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Die Internet-Seiten von Ulrich v. Löhneysen, Journalist |
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Täglich Neues von der Funkausstellung IFA-News vom Tage (2)
Pressekonferenzen, Hintergrundgespräche und neue Produkte von der Funkausstellung: Zurück zu 26. bis 28. August - JVC zeigt einen D-ILA-Rückprojektor und D-VHS - Canon schon nächstes Jahr mit SED-Flachbildschirmen - LG Electronics macht Plasma 1,5 Meter groß - Graetz kehrt zurück Montag, 30. August 1999 - Pioneer zeigt einen halbkompatiblen DVD-Recorder - Ein paar Vorführungen, die sich lohnen - Yamaha packt drei Formate in einen High-End-Player Dienstag, 31. August 1999 - Onkyo hält in Treue fest zu THX. - Hitachi war der Auslöser der DVD-Recorder-Welle. - Samsung brilliert mit US-HDTV. - Quantum liefert Festplatten für Audio/Video. und später - Akai/SchaubLorenz mit volldigitalem TV-Chassis. - Pioneer-Präsident Ito hofft auf Einigung mit Software-Industrie.
JVC geht eigene Wege. Während alle Welt von der DVD schwärmt, polemisiert die Firma dagegen. Wenn alle Mikrospiegel-Projektoren machen, setzt JVC auf spiegelnde LCDs. Und was für welche. Auf der Funkausstellung hat am JVC-Stand in Halle 7.1 hat ein Hologramm-D-ILA-Rückprojektor Weltpremiere, ein Ding, auf der nicht einmal die Pressemappe eingeht. Hinter dem Ungetüm von Namen steckt eine revolutionäre Technik: Die spiegelnden LCDs, bekannt aus dem D-ILA-Projektor G10 von JVC, arbeiten hier in einer Einchip-Version mit 1.280 mal 3 mal 1.024 Pixeln. Dabei konnten aber die von Einchip-Lösungen bei LCD oder DLP bekannten Probleme vermieden werden, denn das Licht wird per Holografie in die drei Grundfarben getrennt und auf dem Bildschirm wieder zusammengefügt. Damit gibt es keine Lichtverluste wie bei den anderen Verfahren, kein Farbflackern und keine Pixelstruktur im Bild. Das Ergebnis ist ein verblüffend sauberes, extrem detailreiches und helles Bild, das auch nicht die sonst bei Rückpro häufigen Verluste bei seitlicher oder schräger Betrachtung aufweist. Denn das Prinzip verliert so wenig Licht, dass man auf die übertriebene Bündelung in der Frontscheibe verzichten kann. Noch ein Knüller bei JVC: der D-VHS-Recorder. Der HM-DR10000 soll schon im November verfügbar sein und rund 4000 Mark kosten. Dafür hat er dann aber auch einen MPEG-2-Encoder eingebaut, so dass das Gerät alle analogen Quellen digitalisieren und abspeichern kann. Daneben nimmt der Recorder über einen DV-Eingang (i-Link, Firewire, IEEE 1394) Signale von digitalen Camcordern entgegen, die dann in MPEG gewandelt werden. Bei allen Aufnahmen arbeitet JVC mit der üppigen Datenrate von 14,1 Mbit/s (zum Vergleich: bei DVD sind es 3 bis 6 Mbit/s). Die Datenmenge kann man sich leisten, denn eine Kassette fasst 44,4 Gigabyte auf einem Spezialband (DVD 4,7 GB pro Seite). Normale VHS- und S-VHS-Kassetten kann der Recordern natürlich sowohl be- wie abspielen. Leicht deplatziert nur die Anmerkung in der Pressemappe zum Thema DVD, die suggeriert, dass mit der höheren Datenrate auch bessere Qualität verbunden sei. Das ist freilich Unsinn, denn die Aufzeichnung kann niemals besser sein als die Quelle. Und die Quelle ist bei D-VHS analoges Fernsehen oder Video, also wesentlich schlechter als eine DVD. Auf der DVD dagegen wird digitales Ausgangsmaterial aus dem Studio gespeichert, wie man es in den Recorder nicht einspielen kann, auch nicht von einem DV-Camcorder. Daher braucht die DVD gar keine so hohe Datenrate. Mit Farbtrennung über Hologramme arbeitet der D-ILA-Rückprojektor.
