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Ulrich v. Löhneysen, Journalist

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Nachrichten-Archiv

Neues im November

DVD-Videorecorder verzögert durch Kopierschutz-Knacker? (4. 11. 1999)
Ein-Bit-Verstärker: Revolution im Sonderangebot (8. 11. 1999)
Fast mit TV-Server: Eine Firma auf falscher Spur (15. 11. 1999)
Ein Rätsel für Insider: Woher kommt welcher Player? (16. 11. 1999)
Schon passiert: keine DVD-Recorder nächstes Jahr (26. 11. 1999)
Der Sony-Projektor VPL-VW10 macht richtig gutes Kino (28. 11. 1999)
Recorder bald sinnlos? EU berät über Kopierschutz (30. 11. 1999)

Neues im Oktober

Neues im September

Recorder bald sinnlos? EU berät über Kopierschutz. Große Befürchungen hat in der Industrie die "RICHTLINIE DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES zur Harmonisierung bestimmter Aspekte des Urheberrechts und der verwandten Schutzrechte in der Informationsgesellschaft " ausgelöst, die seit Sommer in einem erweiterten Entwurf des EU-Parlaments vorliegt. Sie könnte, so die Pessimisten, Aufnahmegeräte bald ganz überflüssig machen. Und sie könnte das bisher in Deutschland und vielen anderen Ländern Europas vorhandene Recht auf private Kopien beseitigen. Das heißt im Klartext: Ein Videorecorder nimmt die TV-Sendung nicht auf, die programmiert wurde, und eine CD kann nicht fürs Auto kopiert werden - und das, obwohl mit dem Kauf von Aufnahmegeräten bereits ordentlich Urheberrechtsabgaben bezahlt worden sind. Denn die EU will den Rechteinhabern die Möglichkeit geben, über die Erlaubnis zum Kopieren selbst zu entscheiden. Wenn also eine digitale Settop-Box vom Sender das Signal erhält, die Schnittstelle zum Recorder zu sperren, muss sie das tun. Das wird vor allem Hersteller treffen, die auf D-VHS setzen, um den Datenstrom von digitalem Fernsehen aufzuzeichnen. Unterm Strich sind die digitalen Schnittstellen damit weitgehend wertlos. Und die Recorder gleich mit. Gleichzeitig will die EU auch Kopierschutzkiller verbieten, also Vorrichtungen jeglicher Art, die solche Sperren überwinden. Bisher war ihre Herstellung nicht strafbar, nur die Anfertigung von Raubkopien damit (oder richtiger: der Vertrieb davon).

Es ist nun nicht so, dass ich alle Befürchtungen der Industrie teile. Aber das Bestreben der Verbändelobby, die bisher gut von den Urheberrechtsabgaben leben (und den Betroffenen häufig nichts oder kaum etwas abgeben), Kopien ganz zu verbieten, ist schon bedenklich. Die Balance zwischen den Interessen der Urheber (und ihrer Verbände) und denen der Käufer scheint mir gestört.

Zur weiteren Information hier einige Dokumente:
Die Richtlinie der EU vom EU-Server (PDF-Dokument)
Stellungnahme der Herstellervereinigung EACEM (Word-Dokument, englisch)
EACEM-Text zur EU-Richtlinie in deutsch (Word-Dokument)
Fragen und Antworten zum Thema (Word-Dokument, englisch)

