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CES 2001 in Las Vegas (3)

DLP-Projektor in 16:9 und weitere Neuheiten

Darauf haben die Liebhaber gewartet: Der erste Projektor mit echtem Breitbild-Chip im DLP-Prinzip kommt von Sharp - aber erst in der zweiten Jahreshälfte und zum saftigen Preis. Yamaha macht DLP etwas billiger und InFocus richtig verbraucherfreundlich.

Bilder: XV-Z9000 von Sharp, DPX-1 von Yamaha und Home-Projektor von Infocus.

Die Kombination hat es in sich: DLP und 16:9. Bisher waren alle DLP-Projektoren mit 4:3-Panels ausgerüstet, was dazu führt, dass bei Wiedergabe von anamorphen DVDs ein Teil der Bildfläche ungenutzt bleibt - und damit auch die Schärfe und die Helligkeit in den Keller gehen. Speziell seit Sony mit dem VPL-VW10 gezeigt hat, welche Vorteile 16:9 im Projektor hat, wurde der Ruf nach Breitbild in DLP immer lauter. Denn mit DLP lässt sich ein besseres Filmbild hinkriegen, mit satterem Schwarz als bei LCD und ohne störende Pixelstruktur. Seit einigen Monaten baut DLP-Erfinder Texas Instruments solche Panels mit 1.280 mal 720 Bildpunkten, aber bisher waren sie nur in Rückprojektoren von Panasonic, Hitachi und Mitsubishi zu sehen (leider nur für den US-Markt). Auf der CES war jetzt zu hören und zu sehen, mit welchem Partner Texas Instruments einen 16:9-Frontprojektor bauen will: ausgerechnet mit Sharp, einem der führenden Hersteller der LCD-Technologie.
Das Gerät bei Sharp wird XV-Z9000 heißen und irgendwann in der zweiten Jahreshälfte zu haben sein, sagt man bei Sharp. Auf dem CES-Messestand funktionierte er bereits, hoch oben an der Decke hängend; ein Muster gab es auch auf dem Texas-Instruments-Stand zu sehen. Auf gewisses Unverständnis stieß aber die Preisgestaltung von Sharp: Zwischen 15.000 und 20.000 Dollar soll er kosten, das wären möglicherweise fast 50.000 Mark - da hat man wohl den Runco-Dreichip-Projektor als Maßstab genommen. Der Sharp dagegen hat nur einen DLP-Chip. Dank kräftiger Lampe soll er aber deutlich über 2.000 Ansi-Lumen leisten.
Ein Nachteil der Einchip-DLPs gehört nun bald der Vergangenheit an, nämlich der so genannte Regenbogen-Effekt, das Farbblitzen, das durch die Darstellung der Farben nacheinander verursacht wird. Empfindliche Augen (meine inklusive) stören sich daran. Die neueste Generation der DLP-Engines, und die des Sharp gehört natürlich dazu, arbeiten nun mit vier-, teilweise sechsfacher Umdrehungsgeschwindigkeit des Farbrades. Damit verschwinden, das konnte man klar erkennen, die Farbblitzer völlig. Das wird aber keine Spezialität der 16:9-Geräte bleiben, auch andere Hersteller wollen umstellen.
Yamaha zeigte ebenfalls auf dem TI-Stand und natürlich in der eigenen "Booth" seinen bereits kürzlich angekündigten DLP-Projektor. Er hat leider zwar weder 16:9-Panel noch entsprechende Optik (das zur Meldung vom 17. 11. 2000), macht aber trotzdem einen recht guten Eindruck. Entwicklungspartner war, so hört man von anderer Seite, die Firma Plus, wo sich in Japan der DLP-Knowhow zu konzentrieren scheint, denn die meisten Hersteller bedienen sich dort. Mit vorhandenen Geräten hat der neue Yamaha DPX-1 aber nichts gemeinsam, es ist ein waschechter Wohnzimmer-Projektor geworden, leise, farbecht und elegant. Er arbeitet mit dem normalen XGA-Panel (1.024 mal 768 Pixel), hat einen niedrig drehenden Kompressor statt eines Lüfters (33 dB sind angegeben) und soll rund 10.000 Dollar kosten - ab Sommer ebenfalls.
Bei InFocus
geht ebenfalls eine spezielle Heimkino-Serie ihrer Fertigstellung entgegen, die so geheim ist, dass man sie nicht einmal fotografieren durfte - sie war ohnehin nur in einem Hotelzimmer zu sehen. Vorläufig gibt es also nur einen Prospekt und das lebende, aber noch nicht serienreife Objekt von der CES. Das Gerät soll, so der Hersteller, eine ganz eigenständige Konstruktion sein, ebenfalls leise (unter 33 dB) und mit Dreisegmente-Farbrad, wodurch es etwas Lichtstärke verliert, aber Farbtreue gewinnt. Trotzdem soll der Projektor mehr als 1.500 Ansi-Lumen leisten, weil man, so ein Manager, von der Verdunkelungs-Diskussion wegkommen will - naja. Vier- bis sechsfache Farbrad-Geschwindigkeit auch hier. Die Videoverarbeitung kommt von Faroudja, soviel für Kenner. Eine Besonderheit ist das abnehmbare Dock, das man schon von der Marke ASK-Proxima her kennt. Daran sind alle Anschlüsse, zum Projektor führt dann nur ein einziges Digitalkabel, das bis zu 30 Meter lang sein darf. Das ist fürs Kino zu Hause ein extrem praktische Lösung. Die SVGA-Version wird 3.000 Dollar kosten, die XGA-Ausführung rund 5.000 Dollar. Liefertermin irgendwann zwischen Sommer und Weihnachten.
Amerika, sagt man mir, ist kein Projektorenland; in Europa bestünden dort bessere Marktchancen. Amis wollen vor allem Rückprojektoren in ihren riesigen Wohnzimmern.

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Bilder: Neue DLP-Projektoren auf der CES 2001 in Las Vegas.

  Sharp XV-Z9000: Der erste echte 16:9-Projektor in DLP-Technik wird ausgerechnet vom LCD-Spezialisten kommen. Bestechendes Bild in der Präsentation, schmerzhaft der Preis.

  Yamaha DPX-1: Der erste Projektor vom HiFi-Spezialisten ist elegant, leise und mit allen Anschlüssen ausgestattet. Lichtleistung bei rund 1.000 Ansi-Lumen.

  Home-Cinema von InFocus: Die separate Docking Station mit allen Anschlüssen (unten im Bild) digitalisiert das Videosignal und schickt es verlustfrei zum Projektor, der bis zu 30 Meter entfernt stehen darf. Wohnzimmer-Optimierung auch hier, und Verbraucher-Optimierung beim Preis: 3.000 und 5.000 Dollar für SVGA- und XGA-Version (Bild aus dem Prospekt, daher bescheiden in der Qualität).

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