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Ulrich v. Löhneysen, Journalist

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Nachrichten-Archiv 


Neues im Juni
Pre-IFA: Thomson kann's auch
(28. 6. 2001)
Farb-Recycling: DLP praktisch neu erfunden (24. 6. 2001)
Pre-IFA: Philips setzt alles auf DVD+RW (22. 6. 2001)
DVD mit DVI-Digitalausgang: Wo ist das Problem? (16. 6. 2001)
So kommt er:
der DVD-Recorder von Pioneer (12. 6. 2001)
Motorola im Wohnzimmer:
Wir lassen's krachen (12. 6. 2001)
Rundum-Ton wie im Konzert: AT&T verspricht Wunder (11. 6. 2001)
Der Yamaha-Projektor:
stark dank DLP (6. 6. 2001)

Nachrichten-Archiv: Meldungen von 2001 (Januar bis Mai 2001)

Nachrichten-Archiv: Meldungen von 2000 (Januar bis Dezember 2000)

Nachrichten-Archiv: Meldungen von 1999 (August bis Dezember 1999)


DVD+RW: Samsung dabei, aber Sony? Viel Verwirrung wieder mal um die Sony-Strategie in Sachen DVD-Recorder. Da hat die Firma in Japan ein solches Geräte vorgestellt, das im -RW-Standard arbeitet, und schon heißt es, Sony steigt bei DVD+RW aus. Oder wolle das Format nur noch für PC-Zwecke nutzen. Tatsächlich ist es nicht ganz nachvollziehbar, warum man in Japan unbedingt ein Gerät namens RDR-A1 vorstellen muss, wenn man schon Ende dieses Jahres ein DVD+RW-Laufwerk für PCs verkaufen will. Doch auch da fährt man ja zweigleisig (wie berichtet).
Die Strategie von Sony
lautet aber: Für PCs baut man nur DVD+RW, im Videobereich beides. Und diese Strategie ist unverändert. Dass man jetzt schon mal bei Pioneer einkauft (wohl auch den RDR-A1), ist vorübergehend. Und da man sich bei Video für die Dual-Strategie entscheiden hat (siehe CES-Report), macht man vorab jetzt eben -RW, wenn auch nur in Japan. In USA und Europa wird es aber nur den Plus-Minus-Recorder geben. Ein wenig politischer Hintergrund ist auch dabei: Sony möchte unbedingt mit Pioneer zusammenarbeiten, vor allem beim DVR-blue, dem DVD-Recorder der nächsten Generation. Aber auch Panasonic wirbt um Pioneer, nicht zuletzt durch Aufnahme des -R-Standards in die eigenen DVD-Brenner.
Auch Samsung fährt zweigleisig, nachdem die Koreaner noch auf der CES ihre Treue zum RAM-Standard beschworen hatten. Auf der IFA Ende August wird man erstmals einen DVD+RW-Recorder sehen; dass es das RAM-Gerät auch noch gibt, ist wahrscheinlich ebenfalls Politik. Was technisch überhaupt keinen Sinn machen würde, wäre die RAM+RW-Kombination – aber muss Strategie sinnvoll sein?
Kennen Sie den Witz aus alten Tagen? Malt ein Mann eine Schlangenlinie und fragt: "Was ist das? – Die Linie des Politbüros." Dann malt er eine Gerade: "Das ist die Linie der Abweichler." (21. 7. 2001)
Sony RDR-A1: Ein Recorder sorgt für Verwirrung – macht Sony nun doch ausschließlich DVD-RW, so wie dieses Gerät? Mehr darüber auf der Japan-Seite von Sony.

