DER NEWS-SERVICE von  

 

Ulrich v. Löhneysen, Journalist

Unterhaltungselektronik  
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Nachrichten-Archiv 

Neues im April
DLP+DVD+CCD:
Wir basteln uns 100 Gigabyte (25. 4. 2002)
Barco Cine-Versum 80: DLP von der feinen Art (15. 4. 2002)
Drunter und drüber: Flache Panels bunt gemischt (15. 4. 2002)
Der Pixel-Hammer: Wer braucht 1.920 mal 1.080? (15. 4. 2002)

Neues im März
Ton-Fenster: Panasonic lässt Bildschirme klingen
(29. 3. 2002)
Zeilenspiele: JVC bringt 1.500 Zeilen auf die Röhre (28. 3. 2002)
Zehn Fragen zu DivX 5 (und natürlich die Antworten ...) (8. 3. 2002)
Wechsel-Festplatten: Willkommen in der Tera-Byte-Ära (8. 3. 2002)
HDTV auf DVD: lieber rot als blau
(6. 3. 2002)

Neues im Februar
Wieder vereint: gemeinsamer DVD-Standard für blauen Laser
(19. 2. 2002)
Schnell reagiert: Panasonic macht DMR noch billiger
(15. 2. 2002)
Versprechen gehalten: Pioneer halbiert DVR-Preis
(14. 2. 2002)
Bei Philips sind 75 Hertz mehr als 100
(5. 2. 2002)

Neues im Januar
Sony vernetzt: MP3, Net-MD, Memory Stick
(30. 1. 2002)
16:9 im Duett: Epson und Yamaha projizieren
(20. 1. 2002)
DVD-Recorder: Knackt Philips die 1.000 Euro?
(CES, 10. 1. 2002)
Der Laserprojektor: Wird's bald – oder nicht?
(9. 1. 2002)

Nachrichten-Archiv: Meldungen von 2001 (Januar bis Dezember 2001)

Nachrichten-Archiv: Meldungen von 2000 (Januar bis Dezember 2000)

Nachrichten-Archiv: Meldungen von 1999 (August bis Dezember 1999)


