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Die Internet-Seiten von Ulrich v. Löhneysen, Journalist |
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Täglich Neues von der Funkausstellung IFA-News vom Tage
Pressekonferenzen, Hintergrundgespräche und neue Produkte von der Funkausstellung: Donnerstag, 26. August 1999
Am Donnerstag Morgen um neun Uhr beginnen die Pressekonferenzen, die sich im Stundentakt ablösen. bringt das Kino nach Hause mit DVD, D-VHS, Plasma-Fernsehern, Rückprojektoren, Dolby-Digital-Receivern und, hey, jetzt können Sie mit Ihrem Fernseher reden! In der traditionell ersten Pressekonferenz, Donnerstag Morgen um neun Uhr, hatte die Scenium-Reihe Premiere. Unter diesem Label werden angeboten:
ist es verständlicherweise besonders wichtig, schon vor Beginn der IFA klarzustellen, dass die Firma nicht vom Zusammenbruch des gleichnamigen Chaebol, des Firmenkonglomerats, betroffen ist. Daewoo Electronics wurde von der amerikanischen Investmentfirma Walid Alomar and Associates mit Sitz in Beverley Hills übernommen. Highlight in der Palette ist ohne Zweifel der TMA-Projektor, ein System, das Daewoo in Zusammenarbeit mit der US-Firma Aura entwickelt hat. Der erste Projektor ist jetzt fertig. TMA steht für Thin-film Micromirror Array-actuated, also eine Mikrospiegeltechnik ähnlich dem DLP-Prinzip von Texas Instruments. Der Schichtaufbau ist aber ganz anders, nämlich mit Filmbeschichtung wie bei LCDs. Der TMA-Projektor bringt echte XGA-Auflösung (1.024 x 786 Pixel) und satte 5.000 Ansi-Lumen. Dafür ist aber auch eine gewaltige 1.000-Watt-Xenon-Lampe nötig. Weitere interessante Produkte bei Daewoo (IFA H 10.2) sind der Plasma-Schirm Summus, der die Konkurrenz klar unterbieten soll, wenn er in den nächsten Monaten auf den Markt kommt. Neu ist auch der DVD-Spieler DQD-2000 mit eingebautem Digital-Decoder.
Grundig macht selber Internet und möchte, "dass unsere Kunden keine Angst vor Grundig-Geräten haben", sagt Firmen-Chef Herbert Bruch. Was er meint, zeigt ein neuer Fernseher: Im Fine Arts Vision steckt der DVD-Spieler gleich mit drin; das heißt, mit einer Fernbedienung und ganz ohne Kabelei lässt sich die Filmscheibe genießen. Wer will, kann in seinen Grundig-Fernsehern auch die Settop-Box für digitales Fernsehen gleich mit einbauen lassen. Allerdings: Die D-Box ersetzt das nicht, denn der Einschub entspricht nicht demKirch-Standard. Zu sehen sind damit die freie digitalen Sender. Passend zum Fine Arts Vision gibt es das System Fine Arts Audion, das weitgehend ohne Kabel auskommen soll drahtlos kommuniziert der CD-Player mit den Boxen, drahtlos erhalten die Surround-Lautsprecher ihre Signale. Wenn man die überhapt noch bracht: In allen Grundig-Fernsehern wird ab sofort Virtual Surround eingebaut, die freilich "nur für Singles" den Surround bringt, wie Kollege KG Haas in Focus meinte. Daneben eröffnen die Franken einen neuen Internet-Dienst, Events Today ganannt, in dem der Surfer vor dem Fernsehgerät interessante Ereignisse aus Europa finden soll. Was das mit der Produktion von Fernseher zu tun hat, blieb aber irgendwie offen. Interessant am Rande: Grundig-Chef Bruch sieht seine Marke als Nummer eins im deutschen Markt; bei Thomson am Vortag rangierte die Marke noch auf Platz fünf. Sharp ist als die Firma bekannt, die bei LCDs führend ist. Um so überraschender, dass Sharp bei Projektoren nun auch DLP einsetzt, die Mikrospiegel-Technologie von Texas Instruments. Das Gerät heißt Notevision 7 und ähnelt recht stark dem Plus U2-1080: XGA-Auflösung, rund zwei Kilogramm Gewicht, zehn Zentimeter Bauhöhe und die Grundfläche einer A4-Seite. Der Rest ist bekannt: ein Projektor für das Heimkino, einen