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Ulrich v. Löhneysen, Journalist

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Nachrichten-Archiv

Neues im März

DVD-Recorder: auf der Cebit (1. 3. 2000)
Musik auf Harddisc: zwei Wochen ohne Pause (7. 3. 2000)
Supergroße Bilder dank Micro-Displays (11. 3. 2000)
Digital-Kino: Drei kommen durch (11. 3. 2000)
Endlich: der intelligente Werbekiller kommt von Hitachi (16. 3. 2000)
Großer Schirm, kleiner Preis: Flach-Display von iFire (19. 3. 2000)
Eine halbe Million übrig? Dann her mit dem Laser-Projektor! (20. 3. 2000)
Der Sony-Pioneer-Deal und das Plusminus-RW-Format (20. 3. 2000)
Urheberrechts-Abgabe: CD-Rs bald 20 Mark? (26. 3. 2000)

Neues im Februar

Späth in Japan? Plasmatron (PALC) erledigt (2. 2. 2000)
DVD-Recorder-Streit: Steht die Wende bevor? (4. 2. 2000)
Bessere DVDs dank Plexiglas (11. 2. 2000)
VPD-LE100: mit Sony ins Kino (29. 2. 2000)

Neues im Januar

Klein, preiswert - und gut: Sony Projektor VPL-CS1 (4. 1. 2000)
Kein Glücksspiel: Neuheiten auf der CES in Las Vegas (6., 7., 8. 1. 2000)
DVD-Recorder: Formationstanz? Reise nach Jerusalem! (CES, 8. 1. 2000)
Erste Erkenntnisse zum Sony VPL-VW10HT vom AV-Tester (13. 1. 2000)
Onkyo-High-End mit THX EX und Firewire (14. 1. 2000)
Outlaws verkaufen Heimkino übers Internet (18. 1. 2000)
Pioneer DVD-Recorder in Aktion (23. 1. 2000)
Rückprojektoren im falschen Format: Sony goes Imax (31. 1. 2000)

Nachrichten-Archiv: ältere Meldungen im Überblick (August bis Dezember 1999)


Urheberrechts-Abgabe: CD-Rs bald 20 Mark? Seit einiger Zeit läuft ein Musterprozess der Musikindustrie gegen die Firma Hewlett-Packard. Dabei geht es um eine Abgabe, die alle Hersteller von beschreibbaren CDs und CD-Brennern zahlen sollen. Bisher sind solche Abgaben nur auf CD-R und CD-RW vorgesehen, die speziell für CD-Recorder gedacht sind. Deswegen laufen diese Recorder auch nicht mit normalen, abgabefreien Scheiben für CD-Brenner. Nun ist aber bekannt, dass ein Großteil der CD-Kopien und von MP3-Piratenstücken auf PCs überspielt werden. Deswegen der Prozess gegen HP, ein Musterprozess für alle anderen Hersteller. Noch bewegen sich die Abgaben auf bespielbare Tonträger (und Videokassetten) im Pfennigbereich. Im jetzt laufenden Verfahren wurde nun das Nutzungsverhalten neu erfasst, mit dem Ergebniss, dass die CD-Rs (RWs included) zu rund einem Drittel für das Kopieren von Musik verwendet werden. Daraus schließt man von interessierter Seite, dass pro drei CD-R eine CD weniger verkauft wird. Und fordert nun Urheberrechtsabgaben vom Drittel des CD-Preises, also in der Größenordnung von 15 Mark. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Forderung durchkommt, ist natürlich gering. Aber, wie die Juristen sagen: Auf hoher See und vor Gericht ist man in Gottes Hand. (26. 3. 2000)