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Der Sony-Projektor VPL-VW10 macht richtig gutes Kino. Denn ich habe ihn diese Woche gesehen, den Projektor, auf dem so hohe Erwartungen ruhen (siehe Meldung vom 16. 9.). Denn der VW10 hat alle Voraussetzungen, Filme gut wiederzugeben: 16:9-Panel mit hoher Auflösung, filmoptimiertes Lichtsystem, geringes Geräusch. Das alles ist seit der Vorstellung auf der IFA bekannt. Dort und auch auf der Home Cinema in Sinsheim gab es einen Prototyp zu sehen, der arg enttäuschte. Doch die ersten Seriengeräte sehen ganz anders aus - und zwar perfekt; Udo Ratay von Image Home Entertainment und ich konnten uns davon überzeugen. Eine einzige kleine Ausnahme von der Perfektion: Immer noch können die LCDs kein richtiges sattes Schwarz. Da sind die DLP-Geräte mittlerweile deutlich besser. Auch der sogenannte Cinema-Black-Modus änderte daran kaum etwas. Aber, anders als bei vielen anderen Projektoren, kann der VW10 in den dunklen Bildbereichen immer noch eine saubere Durchzeichnung aufweisen. Dunkle Filmszenen verlaufen also nicht in grauer Soße, sondern sind immer noch fein strukturiert. Doch das ist auch die einzige ernsthafte Kritik, die man dem Sony vorwerfen kann. Die Farbabstimmung ist eher warm, geht ins Bräunlich-Grünliche, doch das ist Geschmackssache. Was die Schärfe angeht, speziell bei anamorphen DVDs, wird es kaum Kritik geben können. Mit noch höher auflösenden Quellen (HDTV) legte der Sony nochmal zu - er kann also mehr als das, was heute geboten wird. Auch das Scaling, also die Umrechnung der Auflösung des Videosignals auf die Pixelstruktur, schaffte er tadellos. Die einzige Szene, mit der er an seine Grenzen kam, war der Untergang der Titanic: Aus den wenigen Zeilen des 4:3-Bildes saubere schräge Linien zu errechnen, die sich auch noch bewegen, das war etwas zu viel verlangt, hier sah man leichte Artefakte. Doch speziell bei hellen Bildern, bei Nahaufnahmen und ebenso wie bei viel Action, dürfte der VW10 kaum zu übertreffen sein. Jedesfalls nicht von Geräten seiner Preisklasse (rund 14.000 Mark).


Das erste Seriengerät ist in Deutschland: Sony zeigt mit dem VPL-VW10, wie gut LCD-Projektoren heute sein können.

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Schon passiert: keine DVD-Recorder nächstes Jahr. Die Comdex-Computermesse in Las Vegas war Schauplatz der Rückzugsgefechte in Sachen DVD-Videorecorder. Auf der Funkausstellung waren zahlreiche Firmen noch mit Ankündigungen für solche Geräte vorgeprescht (siehe meine IFA-Berichte). Jetzt haben Panasonic, Hitachi und Philips verlautbaren lassen, dass sie erst Ende 2000, Anfang 2001 damit fertig sein werden. Was nichts anderes heißt, als dass wir nächstes Jahr keine DVD-Player sehen werden, die aufnehmen können. Gründe dafür wurden bisher nicht bekannt, es dürfte aber einen Zusammenhang mit Bruch des Kopierschutzes CSS geben (Meldung vom 4. 11. 99). Wahrscheinlich sollen in die DVD-Recorder zusäztliche Schutzmaßnahmen gegen Raubkopien eingefügt werden. Außerdem waren wahrscheinlich alle Ankündigungen etwas zu vorschnell, die technischen Probleme sind doch größer als angenommen. Denn in allen Fällen handelt es sich um 4,7-GB-Scheiben, die noch kein Hersteller fertiggestellt hat. Auch für PCs werden diese DVDs noch nicht in diesem Jahr zu haben sein, wie es ursprünglich bei Panasonic und Hitachi geplant war. Es könnte Anfang bis Mitte 2000 soweit sein, war in Las Vegas zu hören. Das DVD+RW-Lager mit Sony, Philips und Hewlett-Packard will mittlerweile ganz auf die zuerst vorgesehene 3,0-GB-Version verzichten. Zumindest hat HP das bereits offiziell verkündet, die anderen schlossen sich stillschweigend an. Erst Ende 2000 dürften also DVD+RW überhaupt zu haben sein.

Große Fortschritte macht unterdessen die RAM-Kompatibilität, die Panasonic, Hitachi und Toshiba einführen wollen; sie soll es DVD-ROM-Laufwerken und auch DVD-Video-Playern erlauben, selbstgebrannte DVDs zu lesen. Hitachi demonstriert ein solches ROM-Laufwerk auf der Comdex, vor allem, um die Frage zu beantworten, wie denn die Aufnahmen des DVD-Camcorders bearbeitet werden sollen. Das Gerät hatte Hitachi erstmal in Berlin auf der IFA gezeigt. Gerüchte, dass auch Philips seine DVD-ROM-Drives RAM-kompatibel machen will, sind dagegen mit großen Fragezeichen zu versehen. Falls diese Meldung doch zutrifft, wäre es sehr erfreulich: Es wäre die Wende im DVD-Recorder-Streit. Denn dann müssten eigentlich alle anderen Hersteller nachziehen, womit die universelle Kompatibilität der bespielbaren DVDs mit ROM-Laufwerken gesichert wäre. Wie gesagt: zu schön, um wahr zu sein. Von Philips selbst hört man nur, dass derzeit Gespräche über diese "Multiread"-Fähigkeit von DVD-Laufwerken geführt werden. Das gibt Anlass zu Hoffnung, dass der Systemstreit vernünftig beigelegt werden kann.

