Nachrichten-Archiv
Neues im Mai
DVD-R, die Zweite: Panasonic macht's besser (31. 5. 2001)
DVD-R, die Erste: Au Vaio, Sony (31. 5. 2001)
Denon wird unabhängig und amerikanisch (22. 5. 2001)
Matsushita und Hitachi: Worüber man spricht (21. 5. 2001)
DTS legt nach: Jetzt auch mit 96 kHz und 24 Bit (15. 5. 2001)
Wasserzeichen marsch: DVD-Kopierschutz ab 2003 verschärft (13. 5. 2001)
HD statt analog: ein Premiere-World-Szenario (13. 5. 2001)
Neues im April
Neue Rückprojektoren: das fröhliche Panel-Tauschen (30. 4. 2001)
Eine wunderbare Freundschaft: Dolby und AAC (30. 4. 2001)
In eigener Sache: Mitarbeiter gesucht (16. 4. 2001)
Die Friedenspfeife: Panasonic macht DVD-R (13. 4. 2001)
Neues im März
16:9-Projektoren: Auch Toshiba ist dabei (21. 3. 2001)
Kurz gefasst: Die Röhre lebt (15. 3. 2001)
DVD-Forum vor dem Ende? Keine gemeinsamen Standards in Sicht (11. 3. 2001)
Digitale Schnittstellen: DVI mit bis zu 1.200 Zeilen (10. 3. 2001)
Progressive Scan in PAL: die ganze Wahrheit (10. 3. 2001)
Nachrichten-Archiv: Meldungen von 2000 (Januar bis Dezember 2000)
Nachrichten-Archiv: Meldungen von 1999 (August bis Dezember 1999)
DVD-R, die Zweite: Panasonic macht's besser. "Wir werden uns nicht die Butter vom Brot nehmen lassen", sagt Andrä Hermann, Sprecher von Panasonic Deutschland, zum Thema DVD-Recorder. Die Butter heißt DMR-E20, ist ein DVD-RAM/-R-Gerät, kann fast alles besser und ist billiger. Wie schon seit der Cebit bekannt (siehe Meldung vom 13. 4. 2001), spendiert die Firma ihren DVD-Laufwerken der nächsten Generation die Fähigkeit, auch DVD-R zu brennen, also die Scheiben, die sich in heutigen Playern ohne Probleme abspielen lassen. Schließlich gab es nie einen Standard für einmal beschreibbare RAM-Discs, was auch ziemlich unsinnig wäre, weil deren Vorteile beim Löschen und Wiederbeschreiben zum Tragen kommen. Daher kann nun also auch der DMR-E20 das kompatible Format schreiben. Und er kann noch mehr, sechs Stunden TV aufzeichnen zum Beispiel, während der Pioneer DVR-2000 auf die gleichen Discs nur zwei Stunden unterbringt. Der Grund dafür: Panasonic kann auch bei DVD-R mit variabler Datenrate arbeiten, während man es bei Pioneer im kompatiblen Modus nur per konstanter Datenrate kann. Außerdem kann der DMR-E20 dank einer maximalen Schreib-Lese-Datenrate von knapp 22 Mbit/s gleichzeitig Aufzeichnen und Wiedergeben, also das, was bisher Harddisc-Recordern vorbehalten war. Man sieht also eine Sendung, deren Beginn man um eine Viertelstunde versäumt hat, während der Rest noch aufgezeichnet wird (das geht aber nur, wenn eine RAM-Disc eingelegt ist). Außerdem kostet der DMR-E20 nur 135.000 Yen beziehungsweise 1.498 Dollar, während der Vorgänger, das Modell DMR-E10 noch mit dem Doppelten in der Preisliste stand. Für Deutschland, wohin der DMR-E20 als erster RAM-Recorder kommen wird, kann man sogar einen Preis irgendwo zwischen 2.500 und 3.000 Mark erwarten.
