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Ulrich v. Löhneysen, Journalist

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IFA 2001

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16:9-DLP von vorne und hinten

So richtig viele Neuheiten gab es ja nicht in Sachen Frontprojektoren auf der Funkausstellung. Aber einige interessante Entwicklungen zeichnen sich ab. Fast alle betreffen 16:9-Displays mit dem 1.280-mal-720-Chip, der bei Texas Instruments HD-1 heißt. (25. 9. 2001)

Marantz bringt den VP-12S1.
SIM2 sparte sich den HT300.
Barco will ganz hoch hinaus.
Loewe arbeitet an Rückprojektoren.
Vestel macht macht sie billiger.
Philips will DLP endlich Konkurrenz machen.

Weil es sich hier – wie sonst oft auch auf diesen kleinen Seiten – um Produkte von morgen und übermorgen handelt, bitte ich um Nachsicht, dass einige News von der Funkausstellung jetzt erst kommen. Einige News sind ja auch gar nicht von dort.

Marantz versteckte im Händlerteil seinen neuen Projektor, das Modell VP-12S1 mit dem 16:9-Chip von Texas Instruments. Auf den ersten Blick ist man verleitet, darin einen Ableger des Sharp XV-Z9000 zu sehen, der schon auf der CES debütierte (siehe Report). Doch er stammt nicht davon ab, sondern angeblich von Plus – auch wenn er so möglicherweise gar nicht bei Plus verkauft werden wird. Offen bleibt die Frage, ob nicht auch im Sharp Teile von Plus stecken. Früher hatte Marantz Modelle von Acer im Programm, die aber nie offiziell nach Deutschland exportiert wurden. Plus will richtig Stückzahlen machen und sieht augenblicklich noch die Geräte als viel zu teuer an: 13.000 Dollar soll der Marantz VP-12S1 in USA kosten, das wären nur unwesentlich weniger als 30.000 Mark. Was weiß man schon über das Gerät? 1.280 mal 720 Pixel, klar bei dem Chip; 1.000:1 Kontrast (andere Angaben sagen sogar 1.100:1), 600 oder 700 Ansi-Lumen, De-Interlacing, Skalierung und Video-Processing von Faroudja beziehungsweise Sage, optische Einheit von Minolta. Bei den Anschlüssen könnte es womöglich eine Premiere geben, nämlich Firewire am Projektor. Auslieferung in Japan ab November, in Europa erst nächstes Jahr.

Marantz VP-12S1: Der 16:9-Projektor kommt angeblich von Plus. Eine interessante Frage wäre aber noch: Wie viel im Sharp XV-Z9000 ist mit diesem Projektor identisch?

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SIM2 suchten Besucher auf dem Berliner Messegelände vergeblich, denn die Firma war nur in einem Hotel am Kudamm zu finden. Dort durfte ich dann einen ersten Blick auf den Grand Cinema HT300 werfen, auch er mit dem 1.280-mal-720-Chip von Texas Instruments. Die Unterschiede zum Marantz sind nicht riesig, auch wenn es hier mit Sicherheit keine Gemeinsamkeiten außer dem Chip und den Faroudja-Prozessoren gibt: Über 1.000:1 Kontrast, noch unbekannte Lichtstärke, Light Engine von Fujinon, Preis jenseits von 20.000 Mark. Offizielle Premiere hatte der HT300 dann erst eine Woche später auf der Cedia.
Barco blieb noch mehr Infos zu seinem DLP-Prototyp schuldig – er sollte wohl vor allem demonstrieren, dass man mit von der Partie ist. Auch dieses Gerät soll mit dem 1.280-mal-720-Chip arbeiten, es wird in Richtung 30.000 Mark kosten und irgendwann im Laufe des nächsten Jahres auf den Markt kommen.


SIM2 Grand Cinema HT300: Das Gehäuse ist in den Abmessungen identisch mit den Modellen HT200 und HT250, sieht aber aggressiver aus.


Barco DLP-Projektor: Die Belgier wollen zeigen, dass sie es auch können – einen 16:9-Projektor mit Technik vom Feinsten.