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Der Sony-Pioneer-Deal und das Plusminus-RW-Format. Unabhängige Quellen haben mir jetzt meine Vermutung bestätigt, dass sich die Lager DVD-RW und DVD+RW aufeinander zu bewegen. Hauptakteur im Hintergrund ist eine Firma, die zur Zeit in diesem Punkt wenig aktiv ist, nämlich Sony. Die Japaner unterstützen zwar öffentlich Philips bei dem Bemühen, das +RW-Format zu etablieren - eigentlich haben sie aber eigene Interessen, nämlich das HD-DVD-System für HDTV-Aufzeichnung (wie berichtet). Aktuell wichtig ist bei Sony aber das so genannte Magic Gate, der Kopierschutz für digitale Musik und andere Daten (etwa auf Memory Stick). Magic Gate aber lässt sich auch auf andere digitale Medien anwenden, auf DVD zum Beispiel. In Sachen Kopierschutz haben aber weder Philips noch Pioneer etwas zu bieten. Also wird man Magic Gate nehmen, sobald das Thema digitale Schnittstelle bei RW aktuell ist. Das braucht man beim Streaming Format für die Datenaufzeichnung auf DVD und genauso für PC-Laufwerke mit DVD-plusminus-RW (wie auch immer das gemeinsame Format heißen wird). Pioneer übernimmt im Gegenzug Magic Gate auch für andere Medien, etwa digitale Musikaufzeichnung; Philips wird von Sony bei der Stange gehalten und kann seine RW-Technologie ("Lossless Linking") einbringen. Mit von der Magic-Gate-Partie dürften auch Thomson, LG Electronic, Kenwood, Sharp und einige andere Firmen sein. Wenn man diese komplizierten Zusammenhänge sieht, ist es kein Wunder, dass solche Dinge so lange dauern. (20. 3. 2000)

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Eine halbe Million übrig? Dann her mit dem Laser-Projektor! Ich hatte mal geschätzt, dass der Laser-Projektor (siehe auch IFA-Vorschau) deutlich über 200.000 Mark kosten wird, wenn er denn irgendwann einmal zu kaufen ist - aber so deutlich? Bald soll es so weit sein: In den nächsten zwei Monaten wird Schneider das Gerät vorstellen, das die Projektorwelt revolutionieren soll. Die Technik dafür wurde bekanntlich bei der Tochter LDT in Gera entwickelt, die seit Ende letzten Jahres wieder ganz im Besitz der Allgäuer Rundfunkwerke ist - Daimler-Chrysler ist draußen. Daran wird es aber nicht liegen, dass der Projektor nochmal wesentlich teurer wird als angenommen. Er kostet rund eine halbe Million Mark. Mehr Details, wenn es so weit ist. (20. 3. 2000)

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Großer Schirm, kleiner Preis: Flach-Display von iFire. Das Wort ist ein wenig sperrig: Dickfilm-Dielektrik-Elektrolumineszenz-Bildschirm oder kurz TDEL, die Bildschirme sind groß und flach; gelegentlich wird auch die Bezeichnung Festkörper-Bildschirm, Solid State Display (SSD) verwendet. Merken sollte man sich den Namen iFire, eine kanadische Firma, die es noch in diesem Jahr schaffen will, preiswerte Flachbildschirme herzustellen. Eigentlich heißt die Firma Westaim Advanced Display Technologies Incorporated und beschäftigt sich seit zehn Jahren mit dem Problem, Phosphore zu entwickeln, die besser reagieren und mehr Helligkeit produzieren. Zum Leuchten gebracht wird der Stoff dabei durch Elektrolumineszenz (EL). Das EL-Prinzip gilt seit Jahren als Hoffnungsträger der Display-Industrie - es handelt sich dabei um Materialien, die durch Spannung angeregt, Licht produzieren. Pinoeer, Sanyo und Kodak zum Beispiel arbeiten schon länger an organischen EL-Display, auch die leuchtenden Plastik-Werkstoffe (Polymere), mit denen Philips experimentiert, gehören in diese Kategorie. Nur dass bei iFire eben Phosphor der Stoff ist, der durch das Magnetfeld zweier Elektroden angeregt wird. Das gelingt angeblich so gut, dass gelbe Leuchtzellen schon 15.000 cd/qm lieferten. Zum Vergleich: Heutige Bildschirme bringen es auf 200 bis 600 cd/qm. Um weißes Licht zu erzeugen, wird ein gelbe und eine cyan-farbige Schicht verwendet, deren Licht Farbfilter in die Grundfarben separieren. Innerhalb von nur zwei Jahren wurde bei der Firma von zwei Zoll auf 17 Zoll Bildschirmdiagonale entwickelt, was nur deswegen möglich ist, weil der Herstellungsprozess auf einfachsten Verfahren und Materialien basiert. Es braucht weder ein Vakuum wie bei Röhren, FEDs oder Plasma-Schirmen, noch Transistoren oder andere Halbleiter wie bei LCD. Daher sollen die Displays so einfach wie Leiterplatten (PCBs) zu fertigen sein. Die Ansteuerung übernimmt eine simple Passiv-Matrix. Noch in diesem Jahr soll ein 34-Zoll-Modell fertiggestellt sein. Und das schönste daran: Dank der einfachen Produktion werden die Schirme, so eine Schätzung der Firma, nur die Hälfte gleich großer Plasma-Schirme kosten. Dass es mit der Fertigung klappt, darum soll sich die japanische TDK Corporation kümmern, die im Februar einen 2,5-prozentigen Anteil an iFire erworben hat. (19. 3. 2000)
Der Prototyp eines 17-Zoll-Schirm von iFire: Die kanadische Firma will zusammen mit TDK preiswerte Großbildsysteme herstellen.