Canon, das erfuhr ich am Rande der IFA, wird schon im nächsten Jahr seine eigenen Flachbildschirme auf dem Markt einführen. Das SED-Prinzip - in Japan weiß man nichts von Berliner Vergangenheit - soll Großbildsysteme für die Hälfte der Kosten bei Plasma möglich machen. SED steht dabei für Surface-conducted Emitter Display, eine Verfahren aus der Kategorie FED, also Field Emission Display. Das funktioniert wie bei einer winzigen Bildröhre pro Bildpunkt, also mit Elektronenstrahlung, die Phosphor am Glas zu Leuchten bringt. Normale FEDs arbeiten mit Materialien, die Elektronen abgeben, wenn Spannung anliegt; darüber sorgt dann eine Beschleuniger-Elektrode für die Richtung nach vorne gegen den Phosphor. Bei Canon dagegen wird ein Material eingesetzt, das die Elektronen quasi freiwillig abschleudert, die Beschleunigerschicht kann man sich also sparen. Das macht die Displays sehr einfach im Aufbau und preisgünstig - die Rede ist vom halben Preis im Vergleich zu Plasma. Partner von Canon bei dieser Entwicklung sind neben Glas- und Material-Spezialfirmen JVC und Toshiba. Die ersten Modelle, die im Herbst 2000 erscheinen, werden 42 Zoll Diagonale haben. LG Electronics zeigt auf der Funkausstellung den weltgrößten Plasma-Schirm, einen 60-Zöller (1,5 Meter Diagonale). Sehr beeindruckend, denn Bilder dieser Größe hatten bisher meistens herbe Mängel, etwa Einschränkungen des Blickwinkels und Flimmern wie bei Rückprojektoren oder den Mangel an Leuchtkraft bei normalen Projektoren. Der riesige LG-Schirm dagegen leuchtet brillant, und auch bei seitlicher Betrachtung bleibt das Bild hervorragend. Einzig das Plasma-typische Rauschen stört. Und es ist nicht einmal ein reiner Prototyp: Nächstes Jahr geht er in Serie. Legt schon mal den einen oder anderen Dollar beiseite, 30.000 wird man wohl brauchen. LG Electronics hat den größten Plasma-Schirm der Welt: 1,5 Meter Diagonale
Graetz ist allenfalls den Veteranen des TV-Geschäfts noch präsent doch auf der IFA wieder zu bestaunen, wenn auch nur ganz versteckt im Übergang zwischen ICC und den Haupthallen. Neben einigen bunten TV-Geräten und propperen Breitbildfernsehern steht sogar ein Plasma-Schirm. Nächstes Jahr soll er in Serie gehen und als Besonderheit die drahtlose Verbindung zur Zentraleinheit mit Anschlüssen und Tuner haben. Der Schirm an der Wand braucht dann nur noch eine Steckdose. Hersteller ist wie bei den Fernsehern die Firma Continental Edison in Creutzwald/Frankreich, ein ehemaliges Grundig-Werk. Der Name Graetz gehörte ursprünglich zur ITT/Schaub-Lorenz-, später Nokia-Gruppe, ging dann aber an RFT über und landete auf verschlungenen Wegen über Indonesien nun bei Continental Edison beziehungsweise ihrem deutschen Importeur. Pioneer bringt den halbkompatiblen DVD-Recorder im DVD-RW-Format, das ich weiter unten erkläre. Die Maschine soll DV-H1000 heißen und schon Ende dieses Jahres auf den Markt kommen, allerdings vorerst nur in Japan. Die Journalisten wurde teilweise richtig laut, weil nicht einmal der Pioneer-Entwicklungschef Tadahiro Yamaguchi in der Lage war zu erklären, wie nun um die Kompatibilität mit anderen Player bestellt ist.Man hofft aber, dass andere Firmen so freundlich sind, ihre Geräte zu modifizieren, dass sie die DVD-RW-Scheiben abspielen (zur Erinnerung: Einen DVD-Videorecorder im DVD-RAM-Format zeigt Hitachi, einen DVD+RW-Recorder hat Philips demonstriert, Samsung hat ebenfalls einen DVD-Recorder, Thomson zeigt den DOD-Recorder mit einer DVD-ähnlichen Scheibe). Doch das war nicht das