| DER NEWS-SERVICE von
Ulrich v. Löhneysen, Journalist
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Zuerst die gute Nachricht: Europa bekommt das modernste HDTV-System der Welt, effektiver als in USA, Japan, ja sogar besser als in China, wo sonst immer alle so toll ist. Und nun die schlechte: Es dauert noch ein Jahr. Details zu DVB-S2, MPEG-4/H.264 und so weiter sowie eine Übersicht über all die HDTV-Empfänger, die wahrscheinlich nicht zu kaufen sein werden unter Smooth Picture, also weiches Bild, nennt Texas Instruments eine neue DLP-Variante. Sie arbeitet mit drei Elementen: auf den Kopf gestellten Pixeln, Pixelverschiebung durch einen vibrierenden Spiegel und wechselnder Ansteuerung. Vorteile und Nachteile dieses Verfahrens in der Meldung:
Linien statt Pixel: PAL-Qualität über die Telefonleitung (9. 3. 2004) Von der Firma Atvisican aus Essen kommt eine neuartige Videocodierung, die ganz anders vorgeht als bisherige Verfahren und verblüffende Ergebnisse liefert. Mehr in der Meldung
Die erste HDTV-Übertragung eines deutschen Senders gab es vor einer Woche in Berlin: Sony und Premiere luden zur Superbowl ein, zu sehen auf der Riesenleinwand im Kino. Und es geht weiter: Schon im Mai kann man wahrscheinlich richtigen Fußball sehen, direkt aus der Arena AufSchalke. Mehr im Report Es sieht schlecht aus für DVD-Audio: Wenn schon Toshiba einen Player mit SACD vorstellt, dann ist das vergleichbar mit "Sony macht VHS" oder "Pioneer unterstützt DVD+RW"; Toshiba hat vorher noch nie einen Standard in seine Geräte eingebaut, der nicht vom DVD-Forum abgesegnet ist. Das SACD-Lager muss deswegen noch nicht triumphieren: Die beachtlichen Stückzahlen der Super-Audio-Discs werden als CDs getarnt verkauft. Beide Systeme sind nicht wirklich erfolgreich. Denn beide tragen Geburtsfehler mit sich herum, die aus den Absichter ihrer Erfinder zu erklären sind. Aber System-Mängel und Systemstreit verhindern, dass sich ein Nachfolge-Format für die CD etablieren kann hochauflösend, multimedial, mehrkanalig. In einem Spezial beschäftige ich mich mit beiden Systemen und den Wegen, wie die Strategen hinter den Systemen aus dem Dilemma heraus kommen wollen. Lesen Sie: In einem zweiten Beitrag erläutert Stefan Schreiber, wie man DVD und CD auf einer Disc vereinen könnte und warum es anders nicht geht. Lesen Sie:
Euro1080: HDTV-Start mit Hindernissen (31. 12. 2003) Flache Fernseher? Flache Rückprojektoren! (30. 12. 2003) Sony-Projektoren: Qualia die nächsten Tage, GLV nächstes Jahr (12. 12. 2003) Astra-Boss: In einem Jahr deutsche HDTV-Sender (22. 10. 2003) HDMI und i-Link: Pioneer macht alles digital (17. 10. 2003) DVD+R9 und die Folgen: DVD-R9 und keine +RW (5. 10. 2003) Hat Samsung das nötig? Sony will in die LCD-Produktion (30. 9. 2003) JVC macht Kino: D-ILA im Breitbildformat (28. 9. 2003) HDTV auf Premiere: erste Tests schon im Oktober? (21. 9. 2003) Halber Schritt: das Plus beim HD2-DLP (5. 9. 2003) IFA-Report, Teil 1: Was jeder hat (Spezial, 5. 9. 2003) Smarte Sache: der erste HDTV-Receiver (22. 8. 2003) Bild-Röhrchen: Fernseher zum Leinwand-Preis? (Spezial, 3. 8. 2003) Dreichip-DLP: jetzt im Breitformat (12. 7. 2003) HDTV-Camcorder: Neues Leben auf DV (8. 7. 2003) DVD-Recorder: Dual-Layer kommt doch noch (23. 6. 2003) HDTV-Forum: Immerhin, man redet (23. 6. 2003) Sony Qualia: der SXRD-Projektor und mehr (10. 6. 2003) Projektoren-Premieren: 1.080 Zeilen und 999 Dollar (9. 6. 2003) HDTV live: elf Jahre später ... (6. 6. 2003) Sonys Digital-Bolide: Was ist eigentlich drin? (28. 5. 2003) Fast macht's richtig: TV-Server komplett digital (28. 5. 2003) DVD-Brenner: Auch Pioneer auf Plusminus-Pfaden (20. 5. 2003) Stattlich: Ein großer Plasmaschirm oder vier kleinere (16. 5. 2003) PAL ist zu gut: Progressive Scan nur auf Bewährung (16. 5. 2003) Alles so schön bunt hier: LED macht LCD TV-tauglich (2. 