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Farb-Recycling: DLP praktisch neu erfunden. Fünf Jahre nach der Einführung des DLP-Prinzips steht das Projektionssystem von Texas Instruments vor den gewaltigsten Verbesserungen seit Erfindung der Taschenlampe (zur DLP-Erfindung selbst siehe mein Spezial). Schon im nächsten Jahr könnte es DLP-Projektoren geben, die mit nur einem Chip mehr Lichtleistung erreichen als bisher die extrem teuren Dreichip-Geräte. Realisiert wird das mittels Scrolling Color Recapture (SCR), was sich frei mit "Wiedergewinnung rollierender Farben" übersetzen ließe. Scrolling Color kennt der Experte bereits von Philips, wo man mittels rotierender Prismen fast die Lichtleistung eines Dreipanel-Systems in LCoS-Technologie erreichen will (werdenden Experten sei die Meldung vom 8. 2. 2001 empfohlen). Dadurch, dass nun auch bei DLP alle drei Farben nacheinander von oben nach unten rollen, lässt sich die Lichtausbeute gewaltig steigern. Gleichzeitig bleibt der Aufwand beim SCR-Verfahren weit unter dem von Philips. Denn benötigt wird nur ein etwas anderes Farbrad und ein spezieller Licht-Integrator; beide Elemente sind auch bei normalen Einchip-DLPs zu finden.
Ein kurzer Technik-Exkurs: Einchip-DLPs arbeiten mit einem sich drehende Farbfilter zwischen Lampe und Mikrospiegeln. Dieses Rad lässt nacheinander die drei Grundfarben Rot, Grün und Blau durch, der Chip muss dann die jeweiligen Farbanteile darstellen. Das führt zum so genannten Regenbogen-Effekt, den man vor allem bei schnellen Augenbewegungen oder beim Blinzeln wahrnehmen kann. Das Farbrad drittelt aber grob gesagt die Lichtmenge, weil es immer zwei Drittel schluckt. Bei Dreichip-Geräten genau wie in allen modernen LCD-Projektoren arbeitet man dagegen mit teildurchlässigen Spiegeln, die das Licht aufteilen und das jeweilige Farbspektrum separaten Panels zuführen. Damit bleibt, innerhalb der normalen Verluste in einem optischen System, die Lichtmenge erhalten. Fortschritte in der Beschichtungstechnologie haben es nun möglich gemacht, solche teildurchlässigen Spiegel auch als Muster zu produzieren, nicht nur als einheitliche Glasflächen. Ein Farbrad kann dann die gerade nicht benötigte Lichtmenge reflektieren – und zwar zurück in den Licht-Integrator, der normalerweise nur dazu dient, das Licht zu bündeln. Der ist innen verspiegelt und gibt an der Lampenseite nur ein kreisförmiges Loch von rund einem Drittel der Fläche für den Lichteintritt frei. In diesem Integrator pendelt das Licht also so lange, bis es den Teil des Filterrads erreicht hat, der es durchlässt. Damit immer alle drei Grundfarben vor dem Integrator und auf dem Chip präsent sind, werden die Farben in einer so genannten Archimedes-Spirale angeordnet, also schneckenförmig nach innen laufenden Streifen. Vor dem Intregrator erscheinen diese Streifen als nach unten laufende Balken. In der Theorie müsste das den Wirkungsgrad der DLP-Optik um den Faktor 1,8 erhöhen, also fast verdoppeln, haben die Forscher ausgerechnet.
