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Ulrich v. Löhneysen, Journalist

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Nachrichten-Archiv

Neues im Februar

Späth in Japan? Plasmatron (PALC) erledigt (2. 2. 2000)
DVD-Recorder-Streit: Steht die Wende bevor? (4. 2. 2000)
Bessere DVDs dank Plexiglas (11. 2. 2000)
VPD-LE100: mit Sony ins Kino (29. 2. 2000)

Neues im Januar

Klein, preiswert - und gut: Sony Projektor VPL-CS1 (4. 1. 2000)
Kein Glücksspiel: Neuheiten auf der CES in Las Vegas (6., 7., 8. 1. 2000)
DVD-Recorder: Formationstanz? Reise nach Jerusalem! (CES, 8. 1. 2000)
Erste Erkenntnisse zum Sony VPL-VW10HT vom AV-Tester (13. 1. 2000)
Onkyo-High-End mit THX EX und Firewire (14. 1. 2000)
Outlaws verkaufen Heimkino übers Internet (18. 1. 2000)
Pioneer DVD-Recorder in Aktion (23. 1. 2000)
Rückprojektoren im falschen Format: Sony goes Imax (31. 1. 2000)

Nachrichten-Archiv: ältere Meldungen im Überblick (August bis Dezember 1999)


VPD-LE100: mit Sony ins Kino. Auch wenn er mit mehr 200.000 Mark den Überziehungskredit der Raiffeisenbank sprengt, halte ich den VPD-LE100 für ein höchst interessantes Produkt. Denn viele Leute werden ihn sehen, ohne zu wissen, was er ist. Der erste DLP-Projektor von Sony nämlich soll für die Firma die Kino erobern. Mit einer Auflösung von 1.280 mal 1.024 Pixel bringt er schon eine ordentliche Bildschärfe mit, mit 10.000 Ansi-Lumen auch die nötige Leuchtkraft für große Säle. Bei einer großen deutsche Kinokette (wahrscheinlich mit drei Buchstaben) arbeitet man zurzeit an einem Projekt, den Projektor für Kinowerbung einzuspannen. Hintergrund: Wenn in absehbarer Zeit die Zigarettenwerbung wegfällt, brauchen die Lichtspieltheater neue Werbekunden. Durch elektronische Präsentation soll es möglich werden, die Botschaften schneller, kostengünstiger und genauer an die Zielgruppe zu bringen. Die Filme werden dann entweder per DVD in die Kinos geschickt, mit ausgesuchten Spots je nach Film, oder über Satellit angeliefert und auf Festplatte zwischengespeichert. Digitale Spielfilme sind dagegen in D noch kein Thema. Wer mehr über den Sony-Projektor wissen will, muss mit dieser japanischen Seite vorlieb nehmen. Mehr zum Thema elektronisches Kino im Archiv. (29. 2. 2000)
Der Sony VPD-LE 100 ist der erste DLP-Projektor der Firma, die bisher nur Röhren und LCDs machte. Demnächst in einem Kino in Ihrer Nähe.

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Bessere DVDs dank Plexiglas. Schutzhelme für Motorradfahrer sind aus Polycarbonat - zumindest die billigeren. Und DVDs sind auch zum großen Teil daraus gefertigt: Die transparente Schicht, durch die der Laser die Pits ausliest, ist ebenfalls Polycarbonat. Wie jeder Biker, dem der Helm mal auf den Boden gefallen ist, weiß, verkratzt Polycarbonat recht leicht. Nicht so Polymethyl-Methacrylat (PMMA), dessen bekannteste Variante Plexiglas ist. Mit ihm könnten DVDs aber nicht nur kratzfester werden, sondern auch sicherer lesbar, denn die optischen Eigenschaften sind in praktisch allen Punkten besser als bei Polycarbonat. Damit ließe sich möglicherweise auch die Herstellung zukünftiger DVDs für blauen oder violetten Laser (siehe Sony-Meldung vom 1. Oktober 1999) vereinfachen lassen. Denn die Spuren einer solchen HD-DVD sind wesentlich kleiner, was die Herstellung der Scheiben in ganz neue Reinraumklassen katapultiert, die weder bei CD noch bei DVD notwendig sind. Zu allem Überfluss ist Plexiglass sogar noch billiger als Polycarbonat. Wenn Sie nun auch die Nachteile von Plexiglas kennen: Kompliment! Das Material ist nämlich stärker hydroskopisch als Polycarbonat, also Wasser anziehend. Diese unangenehme Eigenschaft galt als wichtigste Ursache für den Laserdisc-Fraß Laser-Rot - LD wurden und werden immer aus Plexiglas gefertigt. Die Firma Röhm aber, Hersteller und Inhaber des Namens Plexiglas, will dieses Problem gänzlich ausgeräumt haben. Klimatests hätten keinerlei Anzeichen für derartige Ablösungen zwischen dem Kunststoff und der reflektierenden Metallschicht ergeben. Meine erste Plexiglas-DVDs ist "MTV Europe Music Awards" und es stimmt: Auch nach 14 Tagen läuft sich immer noch. (11. 2. 2000)
MTV Music Awards: Die erste DVD aus Plexiglas. Macht sie Geschichte?

