitalendstufen muss das Signal vorher auf die analoge Ebene gewandelt und dort den Besonderheiten der Amps angepasst werden. Equibit entstand bei Toccata Technology und wurde mitsamt dieser Firma von Texas Instruments im März 2000 aufgekauft. Auch Hans Georg Herrmann, der Entwickler des Sonovisions-Projekts (siehe auch Audiovision 2/2003), schwört auf Equibit. Er demonstriert, dass eine 200-Watt-Endstufe (an vier Ohm) in eine Hand passt, mit zusätzlichen Kühlkörpern bringt sie sogar 300 Watt.
Die Abmessungen zeigen, wohin die Reise für Endstufen geht: hinein in die Lautsprecher, weg von den Dickschiffen. Bei aktiven Boxen liegt dann auch die Funkübertragung der Daten auf der Hand. Nächster Schritt wären mehrere Endstufen in einem Lautsprecher und eine Trennung der Frequenzbereiche auf digitaler Ebene. Das Bild einer AV-Anlage wird sich also gründlich wandeln in nächster Zeit, hin zu mehr Wohnraumfreundlichkeit bei bestem Klang.
Die Fraktion, die Klangqualität nach dem Gewicht der Endstufen und der Boxengröße beurteilt, wird trotzdem nicht so schnell aussterben. (21. 4. 2003)
Onkyo Integra DTA-7: Äußerlich wie immer, doch im Inneren der Siebenkanal-Endstufe arbeiten digitale Bauteile nach dem PWM-Verfahren. Dank des selbst entwickelten Vector-Linear-Verfahrens soll die Klangqualität der sieben 120-Watt-Endstufen mit analogem Amps mindestens mithalten können. Vorerst nur in Japan für rund 350.000 Yen.
Digital-Endstufe: Im deutschen Sonovisions-Projekt entstehen auf PWM-Basis extrem leistungsfähige Verstärker: hier der Prototyp eines 200-Watt-Bauteils.

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DLP verbessert: Spiegel wird platt. Nachdem DLP-Projektoren mittlerweile Kontrastwerte von 3.000:1 erreichen, könnte man meinen: Das muss doch genug sein. Doch ein schwarzes Testbild auf der Wand zeigt, dass da noch Licht ist – es ist einfach nicht so schwarz wie bei einer Röhre, wo man die Beleuchtung einfach ausknipst. Bei DLP (und mehr noch bei LCD) gilt es, das Licht der Lampe vollständig ins Abseits zu lenken, was aber nicht ganz gelingt. Die letzten Fortschritte in Sachen Kontrast hat DLP-Hersteller Texas Instruments durch optische Verbesserungen erzielt (siehe Hochkontrast-Spezial), jetzt ist wieder der Spiegelchip selbst an der Reihe. Noch in diesem Jahr, wahrscheinlich schon im Sommer, wird es die ersten Chips mit vollkommen platter Oberfläche geben. Bisher war nämlich an der Stelle, wo der Fuß der Spiegelfläche angebracht war, oben ein kleines Loch – nicht sehr groß, aber doch groß genug, um ordentlich Streulicht zu verbreiten. Nachdem die lichtschluckende Beschichtung des dritten Layers (genannt DM3) bereits das Streulicht, das von den Spalten zwischen den Spiegel kam, stark verringerte, war dieses Loch an der Oberfläche die wichtigste Ursache von Lichtabweichungen. Nach Berechnungen von Texas Instruments sind es bis zu 70 Prozent des Restlichts, die daher stammen, bei kontrastoptimierten Optiken nach dem Katzenaugen-Prinzip immerhin noch 50 Prozent. Da müssten also zukünftig Werte bis zu 5.000:1 möglich sein; oder man kann mehr Lichtleistung in der 3.000:1-Kategorie erreichen. Zuerst wird der neue Produktionsprozess beim Mustang-Chip (1.280 mal 720 Pixel) eingesetzt; ob der Chip tatsächlich HD3 heißen wird, scheint noch nicht entscheiden, weil weitere Veränderungen nicht geplant sind.
Eine neues Pixelraster bei DLP:
Über dem SXGA-Chip mit 1.280 mal 1.024 wird demnächst eine SXGA+-Version platziert, das bedeutet 1.400 mal 1.050 Bildpunkte und 4:3-Format anstelle von 5:4. Diese Zahl war bisher nur bei LCoS-Panels üblich, vor allem bei JVC. TI scheint diese Konkurrenz nun ernst zu nehmen. Anders als bei den 0,9- und 1,2-Zoll-Versionen mit SXGA-Auflösung kippen die Spiegel hier um zwölf statt um zehn Grad, was Kontrastwerte jenseits von 1.500:1 möglich machen wird. Der erste Projektor mit diesen Panels wird von Christie kommen und zur neuen CP-Serie gehören. In dieser Baureihe findet sich auch der 2K-Kinoprojektor, also eine Version mit dem 2.048x1.080-Chip (siehe Meldung vom 20. 2. 2003).
Zu viel über DLP? Demnächst gibt's Erstaunliches von der LCD-Fraktion, 1.000-Euro-Beamer und 1.080p-Auflösung (aber nicht in einem Gerät. 15. 4. 2003)
DLP-Pixel, Verbesserungen: Das Design der DLP-Chips veränderte sich über die Jahre. Das B2-Design kam nicht auf den Markt, es hatte die Hinges, die drehbaren Aufhängungen, noch oben; HH steht für Hidden Hinge und brachte ab 1996 DLP zur Serienreife. SRV ist die Abkürzung für Small Rotated Via, also eine Verkleinerung und Drehung des Lochs über dem tragenden Pfosten; SMG ist der Small Mirror Gap, also der verkleinerte Spalt zwischen den Spiegeln. Die zusätzliche DM3-Beschichtung hob den Kontrastwert dann auf rund 1.000:1.
Christie-CP-Serie: Die neue Generation der DLP-Cinema-Projektoren ist wesentlich kleiner als die Vorgängermodelle; sie ist lieferbar mit 2.048, 1.400 oder 1.280 Pixel pro Zeile.

