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Ulrich v. Löhneysen, Journalist

Unterhaltungselektronik  
Kino zu Hause  
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Nachrichten-Archiv 

Neues im Juli
Grundig spart, aber nicht an Ideen (1. 7. 2000)
Das DVD-Multi-Format: Druck auf das RW-Lager (2. 7. 2000)
DVD-Region 8: überall und nirgends (11. 7. 2000)
DLP-Kinos in Deutschland: drei auf einmal (14. 7. 2000)
Film ohne Film: Seit 20. Juli Realität (22. 7. 2000)
Revolution aus Versehen: Interview mit Larry Hornbeck (22. 7. 2000)
Die Telekom im Multimedia-Rausch (31. 7. 2000)
Spezial Interaktives Fernsehen: Der größte Quark seit Milram (31. 7. 2000)

Neues im Juni
Firewire kalt? Widersprüchliches zur Digitalschnittstelle (1. 6. 2000)
Die Chinesen kommen ins Heimkino (12. 6. 2000)
Große Schritte, große Bilder: DLP für Imax (13. 6. 2000)
DTS 6.1 discrete bei Denon: Wunder der Digitaltechnik (23. 6. 2000)
DVD-Spezialitäten von Philips: Potz 1000! (23. 6. 2000)
Dolby Laboratories: Vom Erfinder zum Geldeintreiber (27. 6. 2000)
Pioneer-Oberklasse: Progressive nur in NTSC, aber THX EX (27. 6. 2000)

Nachrichten-Archiv: ältere Meldungen aus diesem Jahr (Januar bis Juni 2000)

Nachrichten-Archiv: ältere Meldungen im Überblick (August bis Dezember 1999) 
 

Die Telekom im Multimedia-Rausch. Eine eierlegende Wollmilchsau haben die Ingenieure der Deutschen Telekom in Darmstadt entwickelt, ein Gerät, das nach ihrer Ansicht das Fernsehen revolutionieren soll. In der Kiste namens HIC (Home Infotainment Center) ist so ungefähr alles drin, was zurzeit an elektronischer Kommunikation vorstellbar ist: Digitales Fernsehen über Kabel oder Satellit, Internet per GAT*, ISDN oder gar T-DSL, E-mail natürlich, ein digitaler Festplatten-Recorder und sogar DVD, das bringt HIC auf den TV-Schirm. Möglich macht das ein neues DSP-Konzept von Texas Instruments, bei dem die Programme nicht im Speicher fest abgelegt, sondern ladbar sind - ähnliches macht Philips mit TriMedia und VM Labs mit Nuon. Selbstverständlich entspricht die Box dem MHP- und FUN-Standard für interaktives Fernsehen (siehe auch mein Spezial), sogar Dolby Surround verheißt die Technik, Donnerwetter. Schließlich soll das Ganze auch lernfähig sein und per Software aufrüstbar, einfach zu bedienen mit Oma-Funktion. Da bleibt die Frage, welche Oma eine solche Kiste braucht. Und ob Herr Kirch nicht lieber sein D-Box-Konzept weiter aufrüstet - schließlich hat sich die Telekom zur Zusammenarbeit mit Premiere World und der restlichen Kirchgruppe verpflichtet, was Digital-TV angeht.
Dass die Telekom diese HIC-Kiste jetzt vorgezeigt hat (auf dem TV-Festival in Montreux), hat wohl vor allem darin seinen Grund: Man möchte vermeiden, fremde Technik übernehmen zu müssen.
*GAT: Gute Alte Telefon; die Amis sagen POTS, Plain Old Telephone System