DLP+DVD+CCD: Wir basteln uns 100 Gigabyte. Der Prototyp sieht aus wie aus dem Optikbaukasten, hier ein Objektiv, da ein Gewinde, dort ein Spiegel. Kaum vorstellbar, wie das einmal auf den Schlitten eines DVD-Laufwerks passen soll. Dann aber wird es ernst: Mindestens 100 GB sollen auf eine Disc passen, einen optischen Speicher der vierten Generation, der nach übereinstimmender Meinung von Experten noch eine Stufe über der Blu-ray-Disc oder anderen Speichermedien der dritten Generation anzusiedeln ist. Das Zauberwort lautet holografische Aufzeichnung, und gemeint damit ist dreidimensionale Speicherung. Bis zur dritten Generation arbeiten diese Speicher immer nur in zwei Dimensionen, verändern die Oberfläche einer Schicht, in einer bestimmten Breite und einer bestimmten Länge. Werden diese Veränderungen wieder ausgelesen, gewinnt man die Daten wieder, die zuvor auf die Schicht geschrieben wurden. Bei holografischen Speichern geht es darum, die komplette Tiefe eines Materials zu verändern, also ein Tiefenmuster in eine Spur zu schreiben. Einen Ansatz dazu hat nun InPhase vorgestellt, der schon deswegen bemerkenswert ist, weil er optische Komponenten verwendet, die man bisher in ganz anderen Zusammenhängen kennt, nämlich DLP von Texas Instruments, ein Prinzip, das bisher in Projektoren zu Hause ist, und ein Charge Coupled Device, kurz genannt CCD, bekannt aus Digitalkameras und Camcordern. Verwendet wird bei InPhase ein roter Laser von rund 100 Milliwatt, der von einem teildurchlässigen Spiegel aufgeteilt wird. Ein Teil wird auf die Mikrospiegel des DLP-Chips gelenkt, ein anderer Teil geht direkt zur Disc. Die besteht aus einem speziellen Fotopolymer-Material, das dort verändert wird, wo aus beiden Richtungen das Laserlicht gleichzeitig auftrifft; dort, wo der DLP dunkel geschaltet wurde, passiert nichts. So wird ein Muster ins Material gebrannt, das beim Auslesen wiederum mit einem gesplitteten Laser erkannt wird: Dort, wo das Material unverändert ist, gelangt der Strahl direkt wieder zu dem CCD, das so feststellt, welcher Pixel hell ist und welcher dunkel. So wird das Pixelraster im Disc-Material wieder in einen Bitstrom zurück verwandelt. Fertig ist der Speicher, der mindestens 100 GB pro Disc fassen soll – in weiteren Entwicklungsstufen noch mehr.
Die Probleme der holografischen Speicher liegen zum einen in der Miniaturisierung aller optischen Komponenten einschließlich des DLP-Chips. Und sie liegen in der Materialwahl. Bis jetzt hat man nur eine Mischung gefunden, die sich einmal beschreiben lässt, also nicht löschbar ist. Als Ersatz für eine Festplatte, etwa in einem Videoserver, taugt die InPhase-Disc so noch nicht. Die Verantwortlichen der Firma, die als Ausgründung von Lucent entstand, sind trotzdem optimistisch, schon im nächsten Jahr erste Prototypen ihres Recorders zeigen zu können und im Jahr darauf mit der Serienproduktion zu starten. Anwendungsbereiche könnten von Datensicherungssystemen bis hin zum digitalen Kino reichen. Die Firma ist freilich nicht die einzige, die Speicher dieser Art entwickelt. Ein Dutzend Firmen von DiskTrend über HoloStor bis Constellation3D arbeitet in USA daran, angeblich hat man sogar schon bei Beiersdorf ein Gigabyte auf eine Rolle Tesafilm gebannt (Meldung vom 1. 4.). Vielfach experimentiert man mit fluoreszierenden Materialien, so bei der FMD von Constellation3D; dann werden aus der Tiefe des Materials unterschiedliche Frequenzen reflektiert, womit man die Dreidimensionalität erreicht.
Wenn man sich den Aufbau so anschaut, könnte man ja auf die Idee kommen, die Bilder eines Films direkt, als Bild und nicht als Daten, in die Disc zu projezieren. Die Scheibe wäre dann praktisch ein aufgerollter Filmstreifen. Nur leider sind solche Speicher halt digital, kennen also keine Grauwerte, sondern nur An oder Aus, Null oder Eins. Also bräuchte man bei acht Bit pro Farbe nicht 24 Bilder pro Sekunde, sondern acht mal drei Farben mal 24 Bilder pro Sekunde. Kinofilm sollte freilich mindestens zwölf Bit pro Farbe haben. Vor allem hätte man aber keine Kompressionsmöglichkeit mehr, die kann nur digital erfolgen. Dann reichen nicht 60 bis 80 Gb für einen Kinofilm, sondern mindestens das Hundertfache. Das schaffen holografische Speicher so schnell auch nicht.
Man bedenke: Solche Firmen sind Aktiengesellschaften, die sich vor allem durch Erfolgsmeldungen finanzieren. Den DVD-Player noch nicht verschrotten. (25. 4. 2002)
Funktionmuster: Das Prinzip ist realisierbar, ob sich freilich die Komponenten auf eine Größe verkleinern lassen, die auf einen Laufwerks-Schlitten passt, ist noch offen.

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Barco Cine-Versum 80: DLP von der feinen Art. Da gab es mal einen kleinen Hersteller von Fernsehern in Belgien, der beschloss vor vielen Jahren, kein Hersteller von Fernsehern mehr sein zu wollen. Daher spezialisierte sich Barco auf hochwertige Profi-Monitore und Videowände, baut heute die hellsten LED-Großbildschirme und die extremsten Röhrenprojektoren, für Simulatoren und für Kino zu Hause. Einen ersten Blick auf den DLP-Projektor aus Belgien konnte man schon auf der Funkausstellung werfen (siehe Report). Nun gab es im Werk Kuurne, nicht weit von der französischen Grenze bei Gent, eine offizielle Vorstellung des Cine-Versum 80, wie er nun heißt. Erster bemerkenswerter Punkt: Von 30.000 Mark wie in Berlin ist keine Rede mehr, das Gerät kostet vielmehr 20.000 Euro. Die teilen sich auf in 12.000 Euro für den Beamer und 8.000 Mark für den Cine-Master, den zugehörigen Videoprozessor, ohne den nichts funktioniert. Zweitens ungewöhnlich: Für die Verbindung zwischen dem Master und seinem Sklaven, dem Projektor, verwendet Barco das "Fiber Protocol", allerdings mit einem Kupferkabel; so lassen sich über maximal 50 Meter Digitalsignale verlustfrei übertragen – das macht die Installation einfach. Drittens: Man hat bei Barco einen Dreh gefunden, das unvermeidliche Schwanken in der Lichtleistung einer UHP-Lampe mit dem Farbrad des DLP zu synchronisieren, das Maximum wird immer dann erreicht, wenn das Rot-Segment ansteht, womit die Lichtleistungs optimiert und die Farbtemperatur in die gewünschte Richtung verschoben wird – in Richtung warm (7.800 K). Viertens: Der Barco sieht verdammt gut aus. Da werden sich die Platzhirsche von Yamaha über Sharp bis Marantz warm anziehen müssen.
Ich bleibe dabei: Die Dinger sind zu teuer – wenn es für 3.500 Euro auch schon einen recht guten DLP gibt. (15. 4. 2002)
Barco Cine-Versum 80: Der DLP-Projektor aus Belgien wurde auf den Home-Theater-Tagen von Verkaufsleiter Geert Ramault präsentiert. Schecks nimmt er schon an, 20.000 Euro müssen drauf stehen. Dann gibt's ab Juni einen Projektor der Extraklasse.