Apropos Butter vom Brot: Das Wurstbrot gehört DVD-R-Erfinder Pioneer, weil man von der gesamten Konkurrenz jetzt Lizenzgebühren kassieren kann. (31. 5. 2001)
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Panasonic DMR-E20: Der erste RAM-Recorder in Deutschland wird gegen Jahresende zu kaufen sein. er bespielt ein- und zweiseitige DVD-RAM-Scheiben (mit und ohne Cartridge) sowie die DVD-R-Discs nach der Spezifikation "for general use", also mit vorgeprägtem CSS-Sektor, der Kopien von anderen DVDs unmöglich machen soll.
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DVD-R, die Erste: Au Vaio, Sony. Ein kluger Mann hat mal gesagt: "Man soll nicht der Konspiration zuschreiben, was der Konfusion geschuldet ist." Oder anders: Nicht alles ist Strategie. Denn wie sollte man sich sonst erklären, dass Sony nun in Japan und USA Desktop-PCs aus der Vaio-Reihe vorstellt, die mit einem DVD-RW-Laufwerk ausgestattet sind? Die Firma hat schon vor drei Jahren erklärt, nur DVD+RW machen zu wollen, gemeinsam mit den Freunden von HP, Philips, Yamaha und anderen. Und jetzt das. Heißt das, die ganze Strategie ist über den Haufen geworfen? Fragen an Sony bleiben ohne Ergebnis. Es sei nicht ganz klar, welches Laufwerk das sei, aber auf jeden Fall kein eigener DVD+RW-Brenner. Man habe ein solches Produkt auch noch nicht vorgestellt. Nun habe ich aber auf der Cebit einen Mann gesprochen, der behauptete, von Sony zu sein und in seinem Vaio-PC ein +RW-Laufwerk zu haben (siehe Bild unten); das war zufällig auf der Pressekonferenz der DVD+RW-Alliance, dem Forum aller Unterstützer. Hat sich der gute Mann nur verlaufen und wollte eigentlich bei einer anderen Pressekonferenz auftreten? War es ein Hochstapler? Oder schwenkt nun die ganze Branche in perfekter Harmonie auf DVD-RW ein? Wohl nichts von alledem.
Fakt ist, dass Sony im PC-Geschäft weltweit die Nummer eins werden will. Und da muss es in einer großen Firma erlaubt sein, dass die Produktverantwortlichen so entscheiden, wie es für ihre Märkte richtig ist. Also kauft man für seine Video-Audio-Integrated-Operation-Rechner (daher Vaio genannt) das erstbeste Laufwerk, das kompatible DVDs brennen kann und wenn es auch von Pioneer ist. Schließlich hat man Giga-Pocket, die eigene Software, die aus dem Rechner einen Videorecorder macht; dazu ist natürlich der DVD-Brenner die richtige Ergänzung, weil man die Aufnahmen hier erstmalig optimal archivieren kann. Das eigene Laufwerk im +RW-Standard kommt trotzdem wie geplant im Herbst.
Die TV-Produktmanager bei Sony entscheiden ja auch, dass YUV-Eingänge überflüssig sind; und ihre Kollegen bei DVD halten YUV-Ausgänge für das Beste überhaupt. (31. 5. 2001)
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Sony-PC mit DVD+RW-Laufwerk auf der Cebit: Wer ist dieser Mann? Hat er sich in der Pressekonferenz geirrt? Hat man bei Sony die Systeme verwechselt? Sachdienliche Hinweise nimmt jede Sony- Niederlassung entgegen (Foto von der Pressekonferenz der DVD+RW- Alliance).