Erste Messungen an Prototypen, gebaut von Carl Zeiss Jena, bestätigen diese Annahmen. Mit einer 120-Watt-Lampe erreichte man eine Helligkeit von rund 1.500 Ansi-Lumen, was einem Wirkungsgrad von 0,74 für diesen Teil des Projektors entspricht. Bei einem Dreipanel-LCD kamen die Techniker auf einen Wirkungsgrad von 0,64; für die Philips-Prismenoptik ermittelten sie 0,65, während ein konventioneller Einchip-DLP auf 0,48 kommt. Der Wert von 0,74 bezieht sich aber auf ein SCR-Farbrad mit weißem Segment, wie es auch in konventionellen DLP-Geräten meistens zu finden ist, um die maximale Helligkeit zu steigern. Daher kann ein SCR-Einchip sogar effektiver sein als eine Dreichip-Anordnung, weil das Durchlassen immer wirkungsvoller ist als erst zu filtern und dann wieder zusammen zu führen. Verzichtet man auf das weiße Segment, sind korrekte TV-Farben nach SMPTE und EBU mit rund einem Viertel Helligkeitsverlust möglich. Dann soll die Farbtreue aber immer noch besser sein als bei gleich hellen LCD-Projektoren.
An Nachteilen der SCR-Technologie ist nicht viel zu erwarten, vor allem da die rollierenden Farben weniger störende Effekte produzieren als das konventionelle Farbrad. Natürlich werden die Geräte ein wenig teurer, aber dem gegenüber steht auch das wesentlich hellere oder bessere Bild. Damit hat DLP die Chance, auch in der Projektor-Mittelklasse der Geräte von 1.500 bis 4.000 Ansi-Lumen stärker Fuß zu fassen. Dass die ganz großen und leistungsstarken DLP-Projektoren damit überflüssig werden, ist eher unwahrscheinlich. Denn ob man in dem SCR-System auch Lichtmengen von 12.000 Ansi-Lumen verarbeiten kann, ertscheint fraglich. Und was digitales Kino angeht, hat DLP bekanntlich den großen Vorteil, dass sich hiermit Kontrast und Farbumfang abbilden lassen, wie es dem 35-mm-Film entspricht. Das geht aber nur mit 10 oder 12 Bit pro Farbe, wozu extrem schnelles Umschalten der Mikrospiegel notwendig ist. Einchip-Lösung brauchen aber immer die dreifache Schaltgeschwindigkeit für die drei Farben nacheinander, was mit Kino kaum vereinbar sein dürfte. Wann genau die SCR-Technik in Serie geht, steht noch nicht fest.
Weitere Verbesserungen bei DLP werden dagegen bald in fertigen Produkten zu sehen sein. Dazu gehört ein von zehn auf zwölf Grad vergrößerter Kippwinkel der Spiegel, was den Kontrast verbessern soll; auch die Helligkeit soll davon profitieren. Zusammen mit einem neuen Controller-Baustein, dem DDP 1000, ermöglichen die DLPs auch eine exaktere Steuerung bei den dunklen Tönen. DDP steht für Dual Data Rate Processor, also die Elektronik, die doppelte Farbrad-Geschwindigkeit und damit Verringerung des Regenbogen-Effekts erlaubt. Dazu kommt der Waveform-Controller DAD 1000, der die analogen Funktionen steuert. Die neue Elektronik soll zudem eine Verringerung von Baugröße und Gewicht um nochmals rund 30 Prozent gegenüber heute möglich machen – das heißt weniger als ein Kilogramm.
Texas Instruments sollte endlich auf mich hören und auch anderen Herstellern die DLP-Produktion erlauben; dann gäbe es bald mal preiswertere Geräte. (24. 6. 2001)
Die SCR-Farbräder: Die schneckenförmige Anordnung der Farbstreifen nennt man Archimedes-Spirale. Mit ihr ist es möglich, von oben nach unten rollende Farben auf dem Bildschirm zu erzeugen. Gefertigt werden die Räder von der Firma Ocean Optics in Florida.