Einbit-Verstärker, LCD-Fernseher, MPEG-4-Camcorder, Minidisc- und DVD-Player. Weiterhin nur Prototypen sind die Projektoren und Rückprojektoren in CGS-Technik, die auch für hochauflösendes Fernsehen geeignet sind. Auch noch nicht serienreif die Flachdisplays in PALC-Technik, also in Plasma-gesteuerten LCDs . In dieser Technik sieht Sharp die Bildschirm-Technologie der Zukunft für 25 bis 50 Zoll, denn ab 2005 will die Firma keine Bildröhren mehr produzieren.Unter 25 Zoll sieht Sharp LCDs als ideal an, im Bereich von mehr als 50 Zoll sollen LCD-Projektoren übernehmen. Sony hatte am Freitag Morgen keinen guten Auftritt. Überraschend war der Firma der Deutschland-Geschäftsführer abhanden gekommen: Karl Pohler kündigte, um Europachef bei Computer 2000 zu werden. Es war aber wohl nicht nur der bessere Job, sondern auch die Reibereien mit Sony Europa, die ihn zum Wechsel veranlassten. Eine kleinen Kostprobe davon bekamen auch die Journalisten mit: Es ging plötzlich das Gerücht um, Sony-Boss Noboyuki Idei würde am Nachmittag zu einer Pressekonferenz über Super-Audio-CD kommen, und zwar irgendwo in einem Hotel außerhalb des Messegeländes die Veranstaltung wurde bestätigt, doch etwas genauers konnte niemand sagen. Fast alle Journalisten, mit denen ich gesprochen habe, beschlossen jedenfalls, dort nicht hinzugehen. Otto Zich, der Europachef, konnte trotz des putzigen Roboterhundes Aibo wenig Begeisterung wecken. Etwas mehr Spaß machte Management Director Leo Bonengl, der immerhin einige konkrete Dinge vorzuweisen hatte: Zum Beispiel einen DVD-Player, in den man ein halbes Jahr keine Scheibe einzulegen braucht, selbst wenn man jeden Abend einen Film sieht, weil er 200 Scheiben automatisch wechselt (etwas üppig für das aktuelle Softwareangebot, aber wir hoffen). Ein weiteres neues Produkt ist der KP-41PZ1D, der erste 16:9-Röhren-Rückprojektor von Sony; die LCD-Rückpros wurden leicht renoviert und sollen jetzt dank geschlossenem Kühlkreislauf unempfindlich auf Staub sein. Elegant auch Bonengls Antwort auf die Frage nach Plasmatron, dem Plasma-gesteuerten LCD-Schirm, den Sony zusammen mit Sharp und Philips entwickelt: "Wir sind weiter sehr nah dran", sagte er. Das ist Sony jetzt schon seit vier Jahren. Loewe als frischgebackene Börsen-Company strotzt vor Selb stbewußtsein: Kronach erobert die Welt. Und zwar mit wirklich innovativen Produkten und Ideen, etwa einem Plasmafernseher mit Flachlautsprechern. Mit Fernsehern, die die Settop-Box gleich eingebaut haben und auch sonst mit allem Schönen dieser AV-Welt nachrüstbar sind, Dolby Digital zum Beispiel. Aber das neue Media-Plus-Chassis ist auch für Progressive Scan ausgelegt, allerdings wird das nur auf dem US-Markt angeboten, wo man mit Geräten fürs Digitalfernsehen präsent ist. Noch eine interessante Nachricht: Loewe entwiokelt zusammen mit Infineon (der ehemalige Siemens-Halbleiterbereich), mit dem Berliner Heinrich-Hertz-Institut und mit Carl Zeiss Jena einen Chip, der alle Elektronik für die Ansteuerung von Breitbildprojektoren vereint. Gedacht ist dabei an Gerät auf DLP- oder Spiegel-LCD-Basis, die bei Loewe dann als Rückprojektions-Fernseher gebaut würden. Damit würden wesentlich preisgünstigere Großbildsysteme möglich. Auch das aktuelle Produktprogramm ist recht propper, wobei als erste Modellreihe mit dem neuen Chassis die Aconda-Reihe erscheint. Das vernetzte Haus fasziniert die Kronacher ebenfalls: Hier kann man nun mit dem Fernseher telefonieren, denn wenn das Telefon klingelt, wird automatisch der TV-Ton leiser. "Tevau mietz Multimedia", nannte das und ander interaktive Gags Vorstandschef Rainer Hecker. Die Flachlautsprecher schließlich entwickelt Loewe zusammen mit Harman Industries, auf Basis der britischen NXT-Technologie