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Denon wird unabhängig und amerikanisch. Umdenken: Früher hat man es Japan AG genannt, das Geflecht aus Konzernen, die in der japanischen Wirtschaft den Ton angeben. Doch diese AG gibt es nicht mehr. Im Zuge der Aufräumarbeiten gibt Hitachi auch die Kontrolle über Denon ab, eine Firma, die man bisher indirekt über die zum Konzern gehörende Software-Filiale Nippon Columbia beherrschte. Diese Musikfirma ist hoch verschuldet, die Branche lahmt. Also wird die aus den 60er Jahren stammende Beteiligung abgestoßen in hoffentlich gute Hände: Die Mehrheit von 98 Prozent an Denon übernimmt die US-Investment-Gesellschaft Ripplewood Holdings, deren Strategie es ist, japanische Firmen zu entschulden und an die Börse zu bringen. Das könnte schon im Juli 2002 der Fall sein. Denn Denon ist hoch profitabel, die hochwertigen HiFi- und AV-Komponenten laufen sehr gut. Nur bisher haben die Schulden der Mutter den Gewinn aufgefressen, sagt Denon-Deutschland-Chef Toru Yokoma, gerade aus Japan zurückgekehrt. In Zukunft soll die Firma also mehr Kapital für Eigenentwicklungen zur Verfügung haben als bisher. Die Bande zur Ex-Mutter werden aber nicht ganz gekappt: Hitachi behält zwei Prozent des Kapitals. Was man mit dem frischen Geld machen will, wird bei Denon noch diskutiert. In den Massenmarkt wird die Firma aber sicher nicht einsteigen. Und ins Videogeschäft, etwa mit Projektoren oder anderem visuellen Equipment, wie Yamaha (siehe Meldung von der CES)? Ganz von der Hand weisen mag das Yokoma nicht, aber eine komplette Eigenentwicklung sei doch sehr, sehr teuer. Ganz oben stehe der Wunsch, das angestammte Geschäft noch besser zu machen. Da bleibt man doch recht japanisch.
Von einer Deutschland AG kann in diesem Zusammenhang sowieso keine Rede sein, höchstens von einer Bayern AG. (22. 5. 2001)
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Matsushita und Hitachi: Worüber man spricht. In Japan haben die beiden Firmen Matsushita und Hitachi bestätigt, über gemeinsame Aktivitäten in der Unterhaltungselektronik zu sprechen. Hitachi ist eigentlich die größere Firma, Matsushita ist aber mit seinem Marken Panasonic, National und Quasar sowie dem bestimmenden Einfluss bei JVC in der Unterhaltungselektronik ganz vorn; die besondere Stärke von Matushita sind die Fertigungsanlagen, etwa die Panasert-Maschinen. Die werden sogar beim Erzrivalen Sony verwendet, wenn auch große Schilder darauf hinweisen, dass sie von Sony-Ingenieuren verbessert worden seien. Hitachi dagegen ist in der industriellen Elektronik ganz stark, von Kraftwerken bis Rolltreppen, und vor allem in der Chipfertigung. Eigene Chips in großen Stückzahlen zu bauen hat Matsushita dagegen schon Anfang der 80er Jahre aufgegeben, als man mit letzter Kraft seine führende Position bei den Hausgeräten in Japan verteidigen musste. Das ist es, was dem Konzern heute fehlt. Und Hitachi hat seine Schwächen auf dem Konsumer-Markt, ist aber ganz stark in der Komponenten-Entwicklung und -Fertigung, hat also viel Technologie, die Panasonic gut anstünde.
