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Ulrich v. Löhneysen, Journalist

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Nachrichten-Archiv 

Neues im April
Neue Rückprojektoren:
das fröhliche Panel-Tauschen (30. 4. 2001)
Eine wunderbare Freundschaft:
Dolby und AAC (30. 4. 2001)
In eigener Sache: Mitarbeiter gesucht (16. 4. 2001)

Die Friedenspfeife: Panasonic macht DVD-R (13. 4. 2001)

Neues im März
16:9-Projektoren:
Auch Toshiba ist dabei (21. 3. 2001)

Kurz gefasst: Die Röhre lebt (15. 3. 2001)
DVD-Forum vor dem Ende? Keine gemeinsamen Standards in Sicht (11. 3. 2001)
Digitale Schnittstellen: DVI mit bis zu 1.200 Zeilen (10. 3. 2001)
Progressive Scan in PAL: die ganze Wahrheit (10. 3. 2001)

Nachrichten-Archiv: Meldungen von 2000 (Januar bis Dezember 2000)

Nachrichten-Archiv: Meldungen von 1999 (August bis Dezember 1999)


Neue Rückprojektoren: das fröhliche Panel-Tauschen. Die Bausteine für Rückprojektoren jeder Art sind derzeit eines der heißesten Themen in der Industrie - wenn man mal von Röhren absieht. Getrieben wird die Entwicklung von zwei Märkten: Bildschirmen für HDTV in USA und Japan sowie hochauflösende Groß-Monitore für PC-Anwendungen. Für beide Bereich braucht man Bildelemente mit vielen Pixel zu möglichst günstigen Preisen; DLP bleibt deshalb vorerst außen vor.
Polysilicon-LCDs (Poly-Si) wie in den meisten Projektoren sind auch bei Rückpros ein Thema, wie Sony mit seinem Grand Wega bewies; vorläufig nutzt Sony diese Panels alleine, wenn man vom Sanyo PLV-60 absieht. Das muss aber nicht so bleiben. Denn der Rivale bei dieser Art von Panels heißt Epson und legt nun eine eigene Serie von 16:9-Panels auf, die man aber nicht zuerst bei Epson finden wird; die Panels haben die Auflösung von 1.280 mal 720 Pixel, also den exakten Wert der Progressive-HDTV-Übertragungen in USA. Sony hat mit 1.365 mal 768 etwas mehr, was aber kein Vorteil ist. Denn 720 lässt sich viel leichter aus 1.080 Zeilen errechnen als 768. Toshiba mit dem MT-7 und LG Electronics mit einem 60-Zoll-Rückprojektor werden die ersten Kunden sein. Poly-Si scheint also vorwiegend für HDTV-Systeme eine Option zu sein.
D-ILA von JVC war bislang eine Spezialität der Erfinder-Firma, doch das ist vorbei: LG kauft auch diese Technologie ein, verwendet sie aber in einem 4:3-Rückpro-Schirm von 40 Zoll. Hier kommen drei D-ILA-Chips von 1.365 mal 1.024 Pixel zum Einsatz, also nicht das Einpanel-Prinzip des D'Aliah-Rückprojektors, den JVC erstmalig auf der Funkausstellung 1999 gezeigt hat und nun endlich im Sommer 2001 bringen will. Bemerkenswert an der Lieferung der Panels an LG ist vor allem, dass damit erstmalig überhaupt ein anderer Hersteller in den Genuss der D-ILA-Chips kommt. Bisher gewährte JVC anderen Firmen höchstens die Gnade, ihren Markennamen auf JVC-Geräte schreiben zu dürfen (mehr dazu im D-ILA-Spezial).
LCoS oder "Elkos" ist nach wie vor das heißeste Thema in Sachen hoher Auflösung und niedrigster Preis, aber noch keine Firma kommt mit Liquid Crystal on Silicon so richtig in die Gänge (wenn man JVC nicht dazu zählt). Bei Rückprojektoren taucht unter anderem die Firma Aurora Systems wieder auf, die es auf der Photokina in einem Everest-Projektor zu bewundern gab; mangels Qualität wird das Gerät aber aus Taiwan nicht exportiert. Nun erbarmt sich Samsung und baut die Aurora-Panels in einen Rückpro-Monitor von 25 Zoll ein. Wann er auf den Markt kommt, ist freilich auch hier fraglich. Genauso beim anderen Samsung-Gerät, das für die HDTV-Abteilung gedacht ist und zum ersten Mal auf der Cebit 2000 zu sehen war. Hier kommen Panel von Three-Five-Systems zum Einsatz, wenn sich nicht wieder etwas ändert. Philips wird LCoS zuerst in PC-Monitoren verwenden: Im November kommt das erste Gerät mit den spiegelnden LCDs, ein 25-Zoll-Bildschirm mit 1.600 mal 1.200 Bildpunkten. Ein HDTV-Schirm mit 1.280 mal 720 Pixeln und den sich drehenden Prismen (siehe Meldung vom 8. 2. 2001) ist erst im Laufe des Jahres 2002 zu erwarten.
Fragt sich nur, wann es dafür auch Lampen mit korrekter Farbtemperatur gibt, die 10.000 Stunden halten. Ich musste gerade nach nicht einmal 1.000 Stunden eine Lampe für 1.300 Mark tauschen. (30. 4. 2001)
  Rückpro-Fernseher von LG Electronics: Ein 60-Zoll-Gerät mit 1.280 mal 720 Pixeln, das zuerst für den US-Markt produziert wird; die Panel dafür kommen von Epson. Bei Rückpro-Monitoren setzt LG dagegen erstmalig D-ILA-Panels von JVC ein.