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Drunter und drüber: Flache Panels bunt gemischt. Fünf Flachbild-Fernseher auf einmal, das ist schon bald nicht Besonderes mehr – so wie kürzlich bei Philips gesehen und fotografiert. Von 15 bis 50 Zoll stehen sie im eleganten Philips-Design. Was man freilich nicht sieht: Mehr noch als bei Bildröhren wird bei flachen Panels bunt gemischt, welcher Hersteller wo zum Zug kommt. So beschäftigt Philips für die fünf flachen Fernseher allein drei verschiedene Lieferanten. Der 32-Zöller und der neue 42-Zöller verwenden beide Plasma-Panels von FHP, dem Joint Venture von Fujitsu und Hitachi; sie erhalten den Vorzug vor den quasi-hauseigenen Versionen von LG.Philips – die seien von der Bildqualität bei TV-Signalen den FHP-Modellen noch nicht ebenbürtig. Beide FHP-Panels kommen jetzt in der so genannten Alis-Technik daher, haben also 1.024 Zeilen. Etwas weniger, nämlich 768 Zeilen, bietet in dieser Hinsicht der 50-Zoll-Plasma, den FHP noch nicht anbietet; er kommt statt dessen von NEC. Wenigstens bei den beiden LCD-Fernsehern mit 15 und 18 Zoll Diagonale kommt LG.Philips zum Einsatz, denn bei LCD haben sich die Koreaner schon rechtzeitig auf TV-Anwendungen eingestellt – also schnelle Reaktionszeit, Farbtreue und ausreichender Blickwinkel. Wer freilich meint, die teurer LCD-Fernseher von Philips wären identisch mit den günstigeren LCD-Monitoren, die es neuerdings sogar mit eingebautem TV-Tuner gibt, der irrt: Im 15-Zoll-LCD dieser Sparte leuchtet ein Panel von Chunghwa Picture Tubes aus Taiwan.
Aber: Das Panel ist halt nicht alles, sonst wären die Philips-Plasmas ja mit denen von Sony, von Hitachi, von Fujitsu identisch. (15. 4. 2002)
Flache Fernseher von Philips: Fünf Größen, drei Lieferanten. Die beiden LCD-Fernseher (links) nutzen die hauseigenen LCD-Panels von LG.Philips, die beiden kleineren Plasma-Schirme (oben und rechts) arbeiten mit Panels von FHP, der große Bildschirm vorne hat ein NEC-Plasmapanel eingebaut.