Anordnung: Hinter dem Licht-Integrator (Mitte) rotiert das SCR-Farbrad; es lässt nur eine Farbe passieren (etwa Blau) und reflektiert die Komplementärfarbe (Gelb) zurück in den Integrator. Das reflektierte Licht gelangt von dort auf die Teile des Farbrades, die seiner Wellenlänge entsprechen. Damit geht sehr viel weniger Lichtleistung verloren als bei einfacher Filterung.

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DVD mit DVI-Digitalausgang: Wo ist das Problem? Dass in Norwegen die absoluten DVD-Experten zu Hause sind, wussten wir schon lange: Da gab es immer Robert mit seiner Internetseite, auf der sich alles finden ließ, was im WWW zum Thema DVD veröffentlicht wurde. Irgendwann wurde es dem guten Mann zu viel, er stellte die Aktualisierung ein. Aber jetzt kommt Haavard Guttormsen, auch er Norweger, und baut den endgültigen DVD-Player, den Parasound D1. Auf der High-End-Ausstellung in Frankfurt hatte das Gerät seine Weltpremiere als spielfähiger Prototyp; bei der ersten Vorstellung auf der CES (siehe Meldung vom 10. 3. 2001) steckte noch ein Fremd-Player im Gehäuse. Im Gegensatz zu den ersten Informationen wird sein DVI-Ausgang doch für heutige Projektoren mit diesem Eingang brauchbar sein, etwa für Modelle von ASK oder InFocus. Denn der geniale Herr Guttormsen hat herausgefunden, dass es erlaubt ist, bestimmte Display-Typen, also auch Projektoren, in die Firmware des Players einzuprogrammieren. Geben sich die Displays, was sie heute bereits können, über die DVI-Schnittstelle zu erkennen, darf der Player den HDCP-Kopierschutz abschalten. Wird allerdings die Leitung unterbrochen oder kennt er das Gegenüber nicht, wird die Verschlüsselung aktiviert. Es scheint mir so, dass noch nicht einmal die Projektorhersteller selbst diese Möglichkeit kennen. Denn bisher hat noch keiner darauf hingewiesen. Oder Haavard Guttormsen täuscht sich, was ich aber nicht glauben möchte. So nebenbei will Guttormsen in den Player auch Videokennlinien für die Projektortypen einspeichern, so dass die Signalverarbeitung auf das jeweilige Modell hin optimiert wird.
Und noch mehr gute Nachrichten: Der Parasound D1 wird auch Super-Audio-CD können, nicht nur DVD-Audio. Sowohl PAL-progressive über den Analog-Ausgang als auch die Nutzung der DVI-Schnittstelle würden durch das DVD-Forum rechtzeitig freigegeben. Liefertermin daher wie vorgesehen gegen Jahresende 2001, Preis etwas höher als ursprünglich anvisiert, aber auf jeden Fall noch unter 10.000 Mark.
Eigentlich, sagt Guttormsen, wollte er nur für sich selbst einen vernünftigen DVD-Player bauen; doch dann kam Parasound und es wurde etwas Größeres daraus. (16. 6. 2001)
  Haavard Guttormsen und der Parasound D1 (oben): Der Norweger ist Senior Video Engineer von Parasound, wohnt und arbeitet aber nach wie vor in Norwegen. Auf der High-End-Ausstellung in Frankfurt war der DVD-Player zum ersten Mal in Aktion zu sehen – per RGB-Leitung verbunden mit einem NEC-Projektor. Die geplante DVI-Verbindung kam nicht zu Stande, weil es kein Kabel gab, das lange genug war. Unter dem Player die Decoder-Vorstufe C1, ein ähnliches Kaliber in Sachen Mehrkanal-Tonverarbeitung.