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Sie kommen (1): DVD-Player mit DVI-Ausgang. Wer bislang eine digitale Quelle mit einem digitalen Display verbinden wollte, hatte zwei Möglichkeiten: Entweder einen PC nehmen, der einen DVI-Ausgang hat, oder am DVD-Player einen SDI-Ausgang nachrüsten lassen und das Signal auf einen Scaler mit DVI legen. Jetzt gibt es endlich die richtige Lösung, nämlich DVD-Spieler mit dieser Digitalschnittstelle. DVI soll eigentlich (siehe mein Spezial) in der Unterhaltungselektronik durch HDMI ersetzt werden, doch bis dieser Standard wirklich nutzbar ist, steht der Weihnachtsmann vor der Tür. So lange wollen manche Firmen nicht warten, denn DVI ist mittlerweile genehmigt (zusammen mit PAL-progressive, nur eine letzte Einspruchsfrist läuft noch). Natürlich ist auch bei DVI ein Kopierschutz Pflicht, nämlich HDCP. Anders als bei analogen Signalen darf der Player über DVI auch höhere Auflösungen liefern, etwa 720p oder 1080i – intern hochgerechnet.
Ab Ende März soll es in Japan den Momitsu DVD-V800 geben, als ersten Player mit der Digitalbuchse fürs Bild. Seit der CES im Januar ist von Samsung ein Player namens DVD-HD931 bekannt, der irgendwann im Sommer auch nach Deutschland kommen soll. Die Koreaner rüsten bekanntlich heute schon ihre Displays, etwa Rückprojektoren, LCD- und Plasmaschirme, mit DVI-Eingang aus. Erster mit DVI-DVD in Deutschland wird aber wohl Marantz sein. Die Japaner haben, wenig beachtet, ihren Projektor VP12 bei Wechsel von Variante S1 auf S2 auf DVI-Input umgestellt, vorher war es Firewire. Das DVD-Player DV-8400 wird schon im Mai zu kaufen sein, bis auf DVI unverändert gegenüber dem 8300, der DVD-Audio und SACD spielt.
Auf HDMI warten wollen dagegen die meisten anderen Hersteller. In den meisten Fällen wird die Buchse aber nicht so heißen, sondern "PanelLink Cinema". Silicon Image, Hersteller der HDMI-Chips und der Progressive-Prozessoren mit dem Kürzel SiL, hat sich diesen Namen für HDMI ausgedacht – weil er gängiger ist und rechtlich schützbar und die Variante mit HDCP-Kopierschutz eindeutig kennzeichnet (PanelLink AV sollte die DVI-Variante mit Kopierschutz und Ton heißen, die es nie gab).
Ob HDMI auch für alle Audiosysteme freigegeben wird, scheint noch offen zu sein. Sonst brauchen wir zusätzlich noch Firewire. (24. 3. 2003)
Momitsu DVD-V800, Marantz DV-8400: Der weltweit erste Player mit DVI-Ausgang (oben) ist derzeit nur in Japan zu haben; in Deutschland wird es wahrscheinlich den Marantz ab Mai zu kaufen geben, Preis etwa wie der 8300, also rund 2.500 Euro.
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Sie kommen (2): 576p-Projektoren, die Matterhörner. Wer einen Projektor im 16:9-Format suchte, hatte bisher zwei Möglichkeiten: zu wenig oder zu viel Zeilen. 480 sind für PAL-Signale zu wenig, 720 Zeilen sind mehr als wir kriegen können. Mit 540 bei Sanyo und Panasonic kam man den Optimum schon etwas näher, doch auch hier muss entweder umgerechnet (skaliert) oder abgeschnitten werden. Aufmerksame Leser dieser Seiten erinnern sich an die Ankündigung vom 29. 10. 2001, dass Texas Instruments eine Version des DLP-Chips mit 576 Zeilen zu je 1.024 Bildpunkten plant, "Matterhorn" genannt. Jetzt sind die ersten Produkte da: Ausgeliefert wird der Rückprojektions-Fernseher RE-44SZ20RD von LG Electronics, und ab heute, am 24. März, gibt es einen Frontprojektor: den Mitsubishi LVP-D1208. (Wer denkt sich eigentlich diese Namen aus?) Ebenfalls noch in der ersten Jahreshälfte wird Benq den PE-7800 einführen.
Mitsubishi wird sein Matterhorn-Modell aber wahrscheinlich nicht selbst in Europa verkaufen. Es wäre denkbar, dass er von Toshiba als Nachfolger des MT-5 präsentiert wird, dessen Dual-Mode-Chip ausläuft. Den gleichen Chip mit 848 mal 600 Bildpunkten verwendete auch SIM2 im HT200 DM, ebenso Plus im Avanti. SIM2 wird wohl spätestens im Sommer einen Nachfolger präsentieren, Plus plante ebenfalls ein derartiges Modell, doch nun ist es still darum geworden. Die Daten werden jeweils irgendwo dort liegen, wo der Mitsubishi landet: bei 2.000:1 Kontrast oder etwas drüber, rund 1.000 Ansi-Lumen, Preis jeweils rund 4.000 Euro (bei SIM2 mit Design-Zuschlag). Dank DVI-In lassen sich die 576 Zeilen einer PAL-DVD exakt zuführen.
Schön, dass doch irgendjemand an uns Europäer denkt. (24. 3. 2003)
Mitsubishi LVP-D1208: So viele Pixel in der Senkrechten, wie PAL Zeilen hat. Als erster Nicht-Röhrenprojektor kann dieser Mitsubishi ein europäisches TV-Signal darstellen - ohne Zeilen oder Licht zu verschenken.

