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DVD-Recorder und Bilder dazu (auf der IFA 1999)
CES 2001 in Las Vegas (2)
D-Theater: HD-VHS fürs Kino zu Hause
Noch ist es nur ein Versprechen: HDTV auf Kassette zum Kaufen, geeignet fürs Kino zu Huase und noch nicht einmal besonders teuer. JVC will das als D-Theater möglich machen. Und es sieht gut aus.
Bild: D-Theater von JVC (weiter unten).
Die wahrscheinlich beste Vorführung auf der CES 2001 war bei JVC zu besichtigen: Im so genannten D-Theater führten die Japaner eine Kombination vor, die Kino zu Hause in eine neue Dimension hebt: HDTV auf einer D-VHS-Kassette, angeschlossen an einen hauseigenen D-ILA-Projektor und einen brandneuen THX-Receiver eigener Fertigung. Das ist echtes Kino zu Hause und - bis auf den Projektor - noch nicht einmal extrem teuer.
Das ganze Projekt steht und fällt natürlich mit der Frage: Wird es High-Definition-Filme auf D-VHS geben? JVC sagt ja, ab Mitte des Jahres 2001. Ankündigen kann man bekanntlich vieles, aber was zeigt, dass das mehr sind als leere Versprechungen, ist die Tatsache, dass JVC auf der CES ziemlich neue Filme von 20th Century Fox, New Line Cinema und Universal Studios vorführen konnte (unter anderem aus "Dr. Suess How The Grinch Stole Christmas"). Und an perfekte HDTV-Abtastungen kommt man nicht mal so nebenbei, das haben andere auch schon versucht. Das verleiht den Aussagen, dass die Filmindustrie D-VHS unterstützen wolle, ganz anderes Gewicht. Allerdings: Die Studios werden wohl kaum Geld selbst in die Hand nehmen, um diese Kassetten zu produzieren, wo sie auch gar nicht die Vertriebskanäle für so spezielle Software haben. JVC wird das schon selbst machen müssen. Und dazu scheint man entschlossen: Selbst der Preis dafür soll schon feststehen: rund 25 Dollar, also nur wenig über normalen VHS-Kaufkassetten für aktuelle Spielfilme. Nicht ganz ernst nehmen muss man aber wahrscheinlich die Aussage, die Filme könnten schon bald bei Blockbuster ausgeliehen werden - begeisterte Mitarbeiter schießen halt manchmal übers Ziel hinaus.
Andere Firmen sind noch skeptisch, ob das klappt. Panasonic etwa, wo es schon letztes Jahr einen D-VHS-Recorder für HDTV-Aufzeichnungen zu kaufen gab, sieht keinen Markt dafür. Bei JVC argumentiert man aber anders herum: Das Angebot von HDTV auf Kassette würde die HDTV-Fernseher in USA endlich so attraktiv machen, wie sie technisch schon sind - aber halt aufgrund eher zurückhaltender TV-Ausstrahlungen, zumal außerhalb der Ballungsräume, nicht sind. Aktuelle Kinofilme auf D-VHS könnten dagegen die Nachfrage nach HDTV-Geräten beleben und damit dem Markt schaffen. Daneben sei es auch vorstellbar, dass Mini-Kinos mit HDTV-Technik an allen möglichen öffentlichen Orten eingerichtet würden, von Hotels bis hin zu Shopping Malls. Erste Initiativen in dieser Richtung gibt es bereits. Dank der Datenrate von D-VHS, die mit 22 Mbit/s noch höher liegt als bei HDTV-Ausstrahlung im US-Standard ATSC (maximal 19 Mbit/s) soll die Qualität der Kassetten sogar noch besser sein. Abgesehen davon, dass die meisten Sender über Satellit die maximale Datenrate gar nicht nutzen.
Der Rest des D-Theaters ist einigermaßen bekannt, von den diversen D-ILA-Geräten (siehe auch mein Spezial zu diesem Thema) bis hin zum THX-Receiver RX-DP10V für 6.1-EX, der wohl nur deswegen gebaut wird, damit JVC die gesamte Elektronik aus einer Hand liefern kann. Eine Besonderheit ist freilich die DVI-Schnittstelle (siehe weiteren CES-Report), die für D-VHS genauso wie für den D-ILA-Rückprojektor mit dem schönen Namen D'Aliah vorgesehen ist. Dieses Gerät, erstmalig auf der IFA 1999 zu sehen, soll jetzt endlich ausgeliefert werden. Der D-VHS-Recorder kommt im Sommer, heißt es, er soll rund 2.000 Dollar kosten. Wenn man bedenkt, was ein guter Linedoubler kostet, der nur einen Bruchteil der HDTV-Qualität liefert, ein wahres Schnäppchen. Ob die Kassetten auch auf anderen D-VHS-Recordern abspielbar sind, ist unklar - auf deutschen Modellen auf jeden Fall nicht, schon mangels Ausgang. Aber jeder Projektor mit DVI-Schnittstelle sollte das Signal wiedergeben können. Aber das muss man in der Praxis noch sehen.
Recorder und Kassetten sollten auf jeden Fall problemlos auch ihren Weg nach Europa finden können. Dass deutscher Ton drauf ist, darf man nicht erwarten, aber wahrscheinlich neben Englisch auch Spanisch und Französisch. Über die Wide-YUV-Buchse sollten sich dann auch Geräte wie der Sony VPL-VW10 anschließen lassen; ein VGA-Ausgang am D-VHS-Recorder erscheint eher unwahrscheinlich, sagt man bei JVC. Wer sich also Recorder und Kassetten aus USA besorgt, kann dann auch hierzulande HDTV genießen. Und es ist wirklich besser als alles andere.
Da werde ich wohl unerwarteterweise noch zum VHS-Fan umschulen müssen.
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Bild: Der D-VHS-Recorder für HDTV mit DVI-Schnittstelle.
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Der JVC HM-DH30000: Ein D-VHS-Recorder in Japan-Version, tauglich für HDTV, lieferte das Bildmaterial für den Projektor-Prototyp DLA-M5000, der in einer Kabine versteckt wurde. Der Recorder soll rund 2.000 Dollar kosten. |
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