5. 2003) Euro1080: HDTV-Start mit Hindernissen. Das fängt irgendwie nicht gut an. Wenn morgen, am 1. Januar 2004 um 11.00 Uhr, das HDTV-Zeitalter in Europa anbricht, werden es nicht sehr viele Menschen mitbekommen. Das ist erstmal normal, irgendwer muss damit anfangen, auch wenn es kaum Zuschauer gibt. Der Sender Euro1080, von dem hier seit letztem Januar öfters die Rede war (siehe Meldungen vom 27. 1., 6. 6., 22. 8. und 22. 10.) trägt freilich seinen Teil zur Verwirrung bei. Informationen bekommt man nicht direkt auf Anfrage bei den verantwortlichen Personen, sondern über freundliche User des Beisammen-Forums, denen geantwortet wurde meine E-mails dagegen müssen wohl verloren gegangen sein. Aber auch Nico Jurran von der c't beziehungsweise Heise.de ging es ähnlich. Dafür scheinen die drei Kinos in Deutschland, die auf der Euro1080-Webseite als Übertragungsorte für das Neujahrskonzert angegeben werden, von nichts zu wissen. Sicher scheint Folgendes: Das Neujahrskonzert wird live übertragen und unverschlüsselt entgegen ursprünglichen Planungen; ob in Dolby Digital oder nur MPEG-Stereo, ist unklar. Der Sender wird in absehbarer Zeit eine Verschlüsselung für den Main Channel einführen, auch wenn es offiziell dafür noch keine Bestätigung gibt ab Mai teilweise, ab 2005 ganz; die Zinwell-Boxen sind dafür nicht geeignet (ich frage mich, ob man das allen Beteiligten vorher gesagt hat). Das Programm vom Januar besteht weitgehend aus Konzert-Konserven; wer es genau wissen will, kann sich hier die Excel-Datei Euro1080.zip mit der Programmübersicht herunterladen, die mir von Stephan Küsl (www.kuesl.de) geschickt wurde danke. Übrigens: Der Verweis auf die zahlreichen Ereignisse im Jahr 2004, von Fußball-EM bis Olympische Spiele, bedeutet nicht, dass Euro1080 sie in HDTV übertragen wird. Sondern nur, dass man sie übertragen könnte und möchte. Unterschrieben ist mit Sicherheit noch nichts. Zum einen kostet das Geld, daher die Verschlüsselung. Zum anderen überlegt wohl inzwischen der eine oder andere Sender, ob er das nicht selbst machen soll. Flache Fernseher? Flache Rückprojektoren! Zahlreiche Firmen haben Rückpro-Technologien in der Schublade, die aus den gewohnten Kästen elegante, schlanke und vor allem brillante Bildschirme machen sollen. Angeblich sind die Rückprojektoren der Renner überhaupt auf dem US-Markt nur die mangelnde Lieferfähigkeit der Hersteller bremst den Boom. Gemeinsam ist allen Entwicklungen nur, dass es sich nicht mehr um Röhrentechnologie handelt. Intel will nach Erkenntnissen von John Markoff, Journalist bei der "New York Times", in die Fertigungs von LCoS-Chips einsteigen, also von spiegelnden Mini-LCDs, wie sie bereits von Philips und anderen Firmen gebaut werden (siehe LCoS-Spezial). Der Prozessor-Hersteller trifft damit auf den Rivalen Texas Instruments, der in den USA schon seit Jahren DLP auch für Rückprojektoren vermarktet. Ob Intel eigene Technologie verwendet oder von anderen Herstellern lizensiert, ist noch unbekannt; dass die Geräte damit flacher und preisgünstiger werden sollen, ist keine Intel-Spezialität. Sony wird nicht nur Ende 2004 einen von Boss Kunitake Ando angekündigten Grand Wega auf SXRD-Basis bringen, sondern schon früher eine komplett neue Generation mit LCD-Technik. Sie sollen nur rund 25 Zentimeter tief sein, was mit gebogenen Spiegelflächen möglich ist; die werden bereits von NEC im Spezial-Projektor WT-600 (siehe 15. 3. 2003) und von Mitsubishi in einem Rückprojektor eingesetzt. Samsung plant, für einen 52-Zoll-DLP-Rückpro die Scram-Screen genannte Technik der gleichnamigen US-Firma einsetzen; diese Scheibe besteht aus Polymer-Lichtführungen, die als Film aufgebracht werden. Sie erlauben es, das Licht extrem schräg von hinten zu projizieren. Ein Gerät soll nur rund 18 Zentimeter dick sein, was neuer Rekord wäre. Der Samsung soll schon in der ersten Jahreshälfte 2004 in Produktion gehen. Epson bringt LCD-Panels mit 1.920 mal 1.080 Pixeln, die deutlich billiger werden sollen als die bisher verfügbaren (siehe Meldung vom 9. 