einzige DVD-Thema: Pioneer möchte Marktführer weltweit bei DVD werden, deshalb promoted man auch DVD-Audio: Der DV-828A soll ab Frühjahr 2000 lieferbar sein und rund 3.000 Mark kosten. Wer freilich die komplette neu AX-Serie mit Player, Vor- und Endstufe digital verbunden erstehen will, muß rund 40.000 Mark investieren. Fast genauso wichtig wie DVD ist für Pioneer das Thema Plasma. Auch hier möchte sich die Firma weltweit vorne etablieren. Neu auf der Funkausstellung ist hier der PDP-502MX, ein in Details verbesserter 50-Zoll-Schirm, der den 501 ablöst. Mehr Kontrast, mehr Helligkeit und weniger Kühlluftgeräusch heben ihn vom Vorgänger ab. Der DV-H1000 kann Videobilder so speichern, dass sie auf jedem anderen DVD-Player angesehen werden können. Dann sind die Scheiben aber nicht lösch- und wiederbespielbar
DVD-RW: Pioneer verwirrte das Publikum auf der Pressekonferenz, indem es nicht nur einen, sondern zwei neue Standards für die beschreibbare DVD vorstellte: Nämlich DVD-RW im RTR-Format und DVD-RW im Videoformat. Dabei ist nur das RTR-Format (Real Time Recording) eine wirkliche wiederbeschreibbare DVD, der Video-Mode ist nur einmal beschreibbar. Das Verwirrende dabei ist, dass beide Modi auf dem gleichen Gerät mit den gleichen Scheiben geschrieben werden, denn das physikalische Format ist identisch. Das Problem dabei sind aber die sogenannten Link-Blöcke. Denn ein DVD-Video-Player liest dann die Daten von sich aus im nächstfolgenden Block richtig aus, wenn er keinen Abstand zwischen den Datenblöcken erkennt (daher bei Philips "Lossless Linking"). Ist der Sprung größer, muß dem Player am Ende des Blockes der Befehl mitgeteilt werden, wo er weitermachen soll. Sonst stockt er und verweigert die Wiedergabe. DVD-Besitzer kennen das gelegentlich von den Dual-Layer-Discs, bei denen das Gerät am Layer Break hängen bleibt. Wird das Videomaterial also in einem Stück auf die DVD-RW aufgespielt, kann es jeder heutige DVD-Spieler lesen, denn das Pioneer-System entspricht in allen Punkten der normalen DVD (egal ob ROM oder Video). Wird dagegen gelöscht oder in mehrfachen Anläufen aufgespielt, fehlen die Links am Ende eines Datenstroms, der Player hängt sich auf. Damit gehört die Disc ins RTR-Format, was heißt, dass der Player wissen muss, dass er Löcher einer bestimmten Größe überspringen darf. Um das heutigen Playern beizubringen, genügt eine geringfügige Modifikation der Software. Ob diese nachträglich aufgespielt werden kann, hängt vom jeweiligen Playertyp ab; bei Philips zum Beispiel sollte es möglich sein, bei anderen wahrscheinlich nicht. Insofern ist die Aussage richtig, dass der Pioneer-Recorder im DVD-R-Modus, der etwa auch in Authoring-Studios für die Kontrolle von fertigen DVD-Daten genutzt wird, mit heutigen Playern kompatibel ist; im DVD-RW-Modus dagegen ist dafür eine Modifikation an diesen Geräten nötig. Der DVD-RW-Recorder muss allerdings beim Beginn der Aufnahme auf den gewünschten Modus eingestellt werden, damit das Gerät weiß, wie es das Register auf der DVD anzulegen hat. Wer den RTR-Modus wählt, kann später löschen oder ergänzen, wer den Video-Modus wählt, kann die Scheibe an Freunde mit DVD-Spielern weitergeben. Allerdings: Die Kopie einer DVD ist damit ohnehin unmöglich, weil allenfalls der Film, nicht aber Menüs und Zusatzinformationen kopiert werden können. Pioneer hofft, den DVD-RW-Standard, der aktuell in der 0.9-Version vorliegt, im November auch vom DVD-Forum offiziell zugelassen zu bekommen. Zwei Vorführungen, die sich lohnen: In