Gemeinsamkeiten gibt es jetzt schon zur Genüge: Bei DVD und allen damit verwandten Formaten wie DVD-RAM und DVD-Audio ziehen beide Firmen am gleichen Strang in die gleiche Richtung; auch bei Rückprojektoren haben beide zusammen mit Texas Instruments an den 16:9-DLPs gearbeitet. Besonders attraktiv ist bei Hitachi zur Zeit die mit viel Aufwand entwickelte DVD-Camcorder-Technik; sie gilt als eine der Möglichkeiten, bei mobiler Aufnahme das Band abzulösen. Panasonic hat bereits angekündigt, im Profi-Segment einen Camcorder mit Disc-Aufzeichnung bringen zu wollen. Das Consumer-Gerät kauft die Firma sogar direkt bei Hitachi, eine eigene Entwicklung hat man eingestellt. Im Gegenzug will Hitachi den DVD-Recorder DMR-E10 bei Matsushita einkaufen und unter eigenem Namen vertreiben. Ein weiteres Feld der Zusammenarbeit sind die Projektionstechnologien. Hitachi ist hier stark in der Entwicklung von LCoS-Geräten, also spiegelnden Mini-LCDs für Rückpros, Frontprojektoren und Monitoren. Schon im Herbst will Hitachi mit einem LCoS-Projektor auf den Markt kommen nicht zuletzt deswegen, weil man sehr ungern von der Gnade eines einzelnen Lieferanten wie Texas Instruments abhängig sein will. Bei LCoS hat Hitachi einen Fuß drin über UMC in Taiwan, der zweitgrößten Chip-Foundry, also Hersteller von Rechen-Bausteinen auf Bestellung. UMC ist sogar die einzige Firma, die LCoS auf Bestellung fertigt, zum Beispiel für 3-5 Systems. Hier wäre vorstellbar, dass Panasonic diese Technologie übernimmt. Schwierig würde es nur in einem Feld: Bei Plasma-Monitoren ist Hitachi bei Fujitsu mit viel Geld und der raffinierten ALIS-Technologie eingestiegen, die die Zeilenzahl praktisch verdoppelt. Matsushita baut dagegen seine eigenen Plasma-Panels. Das ließe sich vielleicht noch managen, wenn es nicht so wäre, dass bei Fujitsu-Hitachi-Plasma auch Sony mit im Boot ist (und zur Zeit mit dem hochauflösenden Panel mit 1.024 Zeilen Furore macht) siehe dazu Meldung vom 1. 5. 2000.
Wie die Zusammenarbeit schlussendlich aussehen wird, scheint noch offen. Hitachi gilt immer wieder mal als Kandidat, sich aus der Unterhaltungselektronik ganz zurück zu ziehen. Ob das freilich sinnvoll wäre, müssen die Insider beurteilen. Auf jeden Fall ergänzen sich beide Konzerne recht gut. Und bei Panasonic ist sowieso einiges im Umbruch, seit im letzten Juni der neue Präsident Kunio Nakamura ernannt wurde. Er sagte: "Im Zentrum der Aktivitäten von Matsushita steht immer die industrielle Fertigung, und daher werden wir nicht den gleichen Weg gehen wie Sony. Wir werden keine Inhalte produzieren." Im Zuge der Digitalisierung aller Medien fehlt Matsushita heute die Chip-Fertigung in dem Maßstab, wie sie Hitachi hat.
NEC, Blaupunkt, Siemens, Mitsubishi, Nordmende fallen mir spontan, Firmen, die es in der Unterhaltungselektronik nicht mehr gibt. Bei Hitachi in Deutschland wusste man heute morgen noch nichts von den Gesprächen. (21. 5. 2001)
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Hitachi DZ-MV100: Das Gerät zeigt die schon heute funktionierende Zusammenarbeit zwischen Matsushita und Hitachi und ist sehr begehrt: In Japan hat die Firma damit auf Anhieb einen Marktanteil von vier Prozent erreicht. Und die Technologie würde einigen anderen Herstellern auch gefallen.
