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Ulrich v. Löhneysen, Journalist
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Superbowl in HDTV: tolles Spiel, tolle Bilder
Was aus dem Reliant-Stadium via CBS-Sendezentrum und Pan-American-Satellite zum Digital Playout Center in München gelangte, war nicht das HDTV-Programm, was die US-Zuschauer über CBS zu sehen bekamen. Sondern der rohe, unbearbeitete HD-Feed: Standbilder in den Werbepausen, gelegentliche Aussetzer und die reine Stadion-Atmo, also Ton ohne Sprecher. Das ist genau das richtige Signal für Broadcaster, die daraus ein eigenes HDTV-Programm machen, mit eigener Werbung, eigenem Kommentar und so weiter (etwa in Japan oder Korea). Darauf war Premiere aber nicht vorbereitet, das gab es nur für Standard-Auflösung für die normale Übertragung im Sport1-Kanal. Den Ton einschließlich des deutschen Sprechers legten die Techniker in Berlin daher auf die Frontkanäle, die mit dem HD-Feed gelieferte Atmo auf die Surround-Lautsprecher im Kino. Beide Kanäle waren freilich nicht ganz synchron. Der Wirkung der Bilder tat das keinen Abbruch. In der Totalen hatte man das Gefühl, die Zahl der Zuschauer nachzählen zu können. Über die 120 Yards des Spielfeldes war jeder Raumgewinn zu erkennen. Selbst Zeitlupen sahen prächtig aus. Dass die Handkameras vom Feld mit niedrigerer Auflösung auskommen mussten, war auch zu nicht zu verheimlichen. Und dabei ließ der von Sony verwendete Projektor noch Raum nach oben. Im Kino stand der bereits vier Jahre alte VPD-LE100 (siehe Meldung vom 29. 2. 2000), dessen SXGA-DLP-Chips das 16:9-Bild mit 1.280 mal 720 Pixeln auf die Kinoleinwand warfen. An Geräten mit voller HD-Auflösung wird bei Sony bekanntlich noch gearbeitet (siehe 12. 12. 2003).
Wie einfach HDTV heute ist, muss auch einmal gesagt werden: Innerhalb vom fünf Minuten, Sat-Schüssel vorausgesetzt, hat man HDTV zu Hause: Panasonic PT-AE500 ausgepackt, Zinwell ZDX-410 daneben gestellt, YUV-Kabel angeschlossen, und los geht es. Auf Programmplatz zwei des Zinwell ist Euro1080 voreingestellt. Schade nur, dass es immer noch keinen Receiver gibt, der schon für verschlüsselte HD-Programme gerüstet ist (von Zinwell wird es den ZDX-410HDIR geben, mit Irdeto an Bord, so dass Euro1080 auch nach der Codierung nächstes Jahr empfangbar ist). Mehr Events dieser Art würden folgen, hieß es auf der Pressekonferenz. Fußball-Fans sollten sich schon mal den 26. Mai vormerken, das Champions-League-Finale in Gelsenkirchen (richtiger Fußball, kein Raufen und Balltragen). Nicht bei Premiere, übrigens, sondern bei dem einen oder anderen Sender aber auf jeden Fall über Astra. Premiere wird wohl dieses Jahr nicht mehr mit einem HDTV-Regelbetrieb starten, sondern erst 2005. zurück zur Startseite (Neues) |