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Loewe will, was es bisher nur in USA gibt, in Europa verwirklichen: einen DLP-Rückprojektor. Geplant ist ein Gerät mit 50-Zoll-Schirm im 16:9-Format, daher ebenfalls mit dem 1.280/720-Spiegelfeld arbeitend. Allerdings war der Prototyp in Berlin schon mit der nächsten Generation ausgerüstet, die zum Beispiel durch zwölf Grad Kippwinkel (statt bisher zehn Grad) höheren Kontrast bietet. Die optische Einheit wird bei Carl-Zeiss-Jena gebaut (siehe auch Meldung vom 24. 6. 2001), wo man schon länger mit den Kronachern zusammen an Spiegelsystemen arbeitet, anfangs noch mit LCoS von IBM Japan. Das System war so neu, dass in bestimmten Graustufen noch flackerte, weil man sich beim Algorithmus etwas verhauen hatte. Auch das Farbrad war neu und zwar vor allem kleiner; das soll neben optischen Verbesserungen auch weniger Geräusch bringen. Der Rückpro wird in etwa einem Jahr auf den Markt kommen und dann zwischen 10.000 und 15.000 Mark kosten. Das ist insofern sehr bemerkenswert, weil ein Rückprojektor schon allein wegen der Scheibe und dem Gehäuse deutlich teurer sein muss als ein Frontprojektor.


Loewe DLP-Rückpro: Manche Besucher im Händlerteil von Loewe hielten das für einen Plasma – schick ist er auf jeden Fall.

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Vestel überraschte ebenfalls mit einem Rückprojektor auf DLP-Basis. Den türkischen Hersteller kennen eigentlich nur Insider, doch die haben Respekt: Vestel ist stückzahlmäßig einer der ganz großen TV-Geräte-Produzenten, denn viele Marken lassen ihre billigen und kleinen Modelle dort bauen. Jetzt scheint die Firma sich selbst profilieren zu wollen – und das ist gelungen. Der Rückprojektor hat eine Diagonale von 43 Zoll, ebenfalls im 16:9-Format. Das fertige Produkt soll nur 25 Kilogramm wiegen, was es bei Bildschirmen dieser Größe noch nie gegeben hat, und 31 Zentimeter tief sein. Über den verwendeten Chip gab es keine Auskünfte, umso erstaunlicher, dass es schon eine Preisangabe gibt: rund 3.000 Dollar, weniger als 7.000 Mark. Das ist natürlich der Hammer, selbst wenn nur eine 848-mal-480-Variante zum Einsatz käme; möglicherweise kommt doch ein Chip mit 1.024 mal 576 Pixel, für den es bisher noch gar keine Bestätigung gibt – oder sogar der teure 1.280er? Vielleicht soll Vestel eine ähnliche Rolle für Rückprojektoren und den Euro-Markt spielen, wie sie Plus bei den Frontprojektoren hat: als Preisbrecher mit großen Stückzahlen. Stay tuned, sagen die Amerikaner.


Vestel DLP-Rückpro: Preishit aus der Türkei im 16:9-Format – leicht, schlankes Gehäuse, mit welchem Chip eigentlich?

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Philips präsentierte auf der IFA erstmalig in Europa seinen Einchip-LCoS, den mit den rotierenden Prismen (siehe Story von 8. 2. 2001). Auf der Cebit war noch eine Variante mit drei dieser spiegelnden LCDs zu sehen gewesen; und Rückpros hatten bisher das US-Format von 64 Zoll. Das Teil auf der IFA hatte dagegen nur 37 Zoll, was für Europa ja auch sinnvoll sein kann. Das deutet auch darauf hin, dass man versuchen will, das Gerät möglichst preiswert zu machen. Denn das war immer die Ankündigung: Dass es dank LCoS möglich sein solle, günstige Projektoren zu bauen. Der neben dem Gerät sitzende Amerikaner verriet auch, dass man die Dreichip-Entwicklung eingestellt habe, dass also der Monitor von der Cebit gar nicht kommt. Vielmehr werden alle Geräte bei Philips mit nur einem Panel arbeiten, das die Farben rollierend darstellt. Übrigens: Auch das gibt Artefakte, die man allerdings kaum als störend bezeichnen kann – zumindest nicht auf einem Schirm dieser Größe. Der Verkaufsstart der LCoS-Technik wurde wieder etwas nach hinten verschoben, auf irgendwann in der zweiten Jahreshälfte 2002. Und ob sie dann wirklich preiswerter sein werden als DLP, das muss man noch abwarten.


Der Philips LCoS-Fernseher: Rückprojektion im Kleinformat für Europa mit 1.280 mal 720 Pixeln, genau wie die Konkurrenz mit DLPs.

Wenn Sie mich fragen: Es deutet ziemlich viel darauf hin, dass auch die besseren DLPs bald preiswerter werden; und aktuell bietet ein Gerät wie der Plus Piano HE-3100 so viel, dass es kaum einzusehen ist, das Dreifache und mehr für einen reinen 16:9-Projektor zu bezahlen. Wenn Sie's nicht wissen wollen, fragen Sie halt nicht.

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