Nachrichten-Archiv
Neues im September
Sony wieder Spitze: DVD-SA-CD-Progressive-Player (2. 9. 2000)
DVD oder was? Im Nintendo Gamecube, natürlich (4. 9. 2000)
Hoffnung aus Taiwan: Sampo mit Progressive-DVD (13. 9. 2000)
LCoS, DLP, Laser: Projektorpreise halbiert oder verdoppelt? (17. 9. 2000)
Neues im August
Geschwenkte Säule:Sony probiert es mit GLV (1. 8. 2000)
Zwei, die zusammen passen: Sharp und Pioneer (4. 8. 2000)
Breit, schwarz, stark:LCD-Rückprojektor von Sony (4. 8. 2000)
Filmindustrie stoppt Progressive-Player von Philips (15. 8. 2000)
Wann wird es ernst? Flachbildschirme überall (25. 8. 2000)
And the winner is . . . Micronik! (30. 8. 2000)
Nachrichten-Archiv: ältere Meldungen aus diesem Jahr (Januar bis Juli 2000)
Nachrichten-Archiv: Meldungen von 1999 (August bis Dezember 1999)
LCoS, DLP, Laser: Projektorpreise halbiert oder verdoppelt? Weil in dieser Woche auf der Photokina wieder mal die Halle 14.1 gesteckt voll von Bildwerfern aller Art sein wird, hier der Blick auf einige interessante Entwicklungen:
Zum halben Preis vergleichbarer Geräte soll gegen Ende dieses Jahres ein tragbarer Projektor der XGA-Klasse zu haben sein. Das zumindest verspricht die US-Firma Aurora Systems, einer der großen Hersteller von Basismaterial für LCD-Panels. Möglich machen soll das die "Liquid Crystal on Silicon"-Technik, kurz LCoS. Daran arbeiten viele Hersteller, doch Aurora wäre der erste, der es für Projektoren liefern kann. Bei LCoS wird für die Schaltung der Flüssigkristalle so hochfeines Silizium verwendet, dass es möglich ist, die Bildverarbeitung gleich mit ins Panel zu integrieren. Weil sie extrem klein bauen, sind diese LCD-Panels fast immer reflektiv; sie gehören in die Gattung der so genannten Microdisplay, an denen ein gutes Dutzend Firmen vor allem in USA arbeiten. Das Gerät mit den Aurora-Panels soll vom Taiwan-Produzenten Everest kommen, der bereits einen Prototyp (Typenbezeichnung RX1300) fertig gestellt hat.
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LCoS-Panel von Aurora, Everest RX 1300: Durch die Integration der Videoelektronik auf dem Silizium werden Projektoren deutlich billiger werden können. Wenn heute ein XGA-Gerät rund 14.000 Mark kostet, müsste der Everest nach Firmenangaben nur noch 7.000 Mark kosten. Er wiegt 4,5 Kilogramm und leistet stattliche 1.300 Ansi-Lumen. Ob Preis und Liefertermin zum Jahresende aber realistisch sind, weiß . . . (ich jedenfalls nicht). |
Ähnliche Entwicklungen sind bei Samsung zusammen mit US-Firmen in Arbeit (wie gemeldet), bei JVC geht D-ILA auch in diese Richtung, sogar Sharp bastelt dem Vernehmen nach an eigenen Spiegel-Microschirmen. Allerdings muss man eines berücksichtigen: Amerikanische Unternehmen sind stark vom Aktienkurs abhängig; solche Erfolgsmeldungen sind daher mit Vorsicht zu genießen (für Spekulanten sage ich nur: Infomatec!).
Verdoppelt ist noch viel zu wenig, wenn man einen anderen XGA-Projektor ansieht, den Runco VX-3c. Das ist ein Dreichip-DLP-Modell, das auf einem älteren Electrohome-Gerät aufbaut (daher die Ähnlichkeit zu dem eingestellten Vidikron Stratos). Das Besondere an diesem Runco ist die Tatsache, dass er als erster Projektor serienmäßig mit einer anamorphen Optik ausgeliefert wird. Die verzerrt das Bild der Panel so, dass aus dem serienmäßigen 4:3-Bild 16:9 wird. Damit werden bei HDTV - das gibt's in den USA, jawoll - alle zur Verfügung stehenden Pixel genutzt, bei 4:3 liefert der dazu gehörende Scaler ein Bild mit Balken rechts und links. Genau so gehört es sich, denn auch im Kino wird das Bild nach der Werbung nicht kleiner, sondern größer. Apropos groß: Legen Sie schon mal 64.995 Dollar beiseite.