  Das HIC-Konzept der Telekom: Eine Kiste soll alle Dienste auf den Fernseher bringen.
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Film ohne Film: Seit 20. Juli Realität. Wie sieht sie nun aus, die digitale Projektion im Kino, die seit letzten Freitag im Zoo-Palast in Berlin zu bewundern ist? Ich war beim Start der ersten "Fantasia 2000"-Vorführung dabei. Ein Vergleich mit Film war nicht möglich, aber es gab doch einiges zu notieren: Sehr hell, sehr kräftige Farben, und vor allem ein perfekter Bildstand, der mit Film so nie möglich ist. Besser auch die Bewegungsabbildung, einfach deswegen, weil es keine doppelte Belichtung einzelner Bilder gibt. Werden 24 Bilder pro Sekunde nämlich 48 Mal gezeigt, gibt es wie bei 100-Hertz-Fernseher unsaubere Bewegung; bei DLP-Projektion im Kino fällt das weg, weil hier wirklich nur 24 Mal neue Bildinformation geladen wird. Ansonsten würde ich sagen: Selber anschauen im Zoo-Palast, im Cinedom in Köln oder der UCI Kinowelt in Düsseldorf (siehe auch Meldung vom 14. 7. 2000). Aber Achtung: Nur am Nachmittag gibt's "Fantasia" digital, am Abend läuft der Film in einem anderen Saal.
Und weil's so schön war, stelle ich noch ein Interview mit Larry Hornbeck, dem DLP-Erfinder ins Netz (vorerst nur auf Englisch). Der hat nämlich, wie er zugibt, das Kino nur aus Versehen revolutioniert. Und blickt heute noch zu Hause auf einen 20 Jahre alten Fernseher. Mehr hier.
DLP ist bekanntlich die bizarrste Erfindung aller Zeiten. (22. 7. 2000)
  20. Juli 2000: Silke Meyer, die Vorführerin im Zoo-Palast, drückt den Knopf am Festplatten-Recorder, mit dem die DLP-Projektion startet.

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DLP-Kinos in Deutschland: drei auf einmal. Am 20. Juli beginnt endlich auch hier zu Lande das Zeitalter des digitales Kinos. Dann werden drei Häuser mit DLP-Cinema-Projektoren ausgerüstet. Es handelt sich um

Vorgeführt wird "Fantasia 2000", eine digital restaurierte Fassung des Disney-Klassikers aus den 40er Jahren. Die Technik kommt wie immer von Texas Instruments, wo bereits im Mai die Einrichtung in Deutschland angekündigt worden war (Meldung vom 25. 5. 2000). Am anderen Ende der Kinoproduktion macht zurzeit Michael Ballhaus Schlagzeilen: Deutschlands bester und bekanntester Kameramann dreht erstmalig mit digitaler Technik im 24p-Format, also HDTV mit 1.080 Zeilen und progressiver Abtastung. Der Kurzfilm heißt "Gone Underground" und kommt ebenfalls nächste Woche in die Kinos.
Da muss ich wohl hin. (14. 7. 2000)
  Der Zoo-Palast in Berlin: Premiere mit DLP-Cinema am 20. Juli.

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DVD-Region 8: überall und nirgends. Das werden super-begehrte Scheiben sein: DVDs mit Regionalcode 8, der in Kürze neu eingeführt wird. Diese Nummer soll, so die Auskunft von Hideyuki Irie, dem Sekretär des DVD-Forums, für Flugzeug-Discs genutzt werden - man kann die ja nicht auf Code 1 oder Code 2 festlegen. Außerdem werden viele Filme an Bord schon gezeigt, wenn sie noch nicht auf Video oder DVD zu haben sind. Vor der Weiterverbreitung soll der neue Code schützen, der ausdrücklich nicht für Endverbraucher vorgesehen ist. Trotzdem ist die Spekulation nicht ganz von der Hand zu weisen, dass man damit auch ein neues High-end-Format für DVDs schaffen könnte, nicht in technischer Hinsicht, sondern was den Veröffentlichungs-Termin angeht. Vielleicht sogar für spezielle DVD-Kinos oder ähnliches, zeitgleich zum Kinostart. Wäre das nichts?
Code 7 wurde ausgelassen. Er ist wohl für den Mond, oder die, die dahinter leben. So wie die zuständige DVDCCA, die von nichts weiß. (11. 7. 2000)