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Der Pixel-Hammer: Wer braucht 1.920 mal 1.080? Ohne Zweifel kann Epson einige Erfolge aufweisen, was die Vermarktung seiner LCD-Panels angeht. Die Firma hat sich bekanntlich (siehe auch Meldung vom 20. 1. 2002) auf die winzigen Polisilizium-Bauteile spezialisiert, wie sie heute in praktisch allen LCD-Beamern verwendet werden. Und auch die neue Reihe von 16:9-Panels kommt gut an. So setzt zum Beispiel Panasonic mit dem PT-AE100, gepowert von den 0,7-Zoll-Panels mit 858 mal 484 Pixeln, Bestmarken in Leistung und im Verkauf (vor allem in Japan und USA, siehe Meldung vom 4. 10. 2001). Auch LG will die 16:9-Panels, allerdings das nächst größere Format mit 1.280 mal 720 Pixeln für Heimkino-Projektoren einsetzen. Rückprojektoren mit diesen Elementen werden unter anderem Daewoo, LG und Panasonic bauen. Nun greift Epson selber in diesem Markt an und bringt mit dem Modell ELP-RM50W1 einen eigenen Rückpro, vorerst allerdings nur in Japan und heftig gepreist (rund eine Million Yen).
Der große Pixel-Hammer wird von Epson noch in diesem Geschäftsjahr herausgeholt, das heißt vor März 2003: Ein Panel mit 1.920 mal 1.080 Pixeln, also voller HDTV-Auflösung. Damit könnte die Firma der erste Hersteller sein, der diese Auflösung anders als mit Neunzoll-Röhrenprojektoren möglich macht. Angekündigt wurden Lichtventile dieser Auflösung schon in diversen Varianten: als DLP, doch dieses Projekt steht bei Texas Instruments auf der Kippe (zumindest für Kino zu Hause); als D-ILA bei JVC (siehe Story hier), doch auch dort scheint die HD-Auflösung nicht höchste Priorität zu haben; als LCoS von Three-Five-Systems, nur stehen hier leider die Vorhaben in argem Kontrast zur Realität. Epson dagegen sollte das 1.080-Zeilen-Element dagegen locker hinbekommen, wird es doch 1,6 Zoll groß, also pro Bildpunkt sogar noch etwas größer als beim 0,87-Zoll-LCD mit 720 Zeilen. Zudem soll es schon in den nächsten Monaten weitere Verbesserungen in Sachen Lichtausbeute und/oder Kontrast geben. Man hört freilich auch, dass noch kein Dritthersteller bisher Anstalten macht, die hochaufgelösten Panels verwenden zu wollen. Vielleicht kommt aus diesem Grund nun der 50-Zoll-Rückpro mit 720 Zeilen, ein Gerät, über das firmenintern schon lange nachgedacht wurde. Ergänzend zu diesem Produkt ließe sich doch ein wunderschöner 60-Zöller mit 1.920 mal 1.080 Bildpunkten vorstellen – oder?
Völlig unberührt davon bleibt die Diskussion, ob man so viele Pixel zu Hause überhaupt braucht. (15. 4. 2002)
Epson ELP-RM50W1: Der erste Rückprojektor der Marke verwendet die 1.280-mal-720-Panel. Ein Import nach Deutschland ist derzeit nicht vorgesehen.

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Ton-Fenster: Panasonic lässt Bildschirme klingen. Dass Bild und Ton zusammen gehören, ist eine Binsenweisheit. Man kann akustisch transparente Leinwände nehmen wie im Kino, da dämpft die Leinwand den Klang und schluckt Licht. Oder man kann einen flachen Lautsprecher als Leinwand bauen, wie es Elac mit der NXT-Technologie probiert (siehe IFA 1999). Oder, ebenfalls mit NXT-Verfahren, transparente Flachlautsprecher entwickeln, wie das unter dem Namen SoundVu geschieht (auch das auf der IFA 1999). Alles viel zu kompliziert, dachten sich die Techniker bei Panasonic und kombinierten zwei seit langem bekannte Verfahren: konventionelle Spulen-Chassis und berührungsempfindliche Bildschirme, so genannte Touch-Panels. Heraus kommt das Sound-Window, das Ton-Fenster. Damit kann praktisch jeder flache Schirm zum Klingen gebracht werden, egal welcher Größe. Man kann die Displays von Handies auch als Lautsprecher nutzen, man kann LCD- oder Plasmafernseher bauen, die praktisch ohne Boxen auskommen. Von den Touchscreens stammt die Idee einer Membran über dem Bildschirm-Glas. Doch statt elektrischer Kontakte befindet sich beim Sound Window nur Luft dahinter, die allerdings unter gewissen Druck. Über ein Kanalsystem sind die Luftkammern mit einem Chassis verbunden, das neben oder unter dem Schirm angebracht wird. Auf diese Weise wird die Membran zum Schwingen gebracht. Weil dadurch eine relativ große Fläche angetrieben wird, soll der Schalldruck wesentlich höher sein als bei konventioneller Bauweise – die Panasonic-Techniker sprechen von einem "akustischen Hebel". Schon in der zweiten Jahreshälfte soll der erste klingende Bildschirm serienreif sein, zuerst eingesetzt in Verbindung mit einem Touch-Panel für Informationszwecke.
Jetzt muss es nur noch gut klingen. (29. 3. 2002)
Panasonic Sound Window: Ein Chassis neben dem Bildschirm treibt die transparente Membran vor dem Bildschirm – das Bild kann man aber auch ganz weglassen (links)