Halle 9 kann man bei Elac das größte Flat-Panel der Welt hören. Es dient als Leinwand für den Projektor, was insofern genial ist, weil es die Aufstellungsprobleme des Centers beseitigt. Man muss ihn nicht mehr unter die Leinwand stellen, wo er zu nah am Boden ist, nicht hinter die Leinwand, wo er nur gut klingt, wenn die Leinwand perforiert ist. Besonders interessant die von Gesang getragenen Passagen der Vorführung - der Klang löst sich wirklich von der Quelle und scheint im Raum zu schweben. Noch ein Tip: Bei Boston Acoustics (auch H 9) führt Axel Perlwitz zwei Anlagen vor, eine teure und eine sehr preiswerte. Beide klingen sehr interessant, aber zum Glück erinnern die Filme daran, weshalb wir eigentlich das Ganze machen: zum Spaß. Hingehen! Yamaha hat einen Prototyp ins Schaufenster gestellt, der irgendwann im Laufe des nächsten Jahres Realität werden soll: Eine Kombination aus DVD-Video-, DVD-Audio- und Super-Audio-CD-Player. Noch wird an der Entwicklung gearbeitet, weshalb fürs erste wahrscheinlich ein zugekaufter DVD-Audio-Spieler das Firmenprogramm bereichern wird. Bei SA-CD will Yamaha noch warten, bis die Unterstützung der Software-Industrie gesichert erscheint. Der Super-Player von Yamaha (unten) kommt im Laufe des Jahres 2000 - wenn genug Software bereit steht. Darüber ein neuer DVD-Spieler.
Onkyo hält in Treue fest zu THX. Der TX-DS 777 entspricht dem neuen THX-Select-Standard, also dem für etwas einfachere Geräte (THX Ultra steht jetzt für die ursrpüngliche THX-Norm). Viele andere Firmen haben sich aus diesem Sektor zurückgezogen. Aber Onkyo hat eine eigene Entwicklungsabteilung in den USA, und die dort beschäftigten Amerikaner sind große Freunde der Luxasfilm-Norm. Aus dieser Küche sind im nächsten Jahr spektakuläre Neuheiten zu erwarten, so ein DVD-Audio/Video-Player mitsamt Dolby Surround EX-Vorverstärker und Siebenkanal-Endstufe. Im DVD-Sektor wird Onkyo mit einem DVD-Receiver aktiv, also einer Kombination aus Player und AV-Receiver. Neu auch ein Fünffach-DVD-Wechsler. Hitachi war einer der Auslöser für den auf der IFA zu besichtigenden Run auf DVD-Recorder. Denn die Firma, so ein Insider, hatte es versäumt, sich rechtzeitig auf die digitalen Camcorder unzustellen. Deshalb versuchte man es erst mit der MPEG-Camera, jetzt mit der Aufzeichnung auf DVD. Das Format wurde nicht zuletzt auch deshalb gewählt, weil Hitachi Entwicklungsführer im ehemaligen DVD-Konsortium für DVD-RAM war, also dem offiziellen Standard für beschreibbare DVDs. Weil man zu einem Camcorder aber auch einen passenden Videorecorder braucht, entstand ein DVD-Videorecorder. Ein quasi serienreifes Modell ist nun auf der Funkausstellung zu besichtigen. Allerdings gibt es von Hitachi die offizielle Aussage, sich an alle Auflagen der Filmstudios für DVD-Videorecorder zu halten. Das heißt, keine Eins-zu-eins- Kopien von DVDs, Einhaltung des Copy Managements nach den Vorgaben der Studios, Watermarking für die Identifizierung von Raubkopien und ähnliches mehr. Deshalb wird das Gerät auch nicht vor Ende 2000 auf den Markt kommen.Schon wesentlich schneller zu kaufen, nämlich ab Oktober, sind die neuen Rückprojektoren mit Progressive Scan. Hier kommt die Beseitigung der Zeilenstruktur noch viel mehr zur Wirkung als auf dem bisherigen 32-Zoll-Fernseher. Außerdem macht die größere aktive Phosphorfläche den Bildschirm heller als die Schirme der Konkurrenz. Der DVD-RAM-Recorder von Hitachi kommt nicht vor Ende 2000 auf den Markt. Samsung wartet am Stand mit wesentlich mehr