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Eine wunderbare Freundschaft: Dolby und AAC. Schon vergessen? MPEG-2 Audio war das Hass-Thema in den frühen DVD-Tagen, als Philips, Warner und einige andere Interessenten versuchten, für Europa einen eigenen Tonstandard durchzusetzen. Pro-Dolby-Digital-Seiten wie die des Norwegers Espen Brathen waren im Internet populär und Philips sah sich Boykott-Aufrufen ausgesetzt, weil den Fans der echte Kinoklang nach Dolby- (oder DTS-) Muster verweigert werden sollte. Schon damals demonstrierten die MPEG-Macher gelegentlich nicht das umstrittene MPEG-2-Mehrkanalformat, das darunter litt, rückwärtskompatibel zu MPEG-1-Stereo sein zu müssen. Sondern ihre NBC-Version, Non Backwards Compatible also, mit, wie sie behaupteten, wesentlich verbesserten Eigenschaften. Dafür gibt es zuverlässige Zeugen: die Dolby Laboratories, San Francisco. Denn die ehemaligen Feinde haben sich in innigste Freunde verwandelt, seit MPEG-2 Audio NBC in AAC umbenannt wurde, Acvanced Audio Coding. Und die Anwendung von AAC ist auch nicht mehr die DVD, sondern das Internet, wo die Norm als potenzieller Nachfolger von MP3 gilt. Förderlich für die Liebe von Dolby zu AAC ist sicherlich auch die Tatsache, dass die Amerikaner damit beauftragt wurden, die Norm zu vermarkten und die Lizenzen abzurechnen - etwas, was Dolby bekanntlich sehr gut kann (siehe Meldung vom 27. 6. 2000). Aber: Es steckt auch Dolby-Technologie in AAC, zusammen mit Entwicklungen von Sony, AT&T und dem Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen in Erlangen.
Wie gut AAC auch als Mehrkanal-Norm
ist, bestätigt Mike Ward von Dolby in England. Seiner Schätzung nach lässt sich 5.1-Ton in AAC mit 320 kBit/s übertragen, was in der Qualität Dolby Digital mit 448 kBit/s entspricht. Zum Einsatz soll 5.1-AAC im japanischen HDTV kommen, doch derzeit ist der Mehrkanalton dort noch im Experimentierstadium. Auch in DVD-Player könnte AAC auf Umwegen noch Einzug halten: So wie viele Hersteller heute MP3 in ihre Player einbauen, könnten es demnächst MP3 und AAC sein. Denn Dolby hat nun einen Consumer Encoder für AAC entwickelt und an die Lizenznehmer weitergegeben: Mit ihm können Geräte gebaut werden, die AAC-Files erzeugen. Bisher gab es nur einen Studio Encoder, der sehr aufwändig arbeitet und für die Herstellung von Daten zum Download gedacht war. Mit dem dreimal so schnellen Consumer Encoder können nun zum Beispiel CD-Ripper gebaut werden, die alle gespielten Discs automatisch auf einer Festplatte speichern. Dann steht das gesamt Musikarchiv auf Knopfdruck zur Verfügung. Erstes Beispiel eines Gerätes dieser Art ist der Sanyo SSP-PD7, der eine Ripping-Software für AAC eingebaut hat. Sie soll mit 96 kBit/s bessere Qualität liefern als MP3 mit 128 kBit/s. Auch der neue Rioport Audio Manager kann AAC-Dateien erzeugen.
Aber natürlich ist AAC
nicht gleich AAC: Für die Stereo-Wiedergabe genügt das Low Complexity Profile, also die niedrigste Stufe. Wie schon bei MPEG-2 Video gibt es bei AAC mehrere Profiles und Levels, etwa ein Multichannel Profile, wie es in Japan verwendet werden soll. Damit sind bis zu 48 Kanäle möglich, plus 16 Subwoofer-Kanäle und 16 Metadaten-Kanäle. Die sind nicht für so viele Lautsprecher gedacht, sondern dafür, mehrere Versionen eines Soundtracks in einen Bitstream zu packen. Mehr Informationen über AAC bei der Dolby-Webseite www.aac-audio.com oder beim Fraunhofer-Institut. Dolby selbst wird übrigens für Leute, die Musik in AAC suchen, eine eigene Webseite einrichten, genannte Dolbymusic.net. Noch führt dieser Link aber zur AAC-Startseite.
16 Subwoofer-Kanäle! Boaah ey! (dt.: Da könnte man das Wohnzimmer vollstellen. 30. 4. 2001)
  Das AAC-Logo:
Bald auch auf
DVD-Playern?