zwar, aber mit vielen eigenen Ideen. So können die Panels von Harman im Loewe-Plasmafernseher Frequenzen bis hinab zu 20 Hertz wiedergeben - ein klobiger Subwoofer wird gänzlich überflüssig. Ab Samstag zu hören auf dem Loewe-Stand. Thomson widmete seine internationale Pressekonferenz am Freitag Nachmittag fasf ganz dem Thema TAK. Das ist ein zusammen mit Microsoft entwickeltes System für die Programmbegleitung. Hier können Zusatzinformationen abgerufen werden, können Werbeangebote abgerufen werden, und was die interaktive Zukunft noch alles bringen soll. Der am Vortag angekündigte DVD-Recorder war auch da, aber DOD (Digital Optical Disc) genannt. Elegant umschifft wurde die Frage nach der DVD-Kompatibilität dieses von NEC entwickelten Systems. Tatsache ist, dass die mit diesem Gerät aufgenommenen Scheiben in keinen anderen Player laufen. Während das Original, die ab September in Japan verkaufte Giga-Station, keine DVD-Videos wiedergaben kann, will das Thomson-Management dieses Feature unbedingt. Frage ist nur, ob NEC das rechtzeitig bis nächstes Frühjahr hinkriegt. Philips erfindet die Branche neu: mit dem DVD-video-kompatiblen Recorder, mit LCD-Fernsehern und D-Boxen mit Festplatte; dazu zwei eigene Seiten. Wer will einen DVD-Spieler für 300 Mark? Da stolpere ich beim Rundgang durch die Hallen doch über eine kleine Agentur aus Hongkong, die Käufern elektronischer Produkte an Hersteller in Asien vermittelt. Ich kannte bisher einen anderen Dienst dieser Art, mit dessen Hilfe auch die Übersicht DVD-Spieler aus China (siehe Hintergrund) zusammengestellt worden war. Wir sprachen auch über Preise, und der Mann glaubt wohl, dass ich Einkäufer für wen auch immer sei. Ab Oktober, sagt er, kann man DVD-Spieler aus "mainland China", wie die Volkrepublik in Asien heißt, für 120 Dollar kriegen. Bisher, wie ich im DVD-Magazin geschrieben habe (siehe Rubrik Hintergrund), waren die billigsten Geräte für rund 150 Dollar zu haben. Und außerdem: Die neue Produktion ist durchgängig DTS-tauglich. Wie viele ich denn bräuchte?100 Stück müsste man schon abnehmen. Das übersteigt nun meinen persönlichen Bedarf doch ein wenig, aber einen DTS-tauglichen Player würde ich schon gern mein Eigen nennen. Also müsste ich noch 99 Andere finden, die mitmachen. Schließlich kauft man die Kartoffeln am besten direkt beim Bauern, und die Anzüge sind direkt in der Boss-Fabrik in Metzingen am billigsten. Für den Kauf direkt beim Erzeuger von DVD-Spielernwären einzukalkulieren: Zoll und Mehrwertsteuer, Transport und Versand, vielleicht auch ein Vorab-Check im AV-Top-Meßlabor von Walter Schild. Trotzdem sollten die Geräte für rund 300 Mark beim Käufer ankommen. Macht jemand mit? Oder ist das eine blöde Idee? Ich bitte um Rückmeldung. Schließlich sind doch alle Leute der Meinung, dass das Internet sehr vieles verändern wird, warum also nicht auch die Art, wie wir DVD-Player kaufen? Samsung ist auch so eine Firma, von der ich öfters denke: Bei diesem Potential müssten sie doch eine größere Rolle in Deutschland spielen. Und dann hört man ab und zu mal von tollen Zuwächsen und Innovationen, vom Ausbau der Marke und Stärkung der Vertriebsstrukur. Dann hört man wieder eine Zeitlang nichts, dann kommt ein neues Management und es geht wieder von vorne los mir Zuwächsen ... In der Zeit, in der man nichts hörte, brachen die Marktanteile zusammen, denn nur dann kann das neue Management wieder Erfolge melden. Das ist nicht nur bei Samsung so, aber es fiel mir heute bei der Pressekonferenz ein. Ich war schon zweimal bei Samsung in Seoul und deswegenerstaunt es micht jedesmal wieder, wie wenig Bedeutung die Firma bei uns hatMan muss zum Beispiel schon audiovisions-Leser sein, um zu