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Runco VX-3c: Was macht man, wenn man Filme projezieren will, aber keine 16:9-Panels bekommt? Man baut eine Verzerrungslinse vor die Optik und hängt einen Scaler ans Gerät, damit 4:3 kleiner ist als das Breitbild. So einfach ist das, aber nicht billig. |
Für das Geld bekommt man schon fast einen echten DLP-Cinema-Projektor, die übrigens auch mit anamorphen Linsen arbeiten. Denn die 16:9-Chips von Texas Instruments taugen vorläufig nur für Rückprojektoren (siehe auch Meldung vom 25. 5. 2000). Da sie mit 14 statt 18 Micron Kantenlänge hergestellt werden, macht der Produktionsprozess noch Probleme - die Kanten sind nicht so sauber, wie sie sein sollten, dadurch entsteht Streulicht, das bei Frontprojektoren kaum in den Griff zu bekommen ist. Bis der Traum vom 16:9-DLP-Projektor in Erfüllung geht, kann es möglicherweise noch eine weitere Photokina geben (und die ist erst 2002). Vorerst behilft man sich mit Vorsatzoptiken und vielen Dollars.
Wenn Sie wirklich nicht wissen, wohin mit dem Geld, kann ich Ihnen den Laserprojektor von Schneider empfehlen. Das Gerät ist mittlerweile zu haben, für einen Betrag, der bei einer halben Million liegt, D-Mark bloß (wie bereits vermeldet). Der Laser selbst ist etwa so groß wie ein Fotokopierer (auch die auf der Photokina zu sehen), der Projektionskopf dafür schön handlich klein. Bei nächsten Neubau also im Heizungkeller Platz lassen, der Kasten darf 30 Meter vom Kopf entfernt stehen. Machen Sie sich aber nicht zu viele Hoffnungen: Die Jahresproduktion für 2000 beträgt 20 Stück, und um die raufen sich die Interessenten bereits: Planetarien, Show-Veranstalter und dergleichen. Schon vor einem Jahr habe ich geschrieben, dass es wohl gelungen ist, Siemens als Partner für die Halbleiter-Laser der kommenden Konsumergeräte zu gewinnen. Im Jahr 2004 werden wir wissen, was draus geworden ist.
Für Köln-Fahrer: Everest ist dort, die anderen Attraktionen suchen Sie dort vergebens. (17. 9. 2000)
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Der Kopf des Schneider-Laserprojektors: Es gibt ihn wirklich, viele haben es nicht mehr für möglich gehalten. Heimversionen soll es ab 2004 geben, hört man. Ach ja: Schneider ist eine AG. |
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Hoffnung aus Taiwan: Sampo mit Progressive-DVD. Kaum haben wir die Enttäuschung über den Philips-Rückzug in Sachen Progressive-Scan verarbeitet, kommt wieder Hoffnung auf. Der Sampo-Importeur Karsten Kerkhoff von der DVD-Schmiede will ab 15. November einen DVD-Spieler verkaufen, der auch einen VGA-Ausgang hat - also genau das, was Projektorbesitzer zu wesentlich besserem Bild verhelfen kann. Allerdings heißt die Buchse nicht VGA, sie sieht nur wie VGA aus und liefert auch exakt das 32-kHz-Signal in RGB-Form wie eine VGA-Buchse am Computer. Am Ausgang steht nur schlicht RGB, aus rechtlichen Gründen angeblich. Die Posse geht also weiter, denn von Philips hört man, es sei in den Spezifikationen für DVD-Video-Geräte wirklich kein VGA erlaubt - das hätte man bei der Konzeption des DVD 1000 nicht für so wichtig gehalten, wie es die Software-Branche sieht (siehe Meldung vom 15. 8.). Reicht es also, wenn man den VGA-Ausgang anders nennt? Wir erinnern uns an die Firma Esonic, auch aus Taiwan, deren erste Geräte ebenfalls mit Progressive-Ausgang spezifiziert waren, dann aber wegen Technik-Mängeln nie auf den Markt kamen. Andererseits: Sampo hat bisher ganz ordentlich gearbeitet, und PAL ist die Heimatnorm aller Chinesen.