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Zeilenspiele: JVC bringt 1.500 Zeilen auf die Röhre. Die Zahl 75 wird populär: Nach Philips mit Pixel-plus hat nun eine zweite Firma eine Fernseher-Technologie angekündigt, die mit 75 statt 100 Hertz arbeitet, nämlich JVC. In Japan hat man ein System namens DET ("Digital Emotion Technology") bereits am 18. September vorgestellt, auf der Cebit hatte erstmals die Europa-Version Premiere. Hier heißt das System DIST, was für "Digital Image Scaling Technology" steht. Der wesentliche Unterschied zu Philips ist, dass JVC die Zeilenzahl verdoppelt und die Bildwechselfrequenz um 50 Prozent erhöht – das ergibt eine Ablenkfrequenz nicht mehr von 32 kHz wie bei 100 Hz oder Pixel-plus, sondern von 45 kHz (exakt 46,875 kHz bei PAL). Es werden bei PAL-Bildern 1.250 Zeilen mit 75 Halbbildern erzeugt, bei NTSC 1.500 Zeilen mit 60 Hertz; sichtbar sind jeweils 1.152 beziehungsweise 1.440. Damit benötigt DIST ganz andere Bildröhren als bisher, die heute noch selten gefertigt werden. Schon seit bald zehn Jahren gibt es Versuche in dieser Richtung, doch eine kostengünstig produzierbare und haltbare Lösung für die Ablenkeinheiten machte Probleme. Wer JVC diese Röhre jetzt liefert (eine eigene Fertigung hat man nicht), verrät die Firma noch nicht; es ist anzunehmen, dass es sich dabei um Produkte von Toshiba oder Mitsubishi/NEC handelt. Solche Bildröhren werden gebraucht, wenn man das US-HDTV-Format 720p in voller Schönheit darstellen will; die Röhren von der Konzernmutter Matsushita ebenso wie die von Sony oder vielen anderen Herstellern belassen es bei 32 kHz.
Die Bildverarbeitung bei DIST besteht aus einer Wandlung in die Progressive-Ebene; danach folgt eine Formatierung auf das höhere Niveau, was bei NTSC eine Verdreifachung der Zeilen einschließt (bei unverändert 60 Hz), während bei PAL die Zeilenzahl verdoppelt und aus zwei Halbbildern drei gemacht werden (50 auf 75 Hz). Um das etwas klarer auszudrücken die Zeilenzahlen: NTSC hat 525 Zeilen einschließlich Austastlücke, 480 Zeilen sind sichtbar; in den meisten Veröffentlichungen arbeitet JVC mit der Gesamtzeilenzahl, die man auch verwenden muss, um die Ablenkfrequenz zu errechnen, korrekt für die Bildinhalte ist aber der Ansatz der sichtbaren Zeilen. Das macht 480 Zeilen mal 3, also 1.440 Zeilen sichtbar; das ist damit exakt das Doppelte von 720p. Bei PAL sind es 576 mal 2, also 1.152 Zeilen (mit Austastlücke 1.250). Es mag erstaunen, dass aus 720p ein 1.440i-Signal gemacht wird, also Interlaced (Halbbilder) genau wie bei allen anderen Quellen auch. Für die Verwendung von Halbbildern gäbe es keinen Grund, geht man nur von NTSC, PAL oder 720p als Eingangssignalen aus; weil es aber auch 1.080i-Signale gibt, wäre Progressive Scan ein Rückschritt. Dieses Signal in Progressive Scan zu wandeln, ist verlustfrei nur bei Verdoppelung der Ablenkfrequenz möglich, man bräuchte dann 64 kHz, was noch mehr Schwierigkeiten macht als 45 kHz. Ein dritter Schritt in der Bildbearbeitung ist dann eine Anhebung der Detailschärfe, womit man niedrig aufgelöste Signale optisch ein wenig mehr in Richtung HD trimmen will. Das Problemfeld der DIST-Schaltung wird die Umrechnung von zwei Bewegungsphasen bei PAL-Videoquellen auf drei sein. Wie das gelöst werden soll, beantworten die JVC-Informationen bisher nicht.
Ein Spötter nennt diese Anstrengungen "das letzte Gefecht der Röhren-Gewerkschaft"; bei LCD und Plasma muss man halt andere Klimmzüge machen. (28. 3. 2002)
JVC AV32HD25: Der erste Euro-Fernseher mit Hochrechnung der Signale auf 45 kHz, in diesem Fall 1.250 Zeilen bei PAL. Zur Vergrößerung des Schemas aufs Bild oder hier klicken.
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Zehn Fragen zu DivX 5 (und natürlich die Antworten ...). DivX wurde berühmt als Werkzeug für illegale DVD-Kopien und Videopiraterie im Internet. Mit der Version 5 des Videocodecs will der Anbieter raus aus der Schmuddelecke und gleichzeitig MPEG-4 als Standard unterstützen. Karl-Gerhard Haas erklärt, was man mit DivX theoretisch machen kann – und was die neue Version in der Praxis taugt. Lesen Sie seinen Report. (8. 3. 2003)
Divx 5 jetzt verfügbar: Aufwachen, der zweite Encoding-Durchgang ist fertig!