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Spiegel statt Linsen: NEC projiziert aus sechs Zentimetern. Zwei Nachteile hat die Projektion, nämlich den Einfluss von Fremdlicht und die Trennung von Bildwerfer und Bildwand – der Projektor steht hinten und wer aufsteht, steht im Bild. Nicht so bei NEC: Die Firma hat mit dem WT-600 ein Gerät vorgestellt, das aus nur sechs Zentimetern Entfernung ein Bild von rund einem Meter an die Wand wirft. Wer etwas vorträgt, kann also vorne direkt vor der Leinwand stehen und stört trotzdem nicht den Projektor. Selbst zweieinhalb Meter Diagonale benötigen nicht mehr Abstand als 65 Zentimeter. Solche erstaunlichen Eigenschaften verdankt das Modell WT-600 einer neuartigen Optik, die Anleihen bei Rückprojektoren nimmt: Das Bild wird über zwei Spiegel nach oben projiziert. Um den Abstand freilich so klein zu bekommen, muss ein Spiegel gekrümmt sein, was bisher auch noch nicht so einfach zu fertigen war; statt Glas zu beschichten, hat man jetzt einen Kunststoff gefunden, der ausreichend präzise ist. Nur Mitsubishi, mit NEC ohnehin über eine gemeinsame Monitor-Firma verbandelt, hat etwas Ähnliches bereits bei einem Rückprojektor vorgeführt, der nur wenig mehr als zehn Zentimeter tief ist. Die entscheidende Entwicklungsarbeit soll aber bei Fuji geleistet worden sein. Eine vergleichbare Lösung kommt von 3M, wo ein Präsentationsboard mit ausklappbarem Schwenkarm arbeitet. Neben der dort verwendeten Zeiss-Optik besorgt ein Spezialchip von Silicon Optix elektronisch die notwendige Entzerrung.
Abgesehen von dem neuartigen optischen System verwendet NEC bekannte Elemente, vor allem den XGA-DLP von Texas Instruments. Der realisiert über eine 220-W-Lampe 1.200 Ansi-Lumen bei 2.500:1 Kontrast. Zu bedenken ist freilich, dass der sehr schräge Lichteinfall die Verwendung einer Leinwand mit Gain-Faktor über 1,0 ausschließt, drastische Helligkeitsunterschiede im Bild wären die Folge. Mit knapp sechs Kilogramm und einer Größe von 40 mal 30 mal 30 Zentimetern (geschlossen zehn Zentimeter niedriger) gehört der WT-600 nicht in die Ultraportabel-Kategorie. Das Gerät soll in Japan etwas unter 7.000 Euro kosten. Im Sommer gibt es ihn auch bei uns.
Für das Kino zu Hause soll der Prinzip ebenfalls verwendet werden, etwa in Form eines "smarten Displays". Darunter könnte man zum Beispiel einen Projektor dieser Art verstehen, der an der Decke hängt und sich nur beim Einschalten ausklappt. Die zugehörige Bildwand würde erst in diesem Augenblick ausgerollt. Dank der kurzen Projektionsentfernung wäre dieser schlaue Bildschirm dann in einer Einheit produzier- und montierbar. Für Rückprojektoren wird in absehbarer Zeit sowieso der gekrümmte Spiegel zur Pflicht, denn nur so kann man wirklich große Geräte mit geringer Bautiefe konstruieren.
Die Lösung für das störende Fremdlicht ist auch in Arbeit, braucht aber noch rund 20 Jahre (15. 3. 2003)
NEC WT-600: So nah durfte noch kein Projektor an der Leinwand stehen. Das Licht der Projektionslampe tritt über eine Optik (Pfeil unten) aus dem Gehäuse aus, wonach es auf zwei Spiegel trifft, von denen der zweite durch seine Wölbung das Bild vergrößert. Die beiden Spiegel lassen sich wegklappen.