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Endlich: der intelligente Werbekiller kommt von Hitachi. Was hat es nicht alles schon an Versuchen gegeben, Filme und andere TV-Sendungen ohne Werbung aufzuzeichnen. Jetzt scheint es ein wirklich unproblematisch und sicher zu funktionierendes System zu geben. Es kommt von Hitachi und wird derzeit auf dem englischen Markt ausprobiert: Eine Software erkennt Schwarzblende und Stummschaltung zwischen den Werbeblöcken, analysiert sie gleichzeitig auf Regelmäßigkeit wie Dauer, und speichert diese Daten dann in Rahmen des "Tape Navigation"-Systems auf dem Band. Bei der Wiedergabe wird dann an diesen Stellen auf schnellen Vorlauf geschaltet. Die Software erkennt die typische Länge von Werbespots, so dass also ein Jim-Jarmusch-Film mit vielen Blenden nicht betroffen wäre. Kommen regelmäßig nach 20, 30 oder 40 Sekunden solche Unterbrechungen, markiert der Recorder die Stellen als Werbung; kommt dann längere Zeit keine Blende, merkt sich das Gerät die letzte Stelle als Ende der Werbeeinblendung. Falls doch mal etwas nicht stimmt, ist nichts verloren, denn die als Werbung identifizierten Stellen sind ja mit aufgezeichnet worden. Allerdings: Eigentlich kann das System auf Band gar nicht seine volle Qualität zeigen. Denn nur bei Medien, die in Echtzeit von einer Stelle zur andere springen können, fällt die Werbeunterbrechung im dramaturgischen Höhepunkt wirklich nicht mehr auf - und das sind Festplatten-Videorecorder (siehe Spezial zu diesem Thema) oder DVD-Videorecorder. Der Besitzer eines solchen Geräts muss dann nicht einmal mehr von Hand über die Unterbrechungen wegspringen, wie es jetzt bei TiVo oder Replay vorgesehen ist. Setzt sich diese Technik durch - und sie ist ganz und gar nicht kompliziert - dürften die Sender mit diversen Tricks reagieren, vom durchgehenden Sound-Teppich bis zu weichen Überblendungen im Bild. Es wird aber trotzdem nicht zu verhindern sein, dass intelligente Technik die Reichweite von Werbespots im Free-TV weiter reduziert. Und weniger Werbung hier bedeutet weniger frei empfangbare Sender und mehr Pay-Programme. So oder so - aufhalten wird das niemand. (16. 3. 2000)

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Digital-Kino: Drei kommen durch. Auf der Showest in Las Vegas, die diese Woche in Las Vegas stattfand, hat Texas Instruments (TI) die drei Lizennehmer benannt, die das digitale Kino verwirklichen sollen. Auf Basis der Mikrospiegel-Technologie (DLP) hat TI das "DLP-Cinema" entwickelt, ein System, das weit über bisherige Systeme für die Darstellung elektronischer Bilder hinausgeht. Vor allem in der Verarbeitung der Farben, die mit 14 Bit statt 8 Bit bei heutigen DLP-Projektoren passiert. Damit übertrifft das System sogar den Farbumfang von 35-mm-Kinofilm. Die verwendeten DLP-Panel zählen 1.280 mal 1.024 Pixel und messen diagonal 1,1 Inch, was ziemlich exakt den Maßen des 35-mm-Film entspricht. Damit können Lampen und Optiken von bisherigen Kinoprojektoren verwendet werden; Farbtemperatur und Höhe zu Breite bleiben damit identisch zu Filmprojektion (Details im Archiv: Elektronisches Kino). Lizenznehmer Nummer eins: Christe Digital, ehemals unter dem Namen Electrohome bekannt, und jetzt eine Tochter des Filmprojektor-Herstellers Christie (wiederum Teil des Ushio-Konzerns, der vor allem Lampen herstellt). Nummer zwei ist Barco, der belgische Hersteller von Studio-Monitoren und Hochleistungsprojektoren. Als Nummer drei hat sich Imax mit seiner Tochter Digital Projection selbst ausgerufen. Hier steht die offizielle Bestätigung von TI aber noch aus. Das heißt aber auch, dass Sony außen vor bleibt, denn die Amerikaner wollen "nicht mehr als drei Lizenznehmer" (TI-Sprecher Ian McMurray) auswählen; Sony kann freilich auf Basis der normalen Drei-Panel-Technologie ihre eigenen Projektoren bauen und weiterentwickeln (siehe Meldung vom 29. 2. 2000). Der Markt für digitale Projektoren allein im Kino wird auf 75.000 bis 100.000 Stück allein in den nächsten zehn Jahren geschätzt. Stückpreis: Nicht unter 200.000 Mark. (11. 3. 2000)