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So kommt er: der DVD-Recorder von Pioneer. Schon seit fast zwei Jahren erzählt uns Pioneer, dass man einen DVD-Recorder habe – aber kaufen kann man ihn weder in Europa noch in USA (siehe auch Meldung von der Funkausstellung 1999). Jetzt endlich wurde das Modell vorgestellt, das auch zu uns kommen soll, der Pioneer DVR-7000. Damit ist das Trio komplett, das diesen Herbst antritt, bestehend aus dem DVD+RW-Recorder von Philips (siehe Interview) und dem DVD-RAM-Recorder von Panasonic (siehe Meldung vom 31. 5. 2001). Wie immer seit der Vorstellung des ersten Prototyps bei Pioneer auf der IFA '99 kann der Recorder in vier Formaten arbeiten: DVD-R im Video-Modus und im "Video Recording"-Modus, das Gleiche nochmal für DVD-RW, also die mehrfach beschreibbare Disc. Der Video-Mode entspricht dem Format, in dem DVD-Video-Discs gefertigt werden (.vob-Dateien), was bedeutet, dass die Scheiben auf heutigen DVD-Playern abgespielt werden können. Das "Video Recording Format", das früher "Real Time Recording" (RTR) hieß, ist der offizielle Standard des DVD-Forums und wird in seiner logischen Struktur (.vro-Dateien) auch bei DVD-RAM verwendet. Diese Norm erlaubt eine wesentlich bessere Ausnutzung der Disc-Möglichkeiten, etwa variable Bitrate oder bequemes Editing der Aufnahmen auf der Scheibe. Daher schafft der Pioneer DVR-7000 in dieser Betriebsart ebenfalls sechs Stunden Laufzeit, also genau so viel wie der Panasonic DMR-E20 (der kann, kleine Korrektur, das doch auch nur mit RAM-Scheiben, nicht bei DVD-R); im kompatiblen Modus sind es nur zwei Stunden. Anders als die Konkurrenz ist der DVR-7000 auch ein hochwertiger Audio-Recorder, denn er kann unkomprimierten PCM-Ton aufnehmen, die anderen nur zweikanaliges Dolby Digital zusammen mit dem Bildsignal. Und noch ein Pluspunkt: Er hat Progressive-Scan-Ausgänge für die normale DVD-Wiedergabe. Dem Panasonic hat er außerdem noch den Firewire-Eingang voraus, der das direkte Überspielen digitaler Camcorder-Aufnahmen erlaubt. Dafür wird er teurer sein: Mit rund 4.000 Mark ist zu rechnen, ähnlich übrigens auch beim Philips DVDR 1000. Und hier noch der Link zur offiziellen Pioneer-Mitteilung (in englisch).
Wir werden uns daran gewöhnen müssen, dass es drei verschiedene Disc-Formate für DVD-Recorder gibt; aber immerhin spielen sie alle DVDs ab. (12. 6. 2001)
  Pioneer DVR-7000: Der DVD-Recorder der dritten Generation bei Pioneer – nach dem DVR-1000 von Dezember 1999 und dem DVR-2000 vom letzten Jahr. Er kann auch Progressive Scan, ob auch in PAL, wird sich noch herausstellen. Zu erwarten ist das Modell in Deutschland im Herbst für rund 4.000 Mark.

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Motorola im Wohnzimmer: Wir lassen's krachen. Neues aus meiner kleinen Serie "Multimedia-Wahnsinn" (auch wenn ich dann wieder böse Briefe bekomme, wie nach der letzten Meldung vom 28. 12. 2000): Noch eine Firma aus der Telekommunikation strebt zum Platz an der Sonne, also neben den Fernseher. Diesmal ist es Motorola, wo man eine Kiste vorbereitet, die nicht nur DVD/CD-Player ist und natürlich interaktiver digitaler Fernsehempfänger, sondern auch Dolby-Digital-Decoder mitsamt Endstufen. Der DCP 500 von Motorola verfügt immerhin über 600 Watt in Form von drei digitalen Verstärkern des Typs TA-3020, hergestellt von Tripath – die kommen auch bei Sony in den DAV-Modellen zum Einsatz. Fürs Erste ist das lautstarke Entertainment-Center natürlich nur für den US-Markt gedacht, wo es über den Einzelhandel vertrieben werden soll. Dann wären da noch Intel, Texas Instruments, Nokia, Compaq . . .
Schon auffällig, wie die Firmen aus den Zukunftsbranchen plötzlich das altmodische Thema Fernsehen entdecken – oder ist die Zukunft schon vorbei? (12. 6. 2001)