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Wie denn: Blu-ray-Disc schon fertig? Jetzt haben sie mich schön blamiert, die Herrschaften von Sony. Gerade erst, nämlich am 17. Februar, hatte ich geschrieben, dass ein Blu-ray-Recorder Ende dieses Jahres kommen könnte – und dann stellen sie das Gerät schon vor, den BDZ-S77, der am 10. April für rund 450.000 Yen (entspricht rund 3.500 Euro) in japanischen Läden stehen soll. Doch auch Jim Taylor, immerhin Autor von "DVD Demystified", war der Meinung, dass es "noch mindestens eines, eher zwei Jahre dauern wird, bis es Blu-ray-Recorder aus den Labors und in die Wohnzimmer schaffen" (so in Widescreen Review vom Januar 2003). Dass es Sony eilig hat, wusste ich – aber so eilig? Und vor allem: Geht das denn überhaupt, nachdem die Standards für vorbespielte Software noch nicht verabschiedet sind, noch nicht einmal die BD-ROM-Norm?
Eigentlich geht das nicht, denn Kunden erwarten, in dieser Preisklasse mit besonderem Recht, dass ein solches Gerät zukunftsicher ist. Dazu gehört auch, dass man damit nicht nur zwei Stunden HDTV oder zwölf Stunden TV in Spitzenqualität aufzeichnen, sondern auch gekaufte HD-Software abspielen kann, wenn sie dann eines schönen Tages zu kaufen ist. Aber es geht doch: Denn was früher beim Ton möglich war, kann man nun auch beim Bild machen, nämlich Codecs nachträglich aufspielen. So ließen sich zum Beispiel DVD-Player von Philips vor ein paar Jahren mit neuer Software von einer CD-ROM auf DTS aufrüsten. Oder Kiss-Player heute mit Ogg-Vorbis anreichern. Entsprechend leistungsfähige Media-Prozessoren sind darauf vorbereitet, neue Video-Codecs per Software nachgeladen zu bekommen. Nur bei der härtesten Nuss, dem Kopierschutz, sind Zweifel angebracht: Eine reine Software-Lösung entspricht sicher nicht den Ideen der Hollywood-Studios. Da müsste man wohl Hardware nachrüsten. Das hat man schon praktiziert, nämlich bei DVD-Audio, wo Pioneer Geräte auf den Markt brachte, die ein halbes Jahr später in die Werkstätten zurückgeholt wurden, um den Kopierschutz nachzurüsten (siehe Meldung vom Dezember 1999). So etwas geht in Japan, aber nicht im Rest der Welt.
Dass es Sony mit Blu-ray so eilig hat, liegt aber noch an anderen Dingen. Die Firma hat den DVD-Recorder-Markt ziemlich verschlafen, auch wenn es für die Konzentration auf den blauen Laser gute Gründe gegeben hat; und mit dem Dual-DVD-Recorder, der ein halbes Jahr Verspätung hat und noch nicht einmal DVD+R bespielt, macht man auch nicht die beste Figur. Mittlerweile tätigt Panasonic satte Geschäfte mit seinen DVD-RAM-Recordern, bedrängt einzig von Philips. Bei Blu-ray hat es Panasonic daher nicht nötig und plädiert für den Start mit einer Dual-Layer-Variante, die rund 50 GB aufnehmen kann. Davon ist beim BDZ-S77 keine Rede, er kann wahrscheinlich mit den zweischichtigen Scheiben nichts anfangen. So droht auch innerhalb des scheinbar geschlossenen Blu-ray-Lagers (siehe Meldung vom 19. 2. 2002) ein neuer Systemstreit. In dem der Hersteller meistens die besseren Karten hat, der auf dem Markt Fakten schafft. Was Sony hiermit tut.
Und, lieber Nico: Die Blu-ray-Disc ist ganz und gar nicht das "Nachfolgeformat der DVD" (Heise Newsticker), sondern allenfalls die Ergänzung dieses Standards für HD-Material. (10. 3. 2003)
Sony BDZ-S77: Der erste Blu-ray-Disc-Recorder kommt am 10. April in Japan in den Handel; ein Marktstart für USA wird wohl frühestens nächstes Jahr passieren, in Europa sowieso nicht so bald.