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DVD-Recorder-Streit: Steht die Wende bevor? Fragezeichen muss sein, aber es wird interessant im Streit im das Format für zukünftige DVD-Recorder. Es gibt gewisse Anzeichen dafür, dass sich die Lager DVD-RW und DVD+RW aufeinander zu bewegen. Schon jetzt sind die Unterschiede nicht sehr groß, was speziell die Aufzeichnung von Video angeht, sind sie praktisch null. Denn beide Formate beanspruchen für sich, Scheiben herstellen zu können, die auf heutigen DVD-Spieler laufen. Nur dass bei Pioneers DVD-RW das Video Recording Format (VRF) vorgesehen ist, das mit seinen Zusatzfunktionen die Scheiben wiederum unlesbar für heutige Geräte macht. Bei beiden Systemen ist daher ein Video-Modus vorgesehen, der sich strikt an das hält, was im DVD-Video-Standard festgeschrieben ist. Andererseits hat Philips bei DVD+RW noch keinen VRF-Modus gezeigt, der zum Beispiel das Editieren von Aufnahmen möglich macht. Diese Unterschiede ließen sich schnell beseitigen, so dass die Differenzen nachher nicht größer wären als die, die heute zwischen diversen CD-RW-Scheiben bestehen. Auch hier gibt es bekanntlich manchmal Abspielprobleme. Die entscheidende Rolle in einem möglichen -RW/+RW-Merger (sagt man das jetzt so?) könnte Thomson zukommen, die sich auf der CES mit Philips ins Bett gelegt haben. Gegen die vereinte RW-Front sähe dann plötzlich das siegessichere RAM-Lager (siehe Meldung vom 14. 10. 1999 sowie IFA-Berichte) recht alt aus. Denn auch diese Fraktion will das VRF-Format nutzen, aber auf RAM-Discs. Das hieße, dass zukünftige Player von Hitachi, Panasonic und Toshiba die VRF-Scheiben der Konkurrenz spielen - aber die Player von Pioneer & Co nicht die RAM-Scheiben. Denn für VRF-Kompatibilität braucht es nur eine Software-Änderung, die nichts kostet. RAM-Kompatibilität dagegen soll die Herstellung um rund 15 Mark teurer machen - viel zu viel Geld im Kampf um niedrige Gerätepreise. (4. 2. 2000)

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Späth in Japan? Plasmatron (PALC) erledigt. Es war der schwäbische Ministerpräsident Lothar Späth, von dem man sagte, er könne Luftballons ganz laut aufblasen und leise platzen lassen. Sein Ausflug in die High-tech-Branche (Jenoptik) scheint die Japaner inspiriert zu haben, speziell Sony und Sharp. Die haben seit Jahren, genau seit 1995, verkündet, demnächst Flachbildschirme in der sogenannten Plasmatron-Technologie, so der Name bei Sony, herausbringen zu wollen; Sharp nannte es technisch korrekter Plasma Adressed Liquid Crystal Display (Plasma-gesteuertes LCD), kurz PALC. Demnächst hieß immer nächstes Jahr. Doch damit ist jetzt Schluss: Von Sony hört man, das Projekt sei gestorben. Sharp spricht nur von einer "Entwicklungsverzögerung", doch dass die Firma nun auf die PDP-Technik umschwenkt, ist Aussage genug. Der LC-PD50U-Monitor verwendet ein zugekauftes Plasma-Panel im Konkurrenz-System, bei dem Plasma über Gasentladung Phosphor zum Leuchten bringt. Das 50-Zoll-Panel stammt offensichtlich von Pioneer, zu erkennen an der Pixelzahl von 1.280 mal 768; das einzige andere Panel dieser Größe kommt von NEC und hat 1.365 mal 768 Pixel. Sony hat bereits seit zwei Jahren einen Profi-Monitor mit Fujitsu-Display im Angebot. Im Herbst will man aber trotzdem mit einer eigenen Technologie kommen, bei der es sich wohl um FEDs handeln wird, also Field Emission Displays. Denkbar ist, dass Sony in Kooperation mit der US-Firma Candescent diese Technologie weiterentwickelt hat; die größten bisher gezeigten Bildschirme im FED-Prinzip messen aber bei Candescent nur 13 Zoll. Ähnliche Bildschirme, unter dem Namen SED, will eine Entwicklungsgemeinschaft von Canon, JVC und Toshiba im Herbst vorstellen (siehe IFA-Berichte). Mal sehen, ob es mit dieser Technologie besser klappt. Sonst muss Lothar wieder ran. (2. 2. 2000)

FED-Display von Candescent: Maximum ist bisher 13 Zoll (33 cm).

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