wissen, dass die neuen DVD-Player von Thomson bei Samsung gebaut werden. Die Produkte, die auf der Pressekonferenz am Samstag vorgestellt wurden, war auch nur bedingt begeisternd. Bei den DVD-Spielern ist der eingebaute Normwandler eine Besonderheit sie machen aus NTSC-Discs echtes PAL mit 50 Hertz. Bei Fernseher ist nur ein ebener 29-Zöller auffällig geworden, aber leider nur im untauglichen 4:3-Format. Das einzig gültige Breitbild haben dagegen die Plasma-Monitore, die am Stand in Halle 3.2 zu sehen sind. Dank einer Eigenentwicklung von Samsung, mit der die Anzahl der notwendiger Treiber drastisch reduziert werden konnte, sollen die Flachschirme wesentlich günstiger als bei der Konkurrenz werden. Doch noch sind keine Preise bekannt. NXT heißt die Company, die bei der Entwicklung flacher Lautsprecher führend ist. Auf einer Pressekonferenz am Samstag wurde erstmals der Öffentlichkeit die SoundVu-Technologie vorgeführt: Da sind die Lautsprecher nicht nur flach, sondern auch durchsichtig. Damit kann man also den Sound direkt von einer Bildschirmoberfläche kommen lassen. Gezeigt wurde ein Plasma-Bildschirm, der sein eigener Speaker war schon unglaublich. Allerdings: Auch die SoundVu-Panels können keine Bässe, ein spezhieller Subwoofer müsste dann immer noch sein. Leicht enttäuscht waren die Herrschften, dass SoundVu mir schon bekannt war (audiovision-Leser kennen es seitAusgabe 4/99). Das größte und lautsrärkste NXT-Panel aller Zeiten, allerdings nicht transparent, sondern als Projektionsschirm, steht übrigens auf dem Elac-Stand. Panasonic möchte gerne als die DVD-Firma schlechthin gesehen werden. Daher spielt die Scheibe die Hauprolle auf der Pressekonferenz am Samstag. DVD-Audio war das Wichtigte, auch ein DVD-Recorder käme "sehr bald" Weil das neugierig macht, hier die Strategie von Panasonic für die beschreibbare DVD: Im Sommer nächsten Jahres wird der Videorecorder auf DVD-RAM-Basis offiziell eingeführt, mit 4,7 GB Speicherkapazität, variabler Bitrate bei MPEG-2-Codierung und einer Spielzeit von rund vier Stunden bei mittlerer Qualität. Weil die damit bespielten Scheiben aber in keinem heutigen DVD-Spieler laufen (nur in den neuesten DVD-ROM-Laufwerken von Panasonic), stellt der Konzern zu diesem Zeitpunkt alle DVD-Laufewerke auf RAM-Kompatibiltät um. "Die ganze Familie wird miteinander kompatibel sein", sagte mir Sakon Nagasaki, Vorstandsmitglied und einer der Männer hinter der DVD-Entwicklung bei Panasonic. Bisher galt die RAM-Kompatibilität als zu teuer, doch das scheint nicht mehr der Fall zu sein, denn die Stückzahlen bei Panasonic sind beachtlich. Das Hauptthema DVD-Audio dagegen war nichts richtig Neues: Die Geräte von Panasonic und Technics sind soweit bekannt, sie werden 2.000 Mark (Panasonic DVD-A7) beziehungsweise 2.500 Mark (Technics DVD-A10) kosten. Markteinführung soll im Dezember sein, doch das glauben wir vorsichtshalber nicht. Ich tippe eher auf Februar, weil die Software etwas länger brauchen wird als geplant. Kurz angefragt wurde von einem Kollegen, ob auch in Europa mit einen Progressive-Scan-DVD-Spieler zu rechnen sei. Nein, hieß die Antwort, es gäbe schließlich nicht die entsprechenden Displays dazu. Was nicht ganz stimmt, denn es gibt natürlich viele Projektoren, die mit diesem Signal etwas anfangen könnten und dann würden vielleicht auch manche Datenprojektoren mit mieser Videowandlung ein gutes Bild zeigen. Aber das nur nebenbei. DVD bringt Panasonic auch im Auto: für Car Navigation und für Filme gleichzeitig. Und in Mikroanlagen bei Technics. Der DVD-Camcorder, den man vor zwei Jahren gezeigt hatte, ist aber im hausinternen Museum abgelegt worden - die Idee wird nicht weiterverfolgt. Zur zweiten Seite der IFA-News |