Der Prototyp des digitalen Kinoprojektors: Serienproduktion bei Christie, Barco und Digital Projection.

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Supergroße Bilder dank Micro-Displays. Was haben Daeyang und Samsung gemeinsam - wenn man mal davon absieht, dass beide Firmen ihren Sitz in Korea haben? Sie sind die ersten Lizenznehmer von MicroDisplay, einer US-Firma, die es offensichtlich als erste geschafft hat, funktionsfähige Mini-Bildschirme in hoher Auflösung zu fertigen. Samsung baut mit den reflektierenden LCD-Panels in ferroelektrischer Technik (FLCD) Rückprojektoren für HDTV, Daeyang Videobrillen mit SVGA-Auflösung. Anders als normale LCDs reagieren die FLCDs so schnell (Umschaltgeschwindigkeit unter fünf Milli-Sekunden), dass sie - wie DLP-Mikrospiegel - alle drei Farben nacheinander darstellen können. Die Graustufen regelt aber wie bei normalen LCDs eine angelegte Spannung (0,5 bis 2 Volt). In der Daeyang-Brille, Cy-Visor genannt, erzeugen Licht-emittierende Dioden (LED) das Licht in den drei Grundfarben, so dass ein rotierendes Farbrad wie bei DLP unnötig wird. Bei Samsung kommt eine konventionelle Lampe zum Einsatz, deren Licht durch Prismen geteilt und auf drei Panels verteilt wird. Mehr Infos über die Technologie beim Hersteller MicroDisplay, über den Cy-Visor unter Personaldisplay.com und über den Samsung-Rückpro auf der Samsung-Page in Korea. (11. 3. 2000)

Samsung-Rückpro und Cy-Visor:
kompakt und hochauflösend
dank FLCDs von MicroDisplay.


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Musik auf Harddisc: zwei Wochen ohne Pause. Was mit Video geht, geht mit Audio schon lange: Speicherung auf Festplatte. Nach den Firmen Replay und TiVo (siehe Story Festplatten-Videorecorder, IFA-Meldungen und Meldung vom 15. 11. 99), die TV-Programme auf Harddisc speichern, kommen nun die Angebote, das auch mit Musik zu machen. Klar, dass hier vor allem das MP3-Format für die Datenreduktion eingesetzt wird, das aus Soundfiles handliche Datenpakete macht. Damit lassen sich dann auf einer 17-GB-Festplatte satte 300 Stunden Musik unterbringen - zwei Wochen ohne Pause Tag und Nacht. Anders als bei den TV-Servern ist die bevorzugte Quelle nicht Radio oder Internet, sondern die CD. Denn die Geräte, etwa von Lydstrom oder ReQuest, sind gleichzeitig CD-Spieler, archivieren einmal gespielte Musik aber auf der Festplatte. Daneben besteht die Möglichkeit, über USB-Ports oder andere Anschlüsse MP3-Daten vom PC herunter zu laden oder auf handliche MP3-Player zu überspielen. Es sind die noch kaum bekannten Start-ups, die hier die Vorreiter spielen, aber auch etablierte Namen wie Creative Labs oder Diamond (Rio) wollen mitmischen. Am letzten Wochenende hat sogar Kenwood der deutschen Fachpresse ein ähnliches Gerät vorgeführt, eine Internet-Boombox für die mobile Dröhnung. Der Kasten soll direkt ans Internet angeschlossen werden können und die Musik auf Multimedia-Cards (San Disc, Siemens, Toshiba) speichern können. Während die Kenwood-Box noch Zukunftsmusik ist, nehmen Lydstrom (Modell MZ3-7000: 600 Dollar) und Request (ARQ1: 800 Dollar) über ihre Webseiten bereits Bestellungen entgegen. (7. 3. 2000)
Kenwood-Prototyp: CD-Boombox mit Festplatte und Kartenslot - das ist die Dröhnung.