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Rundum-Ton wie im Konzert: AT&T verspricht Wunder. Woran liegt es nur, dass es zu Hause nie so klingt wie im Konzert? Liegt es an der Beschränkung auf nur zwei Lautsprecher bei der Stereo-Technik oder an der 20-kHz-Grenze der CD? Eine neue Antwort gibt James Johnston vom Akustik-Labor von AT&T: Es liegt an der Aufnahmetechnik, sagt er. Nun ist Johnston nicht irgend ein Entwicklungsfuzzi bei einer Telefonfirma, er gilt – neben Karlheinz Brandenburg vom Fraunhofer-Institut in Erlangen – als einer der Väter des Audio-Codings, also der Technologie, auf der heute fast alle digitalen Tonverfahren beruhen. Johnston verantwortet auch den Anteil von AT&T an AAC (siehe Meldung vom 30. 4. 2001). Dieser Johnston hatte nun also die Idee, wahrnehmungsbezogene Erkenntnisse schon auf die Aufnahmetechnik anzuwenden. Mit solchen Technologien bringt man beispielsweise das Gehirn dazu, Schallquellen hinter sich zu vermuten, auch wenn der Klang nur von vorne kommt. Besitzer moderner DVD-Player und Fernseher kennen diese Funktion als Virtual Surround oder unter ähnlichen Bezeichnungen.
Perceptual Soundfield Reconstruction oder kurz PSR nennt sich das Verfahren der AT&T Labs. Ihr Herzstück ist die sternförmige Anordnung von sieben Mikrofonen, die nach allen Seiten ausgerichtet sind. Ein spezieller Mischvorgang macht daraus dann Fünfkanal-Ton, der erstmalig die so genannten kopfbezogenen Übertragungsfunktionen (Head related transfer functions, HRTF) berücksichtigt – dass zum Beispiel Schultern und Ohrform den in den Gehörgängen eintreffenden Schall verändern. Bei der Wiedergabe über eine Surround-Anlage soll es dann endlich genau so klingen, wie man es im Konzertsaal hört. Dabei ist es egal, ob der Ton über Dolby Digital, DVD-Audio oder ein anderes Mehrkanal-Tonsystem übertragen wird. Ein Subwoofer soll nicht benutzt werden, sagt Johnston; und bei sehr breit abgestrahltem Ton der Surround-Speaker wird hinten die Mitte "ein wenig schwach". Doch ansonsten lässt sich der PSR-Ton über ein Home-Theater-System sehr gut hören. AT&T zitiert einen Zeugen: "PSR . . . is so staggeringly good . . . everything in the room disappears, and you're swimming in this sea of sound filled with sonic life that gently swishes by from seemingly nowhere and everywhere at once" (Michael Gindi in Ultimate Audio). Das macht doch neugierig. Fertige Aufnahmen gibt es noch nicht, doch man arbeitet daran.
Andererseits war ich auch schon in Konzerten, die klangen so grausam, das ich das nicht zu Hause haben muss. (11. 6. 2001)
  James Johnston: Er trägt den Titel eines "Technology Consultant" bei den AT&T-Labors. Bei dieser Firma entstanden zum Beispiel das erste Mikrofon mit flachem Frequenzgang und der erste elektrische Phonograph, also der Schallplatten-Spieler mit elektrischer Verstärkung. Johnston ist auch Miterfinder der AAC-Norm, der zurzeit höchstentwickelten Audio-Komprimierung.

Mehr über Johnston hier.

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Der Yamaha-Projektor: stark dank DLP. Die LCD-Technik macht rasante Fortschritte, vor allem in dem Bereich, in dem sie bisher Schwächen hatte: bei der Schwarzdarstellung. Dank neuer Technologien in der Herstellung von Polarisationsfiltern, wie sie von Firmen wie Unaxis, Optiva und Moxtek entwickelt worden sind, lässt sich die heikle Balance von Helligkeit und Ebenenseparation viel besser in den Griff bekommen. Jetzt endlich zeigen erste LCD-Projektoren auch ein vernünftiges Schwarz, so wie man es im Kino braucht. Dass die DLP-Technologie damit aber immer noch locker mithalten kann, zeigt der neue Yamaha-Projektor DPX-1 (siehe auch Meldung von der CES). Zu einer kurzen Vorführung kam Charlie Sugimori von der Yamaha-Zentrale in Hamamatsu kürzlich nach München, wo wir uns in den Redaktionsräumen der Kollegen von Image Home Entertainment trafen. Der Hersteller nennt für den DPX-1 einen Kontrast von 900:1, und Kollege Udo Ratay konnte es sich nicht verkneifen, sein Luxmeter ins Bild zu halten. Sein Kommentar. "Entweder das Messgerät ist gerade kaputt gegangen oder das ist wirklich der beste Wert, den ich je bei einem Projektor gemessen habe." Dem Augenschein nach war die Messung aber in Ordnung, der Yamaha war wirklich brillant. Auch sehr erfreulich seine PAL-Darstellung, die vermuten ließ, dass hier tatsächlich ein echter Filmmodus aktiv ist; bei den meisten anderen Geräten funktioniert der nämlich nur bei NTSC. Auch ist er sehr leise.
Ansonsten aber bietet der DPX-1 eher Hausmannskost: Das Farbrad dreht mit normaler Geschwindigkeit und hat nur drei Farbsegmente, noch nicht sechs, womit das Farbblitzen (der so genannte Regenbogen-Effekt) noch zu sehen ist. Besonders enttäuschend aber die Palette an möglichen Eingangssignalen: Über die VGA-Buchse akzeptiert der DPX-1 keine 50-Hertz-Bilder, über den Komponenteneingang nur 480p, 720p und 1.080i. Damit besteht keine Möglichkeit, Progressive-Scan-Player anzuschließen, die echte PAL-Bilder wiedergeben. Und, so Charlie Sugimori, es wird auch keine Möglichkeit geben, diese Signalarten nachträglich zu ergänzen. Das ist für 20.000 Mark schon etwas enttäuschend.
O-Ton Sugimori: "Es ist so viel angekündigt worden, wir konnten aber nicht warten, bis alles wirklich zu haben ist." (6. 6. 2001)
  Yamaha DPX-1, Charlie Sugimori: Ein Projektor mit sehr schönen Bildern, aber noch nicht allen Möglichkeiten, die uns die Zukunft hoffentlich bringen wird (oder die Gegenwart, siehe CineUltra). Yamaha bringt den ersten DLP-Projektor im August auf den deutschen Markt, er wird rund 20.000 Mark kosten.