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DTS legt nach: Jetzt auch 96 kHz und 24 Bit. Heute hat DTS auf der AES Convention in Amsterdam eine Erweiterung seines System vorgestellt, das auf DVD-Video-Discs fast die gleiche Tonqualität wie auf DVD-Audio möglich machen soll - und dazu noch Platz lässt für das Bild. Bisher waren die DTS-Soundtracks auf 48 kHz Abtastfrequenz bei 24 Bit Wortlänge begrenzt (Dolby Digital 48 kHz und etwas über 20 Bit); auf DVD-Video war 96 kHz schon im Standard enthalten, aber nur zweikanalig als PCM-Ton. DVD-Audio dagegen bietet sogar 192 kHz bei 24 Bit, was aber noch nirgends genutzt wird. Praktisch alle neuen Scheiben in Mehrkanalton arbeiten mit 96 kHz (bei Warner Advanced Resolution genannt). Fünfkanal-Aufnahmen haben dann jedoch den Nachteil, dass kein Bild mehr dazu passt. Bei DTS dagegen wird diese Auflösung mit einer geringen Steigerung gegenüber der üblichen Datenrate möglich, wahrscheinlich innerhalb der 1.536 kBit/s, die auf DVDs anfangs eingesetzt wurden (heute meistens 768 kBit/s). Technisch wird das 96-kHz-Signal als Zusatzsignal verpackt, so dass im normalen Datenstrom die üblichen 48-kHz-Informationen enthalten sind, während der Rest in einem separaten Stream daher kommt. Das hat den Vorteil, dass die Rückwärtskompatibilität erhalten bleibt: Heutige DTS-Decoder verarbeiten den 48-kHz-Teil, neue Decoder rechnen die höhere Auflösung dazu. Nachteil bei diesem Verfahren: 6.1 discrete ist nicht mehr möglich. Wie diese Norm lässt sich die verbesserte DTS-Version an Geräten nachrüsten, die ihre Programme in löschbaren Speichern aufbewahren, etwa die Topmodelle von Denon oder Onkyo; damit es Sinn macht, müssen aber 96-kHz-Wandler an Bord sein. Auch DVD-Audio-Player, deren Wandler kein Problem machen werden, könnten "DTS96" (der offizielle Name fehlt noch) zukünftig entziffern und wiedergeben. Als erster hat schon Udo Zucker, Chef von TAG McLaren Audio, die Finger gehoben: Der AV32R wird sich ebenfalls damit ausstatten lassen.
96 kHz Abtastfrequenz heißt obere Grenzfrequenz von 48 kHz; denken Sie daran beim nächsten Boxenkauf. (Die Boxenhersteller sagen: Man hört das eh nicht. 15. 5. 2001)
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Wasserzeichen marsch: DVD-Kopierschutz ab 2003 verschärft. Sieben Firmen haben sich zur Video Watermarking Group (VWM) zusammengeschlossen, um ein System zu entwickeln, das den Anforderungen der DVD Copy Control Association (DVD CCA) entspricht: Digimarc, Hitachi, Macrovision, NEC, Philips, Pioneer und Sony, die bis Januar 2000 noch in zwei verschiedenen Lagern tätig waren. Damals hatte Philips zusammen mit Digimarc und Macrovision das Projekt Millenium gebildet, die anderen Firmen formierten die Galaxy-Gruppe. Ihre jeweiligen Video-Wasserzeichen sollten in der Lage sein, Filme auf DVD so zu kennzeichnen, dass selbst analog erstellte Kopien nicht als Vorlage für Raubkopien auf Disc geeignet wären. Beide Vorschläge wurden aber von der DVD CCA abgelehnt. Jetzt unternehmen sie einen neuen Vorstoß, denn die Kopierkontrolleure wollen bis September ein System etablieren.