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Wechsel-Festplatten: Willkommen in der Tera-Byte-Ära. Acht Firmen haben sich auf einen Standard geeinigt, der auswechselbare Festplatten in Geräten aller Art möglich macht, iVDR genannt (Information Versatile Disk for Removable usage). Der Grund für diese Idee ist einfach: Von einem Videorecorder erwartet man zum Beispiel, dass er zehn Jahre hält; die Kapazität der Festplatten verdoppelt sich aber im Schnitt jedes Jahr. Also schließt man die Käufer von heute vom technischen Fortschritt aus – wenn man ihnen nicht die Möglichkeit gibt, die Festplatte gegen eine andere auszutauschen. Daher haben schon Marktforscher wie Durlacher schon vor Jahren vorgeschlagen, Festplatten-Videorecorder entsprechend zu bestücken. Klar: Wer heute eine solche Box mit 40 GB kauft, ärgert sich schwarz, wenn Anfang nächsten Jahres zum gleichen Preis welche mit 200 GB zu bekommen sind (was denkbar ist). Zudem eröffnet es die Möglichkeit, sich ein Archiv anzulegen, auch wenn das vielleicht etwas teurer ist als bei optischen Speichern wie CD und DVD. Schon angedacht sind Server mit vier oder fünf Harddisc-Slots, so dass man bald auf ein Tera-Byte Speicher zu Hause kommen könnte. In zwei Jahren soll es von den Firmen des iVDR-Konsortiums Laufwerke mit 200 bis 400 GB geben, und das mal fünf, das reicht für eine Woche Fernsehen ohne Pause. TV-Sender sind dann wirklich nur noch Futterlieferant, ihre Programmschema spielt keine große Rolle mehr.
Beteiligt sind neben Hitachi, JVC, Pioneer, Sharp und Sanyo auch Canon, Fujitsu und Phoenix. Ein Problem könnte sein, dass man sich auf das 2,5-Zoll-Format festgelegt hat, während für AV-Anwendungen heute häufig 3,5-Zoll-Modelle verwendet werden; andere große Hersteller wie Seagate, Quantum, Western stehen noch abseits. Trotzdem: Die Idee ist richtig und könnte sich durchsetzen. Mehr darüber auf der Webseite des Konsortiums und im englischen Statement (PDF-Download). Zu den Anfängen der Festplatten-Recorder muss ich mal wieder auf mein Spezial verweisen.
Apropos Tera-Byte: Mein erster Rechner hatte 32 kB RAM, konfigurierbar als virtuelles Laufwerk – und keine Festplatte. Ein Kollege, der mich damals beriet, meinte nur, dass man davon Viren bekäme. (8. 3. 2002)
Videoserver von Sharp: Hinter der Klappe verbirgt sich zukünftig ein Slot für die Festplatte – auf Wunsch auch entnehmbar, genau wie Loriots Familienbenutzer.