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Neues im Mai
DVD-R, die Zweite: Panasonic macht's besser
(31. 5. 2001)
DVD-R, die Erste: Au Vaio, Sony
(31. 5. 2001)
Denon wird unabhängig – und amerikanisch
(22. 5. 2001)
Matsushita und Hitachi: Worüber man spricht
(21. 5. 2001)
DTS legt nach: Jetzt auch mit 96 kHz und 24 Bit
(15. 5. 2001)
Wasserzeichen marsch: DVD-Kopierschutz ab 2003 verschärft
(13. 5. 2001)

HD statt analog: ein Premiere-World-Szenario (13. 5. 2001)

Neues im April
Neue Rückprojektoren: das fröhliche Panel-Tauschen
(30. 4. 2001)
Eine wunderbare Freundschaft: Dolby und AAC
(30. 4. 2001)
In eigener Sache: Mitarbeiter gesucht (16. 4. 2001)

Die Friedenspfeife: Panasonic macht DVD-R (13. 4. 2001)

Neues im März
16:9-Projektoren: Auch Toshiba ist dabei
(21. 3. 2001)

Kurz gefasst: Die Röhre lebt (15. 3. 2001)
DVD-Forum vor dem Ende? Keine gemeinsamen Standards in Sicht (11. 3. 2001)
Digitale Schnittstellen: DVI mit bis zu 1.200 Zeilen (10. 3. 2001)
Progressive Scan in PAL: die ganze Wahrheit (10. 3. 2001)

Neues im Februar
Philips rotiert: HDTV-Bilder endlich preiswert?
(8. 2. 2001)

Neues im Januar
Mit eigenen Waffen: Sanyo übertrumpft Sony-Projektor
(30. 1. 2001)
Frage an Pioneer: Was ist eigentlich gemeint mit DVD-R?
(30. 1. 2001)
Neu auf der CES: DVI, D-Theater, 16:9-DLP und mehr (11. 1. 2001)

Neues im Dezember 2000
Neu im Archiv: DVD+RW, der Player mit dem Record-Knopf
(31. 12. 2000)
Das Jahr der Entscheidung: RW-Lager hat die Nase vorn
(31. 12. 2000)
Multimedia-Wahn bei Harman/Kardon: Die Einschläge kommen näher (28. 12. 2000)
Einbit-Audio: Endstufen prima, Disc weniger (20. 12. 2000)
Jeder hat seine Festplatte, nur keiner will sie kaufen (5. 12. 2000)

Nachrichten-Archiv: Meldungen von 2001 (Januar bis Mai 2001)

Nachrichten-Archiv 2000: Meldungen von 2000 (Januar bis Dezember 2000)

Nachrichten-Archiv 1999: Meldungen von 1999 (August bis Dezember 1999) 

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