Der Grund für den neuen Anlauf liegt natürlich in den jetzt auf den Markt kommenden DVD-Brennern, die kompatible Discs erzeugen können. Vorkehrungen sowohl bei DVD-RW wie bei DVD+RW sollen bisher die direkte Kopie unmöglich machen. Den Film aber über den analogen Ausgang auf einen Pioneer DVR-2000 oder einen Philips DVDR 1000 zu überspielen, kann der bisherige Macrovision-Störimpuls kaum verhindern. Das Wasserzeichen aber soll erstens von zukünftigen DVD-Recordern erkennt und zweitens in eine neue Markierung umgewandelt werden, die die Disc als Kopie kennzeichnet. Ab September 2003 soll es obligatorisch sein, dass alle dann hergestellten Player dieses Wasserzeichen erkennen und gegebenenfalls die Wiedergabe verweigen. Die DVD CCA hat bekanntlich die Herrschaft über die CSS-Lizenz, ohne die kein alle Discs wiedergebender Player gebaut werden kann. Die spannende Frage wird sein: Sieht man die Markierung irgendwie im Bild, so wie die Kennung, die Filmkopien in den Kinos tragen? Oder gelingt es wirklich, eine unsichtbare Veränderung am Bild zu realisieren? Denn es muss im Bild sein, sonst geht die Kennung verloren. Audio-Wasserzeichen stehen bekanntlich im Ruf, die Klangqualität zu verschlechtern. Aber so richtig bewiesen ist das nicht.
Vielleicht hilft das Wasserzeichen ja, einen Firewire/IEEE-1394-Ausgang an DVD-Playern möglich zu machen. (13. 5. 2001)
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Pioneer DV-545 (Japan-Version): Das Gerät wird der erste DVD-Player sein, der Discs im Video-Recording-Format (.vro-Dateien) abspielen kann. Solche DVDs brennt der DVD-Recorder DVR-2000 der gleichen Firma. Daneben ist der 545 der erste bei Pioneer, der MP3 kann. Zukünftig werden Player auch das Wasserzeichen suchen und erkennen müssen.
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HD statt analog: ein Premiere-World-Szenario. Auf einer Spezialseite will ich das Thema HDTV in Europa ein wenig beleuchten, denn alles, was für die Einführung notwendig wäre, ist da:
1. Die hochauflösenden Bildschirme sind vorhanden.
2. Die Übertragungswege sind da.
3. Die Empfangsgeräte lassen sich herstellen.
4. Das Programmangebot ist da, aber keiner kann es sehen.
5. Das Publikum ist bereit dafür und auch willens zu zahlen.
Sie glauben es nicht? Dann lesen Sie selbst. Und tun Sie mir den Gefallen: Ich bitte um ein paar Antworten. (13. 5. 2001)
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Neue Rückprojektoren: das fröhliche Panel-Tauschen. Die Bausteine für Rückprojektoren jeder Art sind derzeit eines der heißesten Themen in der Industrie - wenn man mal von Röhren absieht. Getrieben wird die Entwicklung von zwei Märkten: Bildschirmen für HDTV in USA und Japan sowie hochauflösende Groß-Monitore für PC-Anwendungen. Für beide Bereich braucht man Bildelemente mit vielen Pixel zu möglichst günstigen Preisen; DLP bleibt deshalb vorerst außen vor.
Polysilicon-LCDs (Poly-Si) wie in den meisten Projektoren sind auch bei Rückpros ein Thema, wie Sony mit seinem Grand Wega bewies; vorläufig nutzt Sony diese Panels alleine, wenn man vom Sanyo PLV-60 absieht. Das muss aber nicht so bleiben. Denn der Rivale bei dieser Art von Panels heißt Epson und legt nun eine eigene Serie von 16:9-Panels auf, die man aber nicht zuerst bei Epson finden wird; die Panels haben die Auflösung von 1.280 mal 720 Pixel, also den exakten Wert der Progressive-HDTV-Übertragungen in USA. Sony hat mit 1.365 mal 768 etwas mehr, was aber kein Vorteil ist. Denn 720 lässt sich viel leichter aus 1.080 Zeilen errechnen als 768. Toshiba mit dem MT-7 und LG Electronics mit einem 60-Zoll-Rückprojektor werden die ersten Kunden sein. Poly-Si scheint also vorwiegend für HDTV-Systeme eine Option zu sein.