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HDTV auf DVD: lieber rot als blau. Jetzt ist die Verwirrung groß: Das DVD-Forum hat der Blu-ray Disc eine Absage erteilt, HDTV-Filme sollen lieber auf Basis der heutigen Technologie mit rotem Laser verwirklicht werden. Ich hatte es schon vermutet (siehe Sony gegen Microsoft, Absatz "Auch vorbespielte Software ... "), bestätigt wird das nun von der stets gut informierten Junko Yoshida in EET. Man darf und muss diesen Beschluss des DVD-Forums als Antwort sehen, sowohl auf die Verkündigung des Blu-ray-Standards als auch auf die Absicht von JVC, in diesem Sommer mit HDTV-Filmen auf D-VHS in den Markt zu gehen, wie bereits auf der CES 2001 zu hören war. Leicht lässt sich erraten, wer die treibenden Kräfte hinter diesem Beschluss sind, der dem Vernehmen nach von elf der 17 Mitglieder gefasst wurde: Es sind vor allem Warner und Sony mit seiner Film-Abteilung, unterstützt von den beleidigten Herren bei Toshiba.
Frage: Geht das überhaupt? Es geht, aber man braucht einen sehr großen Schuhlöffel, um einen HDTV-Film so zu komprimieren, dass er bei den knapp neun Gigabyte einer doppelseitigen DVD noch auf vernünftige Laufzeiten kommt. Auf jeden Fall muss die Bild-Datenrate deutlich unter den knapp elf Mbit/s liegen, die auf der DVD mit rotem Laser heute möglich sind. Die Rede ist von Werten zwischen sieben und neun Mbit/s, womit eines klar ist: Die Spielzeit einer Dual-Layer-Disc mit HDTV wird dann einer Einschicht-DVD mit Standard-Auflösung entsprechen. Nur zum Vergleich: Bei HDTV-Ausstrahlung arbeitet man heute mit Datenraten von 18 bis 24 Mbit/s. Joe "Videopapst" Kane hatte schon vor Jahren vorgeschlagen, doch eine solche Norm auf DVD zu verabschieden, damals mit 1.280 mal 720 progressiv (720p), was selbst mit heutiger Technik möglich wäre. Das DVD-Forum will nun sogar 1.920 mal 1.080 soweit komprimieren, was ziemlich gute Verfahren und viel Rechenleistung verlangt. Festgelegt auf eine Kompression hat man sich noch nicht, im Rennen sind sowohl MPEG-2 als auch MPEG-4 (siehe MPEG-Homepage). Erst Mitte Februar hatte Mitsubishi eine Methode vorgestellt, wie man mit MPEG-2 wesentlich effizienter als bisher HDTV verarbeiten kann – ein entsprechender Baustein soll bis 2004 fertig sein. Auf jeden Fall ist eine Entscheidung über den Standard noch offen, was andere Quellen in der Software-Branche bestätigen. Nur firmeneigene Verfahren wie MS Corona oder die Wavelet-Kompression von Quvis sind wohl aus dem Rennen.
Viele Vorteile hat ein solches Vorgehen auf jeden Fall. Zum Einen sind die Replikationskosten der DVD identisch mit denen heutiger Discs, man müsste allenfalls häufiger das Zusatzmaterial auf eine zweite Disc auslagern als bisher. Zum Anderen wird die Hardware-Seite nur begrenzt teurer, schätzungsweise 25 bis 50 Dollar nach Quellen von Frau Yoshida. Wie gut die Qualität sein kann, lässt sich natürlich jetzt noch nicht beurteilen. Andererseits sind seit der Festlegung des HDTV-Sendestandards rund zehn Jahre vergangen, außerdem bietet die variable Datenrate auf der DVD wesentlich mehr Spielraum für Qualität, wie wir schon bei der Einführung der Disc gelernt haben.
Bis HDTV in Europa relevant wird, wird man 1080i mit fünf Mbit/s machen – wenn Ihnen das etwas sagt. (6. 3. 2002, ich darf bei dieser Gelegenheit mal wieder auf mein HDTV-Spezial verweisen)
Joe Kane: Vom Macher der "Video Essentials" stammt die Idee, auf Standard-DVDs Filme in HDTV-Qualität zu speichern. Er hatte Recht, wie so oft. (Foto und Infos W. Mayer)

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Neues im Dezember
Sony contra Microsoft: Der große Krach
(31. 12. 2001)
Acht Kanäle aus einem Lautsprecher: Der Tonwerfer kommt
(5. 12. 2001)

Neues im November
Neu im Archiv: Cinemaxx-Kinos ohne THX
(27. 11. 2001)
Winzig und hoch auflösend: LCoS-Chip von Hitachi
(25. 11. 2001)

Kein Limit: Samsung vergrößert LCDs auf 1,30 Meter (20. 11. 2001)

Neues im Oktober
576 progressive DLP: Der Matterhorn kommt
(29. 10. 2001)

THX Ultra2 und die Folgen: 6.1-Ton bald billiger (7. 10. 2001)
50-GB-DVD und mehr: Panasonic ist wieder da (4. 10. 2001)