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Das DVD-Multi-Format: Druck auf das RW-Lager. Am 27. Juni hat das DVD-Forum seine Absicht erklärt, bis zum Herbst einen "DVD-Multi"-Standard zu verabschieden. Er soll sicherstellen, dass die Discs in den diversen Formaten auf allen anderen Geräten abgespielt werden können. Aber er betrifft auch den DVD-Recorder-Streit, denn es soll auch Multi-Recorder geben. Die sind dann in der Lage, nicht nur ein Disc-Format, sondern alle zu beschreiben, sowohl die Scheiben im DVD-RAM-Standard als auch solche nach DVD-RW- oder DVD-R-Prinzip. Dass es solche Recorder geben könnte, hatte erstmals Panasonic auf seiner alljährlichen Konferenz im Monaco angedeutet (siehe Meldung vom 17. 5. 2000). DVD-Multi-Player werden alle diese Discs lesen können, also sowohl die in RAM-Recordern beschriebenen als auch solche im +RW-Format. Beide Lager nutzen bekanntlich für die Aufzeichnung das Video-Recording-Format, einen Standard, der nicht speziell in der Veröffentlichung des Forums erwähnt ist. Weil es aber heißt, dass alle Video- und Audio-Daten von solchen Recordern gelesen werden könnten, ist das VRF also mit Sicherheit ein Bestandteil des Multi-Standards. Nicht aufgehoben wird der Unterschied zwischen DVD-Audio und DVD-Video; ein Multi-Player kann durchaus nur Audio oder Video abspielen, je nachdem, wofür er gebaut wurde. Auch nicht eingeschlossen ist das DVD-RW-Format von Philips; aber diese Scheiben sollen ja sowieso mit allen heutigen Playern kompatibel sein - sagt Philips.
Eine gute Nachricht ist das für Pioneer, weil damit sichergestellt ist, dass die Scheiben seiner DVD-Recorder auch auf den Playern der großen Konkurrenten abgespielt werden können. Für die Kunden ist die Nachricht mit Verzögerung gut, denn die wirklich in jeder Hinsicht zukunftssicheren Geräte werden erst Anfang 2001 zu haben sein. Hinter dem Multi-Standard stehen - logischerweise - vor allem das Trio aus dem RAM-Lager, nämlich Hitachi, Panasonic und Toshiba. Sie erhöhen damit den Druck auf die diversen RW-Firmen: Die müssen ihre sämtlichen Gerät RAM-tauglich machen, wenn sie das Multi-Logo nutzen wollen. Eine schwierige Entscheidung, denn die RAM-Kompativilität ist teuer in der Herstellung. Aber kann man es sich leisten, darauf zu verzichten?
Ich möchte jetzt nicht in der Haut der Produktmanager stecken, die heute über die DVD-Generation von 2001 und 2002 entscheiden müssen. (2. 7. 2000)
  Das DVD-Multi-Logo: Wer kann es sich leisten, darauf zu verzichten? (Logo ist so offiziell, wirklich)