eindrucksvollen Geräten auf als auf der Pressekonferenz. Da ist zum ersten der DVD-Recorder, mit dem die Firma der Industrielinie DVD-RAM folgt; auch Samsung wird also irgendwann im nächsten Jahr seine Player auf DVD-RAM-Kompatibilität umstellen, wird wohl dem Copy-Standard nach 5C folgen und abwarten, bis die Filmindustrie mit dem Kopf nickt. Einen Blick wert sind die HDTV-Rückprojektoren, die von einem Harddisc-Server mit echten hochauflösenden Bildern im US-Standard versorgt werden. Auch Samsung will beim Thema DVD-Recorder den RAM-Standard verwenden. Quantum ist ein bislang in der Branche weitgehend unbekannter Name. Das wird wohl auch so bleiben, obwohl die Firma in Zukunft sehr aktiv zu werden gedenkt. Im PC-Bereich sieht sich Quantum als Marktführer bei Festplatten (Hard Disc Drives, HDD) an, und diese Technologie hält nun bekanntlich Einzug in die Wohnzimmer. Sowohl Replay als auch TiVo, die beiden Hersteller von Personal Video Recorder (PVR, Festplatten-Videorecorder), nutzen Technik von Quantum, erklärte mir Paul Streit, Chef der Abteilung neue Geschäftsfelder. Unter dem Namen Quick View vermarktet er eine Entwicklung, die Festplatten für audiovisuelle Medien präpariert. Die Unterschiede liegen vor allem darin, dass bei Video und Audio die pünkliche Anlieferung der Daten wichtiger ist als die letzte Akuratesse; die dagegen spielt die Hauptrolle, wenn es um Geschäfts-Anwendungen geht, etwa um Daten von Banken. Da muss die Festplatte so lange schraddeln, bis wirklich das letzte Bit exakt passt. In einem Festplatten-Videorecorder wäre das Bild dann schon längst zusammengebrochen. Akai und SchaubLorenz gehören beide zur Semitech-Gruppe aus China. Die wiederbelebte deutsche Marke tritt die Nachfolge von Nokia im TV-Sektor an, kann aber gleich mit einer Neuheit aufwarten: das erste volldigitale Chassis für Digital-TV. Bisher nämlich übernimmt die digitale Signalverarbeitung, wie sie heute in allen TV-Geräten üblich ist, Signale von anderen Quellen nur analog. Im deutschen Entwicklungszentrum in Dortmund hat man nun eine Lösung gefunden, wie zumindest die Digitalsignale von einem eingebauten Digital-TV-Tuner ohne Analogwandlungweitergeleitet werden können. Partner bei der Entwicklung war die Freiburger Micronas Semiconductors, traditionell der Lieferant für SchaubLorenz noch aus den gemeinsamen Zeiten unter dem Dach von ITT. ITT verkaufte die TV-Aktivitäten bekanntlich an Alcatel, die Franzosen an Nokia, die Finnen wiederum an Semitech. Produziert werden die Geräte übrigens ab nächstem Jahr in Finnland, denn dort stieß aus der Nokia-Gruppe die Firma Finnlux dazu. Pioneer-Präsident Kaneo Ito schwebte am Mittwoch Abend in Berlin ein und empfing am Donnerstag Gäste. Im Gespräch bestätigte er, dass der DVD-Recorder, der Ende dieses Jahres in Japan eingeführt wird, so nicht nach Europa oder USA kommt. Optimistischer als andere Firmen erhofft sich Pioneer einen Abschluss der Copyright-Verhandlungen mit der Software-Industrie bis November. Dann fragte er nach interessanten Dingen auf der Funkausstellung und ich verwies ihn auf das 60-Zoll-Plasma-Display bei LG - einen Sektor, in dem sich Pioneer mit der zweiten Generation der 50-Zoll-Schirme als führend ansieht. "Ein Einzelstück", sagte darauf Ito, "wenn es nur darum geht, dann bauen wir einen 100-Zoll-Schirm." Wir verabredeten uns für die IFA in zwei Jahren.
Pioneer-Präsident Kaneo Ito am Donnerstag Morgen in Berlin - leicht unter Jet-lag leidend.
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