Neues im September
DVD-R plus HDD: Panasonic macht's vor
(26. 9. 2001)
Post-IFA: 16:9-DLPs von vorn und hinten
(26. 9. 2001)
Burmester baut rein digitalen DVD-Player
(25. 9. 2001)

Neues im August
IFA live: Thomson kombiniert
(23. 8. 2001)
Philips beendet die VHS-Produktion
(19. 8. 2001)
Pre-IFA: Sony auf eigenen Wegen
(19. 8. 2001)
Pre-IFA: Loewe goes west
(6. 8. 2001)
Pre-IFA: Die große Schau ist eröffnet (5. 8. 2001)
Projektoren: Neue Wege bei Plus, InFocus/Toshiba, Sony (4. 8. 2001)

Neues im Juli
Pre-IFA: Herzblut für Grundig
(21. 7. 2001)
DVD+RW: Samsung dabei, aber Sony? (21. 7. 2001)

Neues im Juni
Pre-IFA: Thomson kann's auch
(28. 6. 2001)
Farb-Recycling: DLP praktisch neu erfunden (24. 6. 2001)
Pre-IFA: Philips setzt alles auf DVD+RW (22. 6. 2001)
DVD mit DVI-Digitalausgang: Wo ist das Problem? (16. 6. 2001)
So kommt er: der DVD-Recorder von Pioneer
(12. 6. 2001)
Motorola im Wohnzimmer: Wir lassen's krachen
(12. 6. 2001)
Rundum-Ton wie im Konzert: AT&T verspricht Wunder (11. 6. 2001)
Der Yamaha-Projektor: stark dank DLP
(6. 6. 2001)

Neues im Mai
DVD-R, die Zweite: Panasonic macht's besser
(31. 5. 2001)
DVD-R, die Erste: Au Vaio, Sony
(31. 5. 2001)
Denon wird unabhängig – und amerikanisch
(22. 5. 2001)
Matsushita und Hitachi: Worüber man spricht
(21. 5. 2001)
DTS legt nach: Jetzt auch mit 96 kHz und 24 Bit
(15. 5. 2001)
Wasserzeichen marsch: DVD-Kopierschutz ab 2003 verschärft
(13. 5. 2001)

HD statt analog: ein Premiere-World-Szenario (13. 5. 2001)

Neues im April
Neue Rückprojektoren: das fröhliche Panel-Tauschen
(30. 4. 2001)
Eine wunderbare Freundschaft: Dolby und AAC
(30. 4. 2001)
In eigener Sache: Mitarbeiter gesucht (16. 4. 2001)

Die Friedenspfeife: Panasonic macht DVD-R (13. 4. 2001)

Neues im März
16:9-Projektoren: Auch Toshiba ist dabei
(21. 3. 2001)

Kurz gefasst: Die Röhre lebt (15. 3. 2001)
DVD-Forum vor dem Ende? Keine gemeinsamen Standards in Sicht (11. 3. 2001)
Digitale Schnittstellen: DVI mit bis zu 1.200 Zeilen (10. 3. 2001)
Progressive Scan in PAL: die ganze Wahrheit (10. 3. 2001)

Neues im Februar
Philips rotiert: HDTV-Bilder endlich preiswert?
(8. 2. 2001)

Neues im Januar
Mit eigenen Waffen: Sanyo übertrumpft Sony-Projektor
(30. 1. 2001)
Frage an Pioneer: Was ist eigentlich gemeint mit DVD-R?
(30. 1. 2001)
Neu auf der CES: DVI, D-Theater, 16:9-DLP und mehr (11. 1. 2001)

Neues im Dezember 2000
Neu im Archiv: DVD+RW, der Player mit dem Record-Knopf
(31. 12. 2000)
Das Jahr der Entscheidung: RW-Lager hat die Nase vorn
(31. 12. 2000)
Multimedia-Wahn bei Harman/Kardon: Die Einschläge kommen näher (28. 12. 2000)
Einbit-Audio: Endstufen prima, Disc weniger (20. 12. 2000)
Jeder hat seine Festplatte, nur keiner will sie kaufen (5. 12. 2000)

Nachrichten-Archiv: Meldungen von 2001 (Januar bis Mai 2001)

Nachrichten-Archiv 2000: Meldungen von 2000 (Januar bis Dezember 2000)

Nachrichten-Archiv 1999: Meldungen von 1999 (August bis Dezember 1999) 

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