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LCoS: das Comeback des Jahres. Spätestens, seit Sony seine SXRD-Technologie angekündigt hat, muss klar sein: LCoS ist wieder da. Die spiegelnden Mini-LCDs galten jahrelang als Hoffnungsträger für hochauflösende, preiswerte Bilder, egal ob in Front- oder Rückprojektion – bevor sie zur Lachnummer der Branche wurden. In diesem Jahr könnte diese Hoffnung doch noch in Erfüllung gehen. Lesen Sie daher das LCoS-Spezial mit dem aktuellen Stand zu Sony, Hitachi, Philips, JVC, Elcos und vielen anderen mehr. (10. 3. 2003)

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Neues im Dezember
80 Stunden Musik: Aufnehmen auf DVD-Audio
(20. 12. 2002)
Ätsch! LG.Philips hat den größten LCD-Schirm (5. 12. 2002)

Neues im November
Warte, warte: PAL-progressive dauert nicht mehr lange
(30. 11. 2002)
Der Wow-Projektor: D-ILA im Breitbildformat (29. 11. 2002)
Aldi, Lidl & Co: bald Plasma für 3.000 Euro (20. 11. 2002)
Die Chinesen kommen – auch bei Grundig? (7. 11. 2002)
Riesen-Plasma: Drei Meter sind doch kein Problem (5. 11. 2002)

Neues im Oktober
HDTV-FAQ: Fragen und Antworten jetzt online
(24. 10. 2002)
Windows auf dem Fernseher: die neue High-Mat (23. 10. 2002)
JVC-Camcorder: HDTV zum Selberdrehen
(12. 10. 2002)
Kopfüber: Dolby geht an die Decke
(11. 10. 2002)
Mutig: Pioneer bringt den Sound-Projektor
(9. 10. 2002)
Fleißig: Das DVD-Forum und neue Standards
(6. 10. 2002)

Neues im September
DLP@Photokina: Luxor, Kontrast – und Action!
(30. 9. 2002)
Sony-Neuheiten: Alles nur Theatre
(22. 9. 2002)

DLP-Projektoren: Die Hoch-Kontraster kommen (21. 9. 2002)

Neues im August
Zurück zu 4:3 mit dem Sharp XV-Z90
(28. 8. 2002)

Kleine Verspätung: Fast mit eigenen TV-Server (26. 8. 2002)
Die Zukunft ist sicher: Toshiba MT-8 (23. 8. 2002)
Noch'n Digitalanschluss: Pioneer fährt Seriellen Bus (20. 8. 2002)
Sony VPL-HS10: breit, hochauflösend, günstig (7. 8. 2002)
Firewire kommt doch – und HDMI, D1/D2, Digilink ... (5. 8. 2002)

Nachrichten-Archiv: Meldungen von 2002 (Januar bis Dezember 2002)


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Nachrichten-Archiv: Meldungen von 2000 (Januar bis Dezember 2000)

Nachrichten-Archiv: Meldungen von 1999 (August bis Dezember 1999)

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