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Die Friedenspfeife: Panasonic macht DVD-R. Es klären sich die Fronten im Streit um das System für DVD-Recorder. Fakt Nummer 1: Panasonic, Toshiba und Hitachi haben ihren Versuch aufgegeben, DVD-RAM zum universellen Standard zu machen, die Idee, alle Laufwerke auf RAM-Kompatibilität umzustellen, ist tot (siehe Meldung vom 14. 10. 99 und von der Funkausstellung 1999). Fakt Nummer 2: Panasonic wird auch DVD-R machen, und zwar in Form des Laufwerks LF-D311. Dieser Drive kann sowohl RAM-Discs als auch R-DVDs beschreiben. Es ist damit das erste Produkt im "DVD-Multi"-Standard. Soweit die Fakten. Böse Zungen (die der Konkurrenz) sagen nun, es gehe Panasonic nur noch darum, sein Gesicht nicht zu verlieren. Weil das Produkt einigermaßen fertig ist, wird es auch den DVD-RAM-Recorder DMR-E10 in PAL-Version geben; der reine RAM-Abspieler, wie er auf der CES in Form des RP91 (siehe Report) gezeigt wurde, wird nicht kommen. Für das Thema Kompatibilität zu normalen Playern ist jetzt das DVD-R/RAM-Laufwerk zuständig - der Versuch, alle Abspielgeräte in diese Richtung zu polen, ist gescheitert. Es bleibt der Einsatz für Videofilmer, wo der Hitachi-Camcorder DZ-MV100 zeigt, was in dieser Technik steckt: Einen Film komplett auf der Disc schneiden wie mit diesem Gerät, das kann sonst keiner. Panasonic wird dieses Teil auch in Europa unter eigenem Namen anbieten.
Im Gefühl des Sieges werden die Firmen der RW-Systeme übermütig und gehen aufeinander los. Die Verhandlungen über einen gemeinsamen Standard, der DVD+RW und DVD-RW einschließt, scheinen ergebnislos zu verlaufen. Zwar ist Pioneer jetzt vorne, nachdem Apple und Compaq Rechner mit dem Super-Drive DVR-A03 ausrüsten (in Europa wird der erste PC dieser Art von der NEC-Tochter Packard-Bell kommen). Als Massenspeicher scheint die Pioneer-Entwicklung -RW aber ziemlich ungeeignet, keine andere Firma will solche Laufwerke bauen - nur noch Panasonic. Um so beeindruckender die Liste der +RW-Anbieter, zu denen sich nun auch Sony gesellt: Einen Brenner für beide Formate, wie als Videorecorder für nächstes Jahr angekündigt, wird es von Sony im PC-Bereich nicht geben. Und es ist ein weiterer prominenter Neuzugang im +RW-Lager zu nennen: LG Electronics. Die Firma hat sich bisher zu -RW zählen lassen und entsprechende Prototypen gezeigt. Doch schon auf der CES war zu vermuten, dass man auch zu +RW schielt, wahrscheinlich wegen der besseren PC-Kompatibilität.
Ich muss zugeben: Vor eineinhalb Jahren hätte ich es für wahrscheinlich gehalten, dass sich DVD-RAM durchsetzt. Und jetzt? Kommt eine Allianz von Pioneer und Panasonic? (13. 4. 2001)
  Panasonic LF-D311: Ein DVD-Brenner, der sowohl RAM- als auch R-Discs beschreibt. Im RAM-Format taugt er als Massenspeicher, für Archiv oder Backup, als R-Schreiber erzeugt er Discs, die mit allen heutigen Player kompatibel sind. Daneben ist er auch noch ein vollwertiger CD-RW-Schreiber. Das Laufwerk kommt aber erst im September und soll dann rund 1.500 Mark kosten.

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Neues im Februar
Philips rotiert: HDTV-Bilder endlich preiswert?
(8. 2. 2001)

Neues im Januar
Mit eigenen Waffen: Sanyo übertrumpft Sony-Projektor
(30. 1. 2001)
Frage an Pioneer: Was ist eigentlich gemeint mit DVD-R?
(30. 1. 2001)
Neu auf der CES: DVI, D-Theater, 16:9-DLP und mehr (11. 1. 2001)

Neues im Dezember
Neu im Archiv: DVD+RW, der Player mit dem Record-Knopf
(31. 12. 2000)
Das Jahr der Entscheidung: RW-Lager hat die Nase vorn
(31. 12. 2000)
Multimedia-Wahn bei Harman/Kardon: Die Einschläge kommen näher (28. 12. 2000)
Einbit-Audio: Endstufen prima, Disc weniger (20. 12. 2000)
Jeder hat seine Festplatte, nur keiner will sie kaufen (5. 12. 2000)

Nachrichten-Archiv 2000: Meldungen von 2000 (Januar bis Dezember 2000)

Nachrichten-Archiv 1999: Meldungen von 1999 (August bis Dezember 1999)