6. 2003); statt 1,6 Zoll sind sie nur 1,3 Zoll groß. Ziel ist es, Rückprojektoren mit voller HDTV-Auflösung zum Preis von 720p-Geräten mit DLP-Technik anzubieten, also in der Größenordnung von 3.000 Dollar beziehungsweise Euro falls die Hersteller solche Produkte überhaupt hier anbieten. Daneben haben zahlreiche Firmen aus Taiwan und China Projekte in den Labors. So wird angeblich bei Delta an einer Light Engine mit drei DLP-Chips gearbeitet, die für Rückprojektoren von Gateway geplant ist. Sanyo will angeblich nur in Taiwan einen LCoS-Rückpro mit Chips von UMC anbieten, während unter gleichem Namen in China ein LCD-Rückpro mit Epson-Panels verkauft wird. Kolin hat mit der Fertigung von 50-Zoll-Schirmen begonnen, die UMC-Panels mit Technik der Firma Elcos beleuchten. Etliche dieser Neuheiten gibt es auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas zu sehen (8. bis 11. Januar).
Sony-Projektoren: Qualia die nächsten Tage, GLV nächstes Jahr. "Wie sieht er denn aus?", wird man jetzt natürlich gefragt. Denn Sony zeigte einer Handvoll europäischer Journalisten den Qualia-Projektor, basierend auf dem LCoS-Panel in SXRD-Technik (siehe Meldungen vom 10. 6. 2003 und das LCoS-Spezial). Riesig, kann man nur sagen, aber das bezieht sich auf die Abmessungen. Natürlich waren die Bilder toll: Frauen, die sich langsam bewegen und roten Lippenstift benutzen, knackige Früchte, Meeresbrandung alles schön und gut, aber es sagt erstmal wenig darüber aus, wie sich der Projektor nachher wirklich verhält, bei Film und Sport, bei 50 Hertz und bei Schwenks. Diese Art von Displays stellte bisher vor allem die Frage, ob die Serie hält, was Prototypen versprechen. Beim Qualia dürfte dies kein so großes Thema sein, denn er wird handselektiert in geringen Stückzahlen ausgeliefert. Ab dieser Woche, wahrscheinlich in den nächsten Tagen, erhalten Kunden in Japan ihre bestellten Geräte, zum Preis von umgerechnet knapp 20.000 Euro. Auch nach Europa kommt er, wohl noch in der ersten Jahreshälfte 2004. Wer bisher überlegt hat, einen Marantz VP-12S3 für 12.000 Euro zu kaufen, könnte da in Versuchung geraten, ein wenig länger zu sparen. Dank 700-Watt-Xenon-Lampe ist der Qualia heller, er ist schärfer dank 1.920 mal 1.080 Bildpunkten, Farbblitzen und Dithering sind bei LCoS ohnehin kein Thema. Wer den Qualia aus der Portokasse bezahlt, sollte sich freilich auch mit dem Thema GLV beschäftigen. Grating Light Valve, also Gitter-Lichtventil, heißt die Variante der Laser-Projektion, an der bei Sony schon seit einigen Jahren gearbeitet wird (siehe mein Thema Sony-Bildschirme). Auch GLV kann man sehen, allerdings nur auf Einladung in die Sony Media World, gegenüber der S-Bahn-Station Shinagawa im Süden Tokios. Auch hier wieder: Die Frage nach der Qualität der Vorführung erübrigt sich, da der Besucher das Material nicht kennt. Aber das Potenzial der Technik ist zu sehen, zum Beispiel in Bildern, die einen goldenen Fächer zeigen. Wirklich gold und dabei ist der Projektor nur ein Glied der Kette, man muss schließlich auch eine Kamera und ein Videosystem haben, die diese Farbtiefe beherrschen. Auch tiefblauen Himmel oder türkisfarbenes Meer hat man so farbig wie in der GLV-Projektion bisher nur in der Realität gesehen. Ab nächstem Jahr bereits soll es die Laserbilder nach Sony-Art geben, allerdings nicht als Projektor für zu Hause, sondern für Digitalkinos und ähnliche Installationen. Erst wenn die Halbleiterlaser in den drei Grundfarben zur Verfügung stehen, will Sony damit in die Consumer-Schiene gehen.
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