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DVD-Recorder auf der Cebit. Eigentlich war nichts wirklich neu: Alle DVD-Recorder auf der Cebit waren schon vorher irgendwo zu sehen gewesen. Aber im Detail gab es doch eine Menge zu entdecken
Bei Panasonic stand der VDR-10 000, der auf der CES in Las Vegas Premiere gehabt hatte (siehe CES-Meldung). Erste Feststellung bei näherer Betrachtung: Das ist kein Mock-up oder Technologiemuster, sondern ein fast fertiges Gerät. Hinten am Recorder sind bereits alle Eingänge säuberlich beschriftet, wenn auch auf japanisch. Erkennen lässt sich sogar der Progressive-Ausgang mit den drei YUV-Buchsen. Es scheint, dass der VDR-10 000 auf dem DVD-H1000 aufbaut, dem nur in Japan und USA verkauften Progressive-Player. Noch nicht fertig am Cebit-Muster war dagegen der Disc-Lademechanismus. Denn DVD-RAM wie von Panasonic verwendet arbeitet immer mit einer Hülle um die Scheibe (Caddy), die sie bei ständigem Gebrauch schützen soll. Wenn das Gerät aber als Player arbeiten soll, ist es nicht zumutbar, erst ein Gehäuse zu öffenen und die DVD darin zu verstauen, bevor der VDR sie annimmt. Es wird daher eine Art Dual-Schlitten geben, der Caddies und blanke DVD gleichermaßen akzeptiert. Unverändert die weiteren Informationen zur DVD-Recorder-Strategie: Umstellung auf RAM-Kompatibilität aller Laufwerke im Laufe dieses Jahres (zusammen mit Hitachi und Toshiba). Mehr als 80 Prozent aller DVD-Laufwerke kommen angeblich von diesem Trio. Markteinführung in USA und Japan in diesem Sommer (rund 3.000 Dollar), in Europa gegen Jahresende.

Der Panasonic VDR-10 000 macht bereits einen sehr fertigen Eindruck. Hinten gut zu erkennen die Progressive-Ausgänge, rechts das Anschlussfeld für TV-Empfang. Vorne wird sich noch die Schublade ändern hier mit Caddy).

Bei Hitachi stand neben dem von der Funkausstellung her bekannten DVD-RAM-Recorder auch ein DVD-RAM-Player, also ein Muster für zukünftige DVD-Video-Abspieler, die auch die Discs eines DVD-Recorders lesen können. Spannende Frage am Rande: Diese Player werden das Video-Recording-Format (VRF) verarbeiten können - akzeptieren sie dann auch die Scheiben von den Pioneer-Recordern (siehe Meldung vom 23.1.). Technisch muss das so sein, aber will man es auch? Noch keine Antwort bei Hitachi und Panasonic.

Einen RAM-Player als Studie zeigte Hitachi - die einzige wirkliche Neuheit auf diesem Sektor. Er soll RAM-Scheiben aus DVD-Videorecordern wiedergeben können, aber nicht selbst bespielen.

Bei Pioneer selbst ist man einen Schritt weiter: Das DVD-R-Format wurde gezeigt, mit dem rückwärtskompatible Scheiben (zu heutigen Playern) bespielt werden können. Die in Japan verkauften Player vom Typ DVR-1000 (Meldung vom 23. 1. 2000) können aber nicht auf dieses Format umgerüstet werden.
Bei Philips merkliche Zurückhaltung in Sachen DVD+RW. Es wurde betont, dass das Format wichtige Vorzüge gegenüber -RW hätte, vor allem die höhere Wobble Frequency. Das sind die Wellen in den Aufnahmespuren und sie erhöhen die Lese- und Schreibsicherheit, weshalb das Format anders als -RW auch für PCs gut geeignet sei. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz der +RW-Unterstützer (neben Philips und Sony Hewlett-Packard, Mitsubishi Chemical/Verbatim, Ricoh und Yamaha) lief erstmals ein funktionierendes +RW-Produkt, ein Laufwerk von Ricoh für PCs. Ansonsten keine weiteren Neuigkeiten: Sony hält sich nach wie vor zurück, für Video sieht man auch 4,7 GB als zu gering an. Siehe dazu auch die Meldung vom 1. 10. 1999).
Zum Formatstreit die abschließende Bewertung vom Kollegen Wolfgang Tunze nach der +RW-Konferenz: "Die haben irgendwie recht - wie alle anderen auch." In diesem Sinne guten Tag. (1. 3. 2000)

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