Am 15. November werden wir schlauer sein. (13. 9. 2000)
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Sampo DVE-780: Der erste Progressive-Scan-Player in PAL? Unten im Kreis die VGA-Buchse, die nicht so heißen darf. Für 2.000 Mark spielt er auch MP3 und CD-R, kann Dolby Digital und DTS. |
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DVD oder was? Im Nintendo Gamecube, natürlich. Man liest es gelegentlich: Der Gamecube von Nintendo, ursprünglich als "Dolphin" bezeichnet, habe kein DVD-Laufwerk. Sondern eine Matsushita-eigene 8-cm-Disc. Das ist mit Verlaub gesagt ziemlicher Unsinn. Denn das 8-cm-Format ist im DVD-Standard von Anfang an vorgesehen, es wird zum Beispiel auch in dem DVD-Camcorder Hitachi DV-MZ100 genutzt, der seit 25. August in Japan verkauft wird. Dort handelt es sich aber natürlich um ein RAM-Laufwerk, was bei einer Spielekonsole wenig Sinn hätte. Speziell für den Gamecube hat Panasonic nur ein Kopierschutzsystem entwickelt, das verhindern soll, dass die kleinen Scheiben in normalen DVD-Laufwerken abgespielt werden können. Matsushita, besser bekannt als der Hersteller der Panasonic-Geräte, hatte nie vor, ein eigene Disc-System für dieses Gerät zu bauen; die Disc im Gamecube entspricht daher nicht nur in der Speicherkapazität von 1,5 GB, sondern auch in den verwendeten Lasern und mehr exakt der DVD-Spezifikation. Das einzige, was noch offen scheint, ist, ob Panasonic wirklich einen eigenen DVD-Video-Player herausbringen wird, der auch die Nintendo-Discs spielt. Angesichts der Tatsache, dass sowohl die Sony-Playstation als auch die X-Box von Microsoft vollwertige DVD-Spieler sein werden, liegt dieser Schachzug aber nahe. Aber es wird ein Panasonic-Gerät sein, weil Nintendo seinem Partner hier keine Konkurrenz machen will. Details der Vereinbarung zwischen beiden Firmen hier.
Manchmal ist es eben schwer, zwischen DVD, DVD-Video und DVD-ROM zu unterscheiden. (4. 9. 2000)
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Die Disc im Gamecube: Es ist eine DVD, aber im kleineren Format und mit einem speziellen Kopierschutz. |
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Sony wieder Spitze: DVD-SA-CD-Progressive-Player. Ganz am Anfang des DVD-Zeitalters besetzte Sony die Spitze des Angebots: Der DVP-S7000, später leicht abgewandelt zum 7700, war das High-End-Gerät schlechthin. Dann passierte lange nichts bei Sony, die Anderen zogen vorbei. Das ist jetzt vorbei: Mit dem DVP-S9000ES bietet die Firma nun wieder einen DVD-Player, der ganz auf dem Stand der Technik ist. Er vereint in sich die Fähigkeit, Super-Audio-CDs (SA-CD) ebenso wie DVD-Video abzuspielen - alle bisherigen SA-Player konnten nur Töne, keine Bilder. Auch videoseitig ist man nun mit einem Progressive-Scan-Ausgang (YUV, leider wieder nur für NTSC) ganz auf der Höhe. HiFi-Puristen wird es besonders freuen, dass sich für die Musikwiedergabe Video-Elektronik, Display und sogar Digitalausgang abschalten lassen, damit nur ja nichts den reinen Sound stört. Der ist allerdings, wie bei allen bisherigen SA-Spielern auch, nur stereophon. SA-CDs sechskanalig zu Gehör zu bringen, wird also doch zuerst Philips mit dem SACD 1000 vorbehalten bleiben. Mehr Infos zum DVP-S9000ES wieder nur in Japan, eine Übersicht über alle weiteren SA-CD-Geräte hier. Der Sony DVP-S9000ES soll schon Ende dieses Monats in Deutschland angeboten werden, Spitze auch im Preis: rund 4.500 Mark.
Aber nicht verzweifeln, liebe Mehrkanal-Musikfreunde: Sony will ja nächstes Jahr auch noch Neuheiten bringen, der Sechskanal-SA-Player kommt. (2. 9. 2000)
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Sony DVP-S9000ES: Der Kombi-Player für rund 4.500 Mark markiert das obere Ende der DVD-Range von Sony. |
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Neues im Juli
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DVD-Spezialitäten von Philips: Potz 1000! (23. 6. 2000)
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2001: Sony-Odyssee im DVD-Weltraum (6. 5. 2000)
Plus U3-Serie: Projektoren im Nano-Format (12. 5. 2000)
Plusminus-RW: Sony und Pioneer ziehen die Fäden (12. 5. 2000)
Panasonic und DVD-Audio: Jetzt aber wirklich (17. 5. 2000)
DLP-Cinema kommt nach Deutschland - und mehr von DLP (25. 5. 2000)
Neues im April
Playstation 2: Bei DVD nicht Spitze (2. 4. 2000)
Es ist sicher: Premiere mit Dolby Digital (4. 4. 2000)
Toshiba: Laptop als Harddisc-Recorder (8. 4. 2000)
Willkommen Funkschau-Leser: Etwas fehlt (8. 4. 2000)
Taschenlampe oder Projektor: Wie groß darf's denn sein? (19. 4. 2000)
Schuss ins Knie: Region-1-DVDs verboten (25. 4. 2000)
Nachrichten-Archiv 2000: ältere Meldungen aus diesem Jahr (Januar bis Juli 2000)
Nachrichten-Archiv 1999: ältere Meldungen im Überblick (August bis Dezember 1999)