D-ILA von JVC war bislang eine Spezialität der Erfinder-Firma, doch das ist vorbei: LG kauft auch diese Technologie ein, verwendet sie aber in einem 4:3-Rückpro-Schirm von 40 Zoll. Hier kommen drei D-ILA-Chips von 1.365 mal 1.024 Pixel zum Einsatz, also nicht das Einpanel-Prinzip des D'Aliah-Rückprojektors, den JVC erstmalig auf der Funkausstellung 1999 gezeigt hat und nun endlich im Sommer 2001 bringen will. Bemerkenswert an der Lieferung der Panels an LG ist vor allem, dass damit erstmalig überhaupt ein anderer Hersteller in den Genuss der D-ILA-Chips kommt. Bisher gewährte JVC anderen Firmen höchstens die Gnade, ihren Markennamen auf JVC-Geräte schreiben zu dürfen (mehr dazu im D-ILA-Spezial).
LCoS oder "Elkos" ist nach wie vor das heißeste Thema in Sachen hoher Auflösung und niedrigster Preis, aber noch keine Firma kommt mit Liquid Crystal on Silicon so richtig in die Gänge (wenn man JVC nicht dazu zählt). Bei Rückprojektoren taucht unter anderem die Firma Aurora Systems wieder auf, die es auf der Photokina in einem Everest-Projektor zu bewundern gab; mangels Qualität wird das Gerät aber aus Taiwan nicht exportiert. Nun erbarmt sich Samsung und baut die Aurora-Panels in einen Rückpro-Monitor von 25 Zoll ein. Wann er auf den Markt kommt, ist freilich auch hier fraglich. Genauso beim anderen Samsung-Gerät, das für die HDTV-Abteilung gedacht ist und zum ersten Mal auf der Cebit 2000 zu sehen war. Hier kommen Panel von Three-Five-Systems zum Einsatz, wenn sich nicht wieder etwas ändert. Philips wird LCoS zuerst in PC-Monitoren verwenden: Im November kommt das erste Gerät mit den spiegelnden LCDs, ein 25-Zoll-Bildschirm mit 1.600 mal 1.200 Bildpunkten. Ein HDTV-Schirm mit 1.280 mal 720 Pixeln und den sich drehenden Prismen (siehe Meldung vom 8. 2. 2001) ist erst im Laufe des Jahres 2002 zu erwarten.
Fragt sich nur, wann es dafür auch Lampen mit korrekter Farbtemperatur gibt, die 10.000 Stunden halten. Ich musste gerade nach nicht einmal 1.000 Stunden eine Lampe für 1.300 Mark tauschen. (30. 4. 2001)
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Rückpro-Fernseher von LG Electronics: Ein 60-Zoll-Gerät mit 1.280 mal 720 Pixeln, das zuerst für den US-Markt produziert wird; die Panel dafür kommen von Epson. Bei Rückpro-Monitoren setzt LG dagegen erstmalig D-ILA-Panels von JVC ein.
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Neues im Februar
Philips rotiert: HDTV-Bilder endlich preiswert? (8. 2. 2001)
Neues im Januar
Mit eigenen Waffen: Sanyo übertrumpft Sony-Projektor (30. 1. 2001)
Frage an Pioneer: Was ist eigentlich gemeint mit DVD-R? (30. 1. 2001)
Neu auf der CES: DVI, D-Theater, 16:9-DLP und mehr (11. 1. 2001)
Neues im Dezember
Neu im Archiv: DVD+RW, der Player mit dem Record-Knopf (31. 12. 2000)
Das Jahr der Entscheidung: RW-Lager hat die Nase vorn (31. 12. 2000)
Multimedia-Wahn bei Harman/Kardon: Die Einschläge kommen näher (28. 12. 2000)
Einbit-Audio: Endstufen prima, Disc weniger (20. 12. 2000)
Jeder hat seine Festplatte, nur keiner will sie kaufen (5. 12. 2000)
Nachrichten-Archiv 2000: Meldungen von 2000 (Januar bis Dezember 2000)
Nachrichten-Archiv 1999: Meldungen von 1999 (August bis Dezember 1999)