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Grundig spart, aber nicht an Ideen. Die Verlagerung des Hauptquartiers von Fürth ins Werk Langwasser nahm Grundig zum Anlass, über Produktneuheiten und Strategien der kommende Monate zu informieren. Einige Produkte stammen aber noch aus der Neuheitenriege von der letzten Funkausstellung, etwa der CD-Player aus der Fine-Arts-Serie, der drahtlos mit Lautsprechern und anderen Geräten kommuniziert.
Weg mit den Kabeln wird sowieso eins der wichtigsten Themen bei den Franken sein, etwa bei kommenden TV-Geräten mit Dolby-Digital-Decoder, die linke, rechte und Surround-Boxen anfunken. In absehbarer Zeit wird man mit Grundig sogar seinen eigenen TV-Sender für zu Hause aufbauen können: Mit einer Ausstrahlung im 5,8-GHz-Bereich stehen Videoquellen, etwa eines zentralen Servers, dann in jedem Zimmer zur Verfügung.
Festplatten-Videorecorder, bei Fast bekanntlich als TV-Server bezeichnet (siehe auch mein Spezial), will Grundig als erste europäische Firma anbieten, also noch in diesem Jahr. Es handelt sich um einen digitalen Sat-Receiver, Typenbezeichnung HDR 5000 S DIG, der mit 20 Gigabyte zehn bis 14 Stunden TV aufzeichnet. Über den Partner, mit dem das Projekt realisiert werden soll, wurde nicht gesprochen. Es handelt sich aber mit Sicherheit um die Firma Axcent, die als erste in Deutschland mit dieser Entwicklung begonnen hat. Ab 2001 wird es die Festplatte auch als Modul geben, das dann in TV-Geräte integriert ist.
Bei DVD setzt Grundig ebenfalls ganz auf Integration. Anders als bei VHS würde die DVD im Fernseher von den Kunden akzeptiert, weshalb man hier zahlreiche Produkte anbieten will - vom 32-Zoll-Breitbildgerät bis hin zum 37-cm-Portie mit DVD onboard.
Bei DVD-Recordern ist man über den Stand des Nachdenkens noch nicht wesentlich hinausgekommen. Die Sympathien gelten aber dem Minus-RW-Standard von Pioneer, sagte Vorstand Harald Klippel.
Flache Fernseher wird es in nächster Zeit noch mehr geben, neben dem bekannten Planatron mit Fujitsu-Panel. Bei diesen Geräten hofft man, die Preise in etwa eineinhalb Jahren bis auf etwas über 10.000 Mark drücken zu können. Auch ein kleinerer Plasma-Schirm mit 37 Zoll Diagonale ist in Vorbereitung. Darunter kommt LCD zum Einsatz, und zwar in Form von Sharp-Displays, die aber mit einer speziellen Grundig-Ansteuerung aufgebessert werden.
Ja, und dann geht Grundig auch unter die Internet-Anbieter. Mit "Events today" will man die "führende Event Community Europas im Internet" schaffen. Wer sich fragt, was das sein mag, überzeuge sich hier - oder bleibe skeptisch. (1. 7. 2000)
  Grundig GDV 120: Neuer DVD-Player, immer noch bei Philips gekauft, aber jetzt mit Virtual Dolby.

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Neues im Mai

Im Archiv: Apple Powerbook kein guter DVD-Spieler (1. 5. 2000)
Sony macht mit bei PDP-Produktion (1. 5. 2000)
Regionalcode wozu? Columbia-Tristar geht voran (6. 5. 2000)
2001: Sony-Odyssee im DVD-Weltraum (6. 5. 2000)
Plus U3-Serie: Projektoren im Nano-Format (12. 5. 2000)
Plusminus-RW: Sony und Pioneer ziehen die Fäden (12. 5. 2000)
Panasonic und DVD-Audio: Jetzt aber wirklich (17. 5. 2000)
DLP-Cinema kommt nach Deutschland - und mehr von DLP (25. 5. 2000)  

Neues im April

Playstation 2: Bei DVD nicht Spitze (2. 4. 2000) 
Es ist sicher: Premiere mit Dolby Digital (4. 4. 2000) 
Toshiba: Laptop als Harddisc-Recorder (8. 4. 2000) 
Willkommen Funkschau-Leser: Etwas fehlt (8. 4. 2000) 
Taschenlampe oder Projektor: Wie groß darf's denn sein? (19. 4. 2000) 
Schuss ins Knie: Region-1-DVDs verboten (25. 4. 2000) 

Nachrichten-Archiv: ältere Meldungen aus diesem Jahr (Januar bis Juni 2000)

Nachrichten-Archiv: ältere Meldungen im Überblick (August bis Dezember 1999) 

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