Wenn in Zukunft also alle Arten von DVDs überall gelesen werden könnten, hätte das aber eine wichtige Konsequenz: Die Hersteller, die nicht zu den Inhabern der diversen Lizenzen gehören, müssten noch mehr dafür bezahlen als bisher. Nämlich nicht nur für DVD-Video und DVD-ROM, sondern auch noch für DVD-RW, DVD+RW, DVD-RAM und für DVD-Audio beziehungsweise für SACD, wenn's denn sein muss. Der Wettbewerbsnachteil für Hersteller, die nicht selbst diesem Pool angehören, dürfte dann so groß sein, dass sie auf dem Markt nur noch wenig Chancen haben. Das wäre die Kehrseite einer Multiread-Einigung.

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Fast mit TV-Server: Eine Firma auf falscher Spur. Nachdem ich mir erst heute die Pressemitteilung der Fast TV-Server AG (www.tv-server.de) vom 18. Oktober etwas genauer angesehen habe, tut mir die Firma schon jetzt leid. Selbstüberschätzung, Markt-Fehleinschätzung und schlechte Pressearbeit können nur zum schnellen Untergang führen, wenn sich nicht bald etwas ändert. Zugegeben, etwas harsch, aber urteilen Sie selbst: "Die Fast TV-Server AG revolutioniert das deutsche Fernsehen", steht da als Überschrift. Und was kommt dann? Ein Festplatten-Videorecorder. Es ist nun nicht so, dass ich das Potenzial dieser Technologie unterschätzte. Im Gegenteil: Sie wird das Fernsehen total verändern, so wie es die Erfindung der Infrarot-Fernbedienug getan hat. Sie wird vor allem den Privatsendern arge Probleme machen, weil ihre Werbeinseln noch mehr als bisher weggezappt und übersprungen werden.

Nur: Seit wann ist das eine Erfindung der Fast TV-Server AG? Über TV-Server habe ich erstmalig vor mehr als einem Jahr geschrieben, und zwar, nachdem Panasonic auf der Electronics Show in Tokio im Oktober 1998 das Konzept eines Home Servers vorgestellt hatte. Die Japaner stellten sich eine Festplatte von rund 10 GB als Zwischenpuffer vor und als Backup einen DVD-RAM-Recorder mit einem Wechsellaufwerk von nicht weniger als 50 DVDs. Zur CES in Las Vegas im Januar 1999 machten dann die beiden Silicon-Valley-Startups TiVo (http://www.tivo.com/) und Replay (http://www.replaytv.com) Schlagzeilen, die in den USA beide mittlerweile mit Festplatten-Videorecordern auf dem Markt sind. Bei TiVo war bekanntlich von Anfang an Philips mit im Boot, jetzt ist auch noch Sony dazu gestoßen; bei Replay ist es aus der Unterhaltungselektronik vor allem Panasonic, neben vielen anderen Investoren aus der Elektronik und anderen Branchen. Auf der Cebit im März war es dann auch Axcent (http://www.axcent.de) aus Paderborn, die eine solche Box ankündigten; sie soll immerhin Anfang nächsten Jahres zu kaufen sein, für rund 1.500 Mark. Auf der Funkausstellung (siehe auch meine IFA-Vorschau) dann waren Festplatten-Videorecorder auf vielen Ständen ein Thema, natürlich bei Philips, wo die TiVo-Box zu sehen war. Dann bei Thomson, wo man sich vorstellt, dass die Filme über Nacht auf Festplatte geladen werden können; wenn sie der Kunde am nächsten Tag sehen will, muss er sie sich nur noch freischalten lassen - das ist echtes Video-on-demand. Auf der Funkausstellung gab auch die Kirch-Gruppe bekannt, dass man eine D-Box mit Festplatte ausrüsten wird, und zwar in Zusammenarbeit mit Philips und TiVo. Auch Nokia arbeitet daran, seine Version der D-Box mit Zwischenspeicher aufzurüsten. Und da kommt jetzt Fast aus München daher und erfindet das (deutsche) Fernsehen neu. Großzügigerweise will man, wie die Presseinformation sagt, "die mehr als 35 Millionen TV-Haushalte in Deutschland . . . nicht allein bedienen". Namhafte Hersteller der Unterhaltungselektronik dürften vielmehr Lizenzen bei Fast erwerben. Für was eigentlich? Die Technik kauft auch Fast ein, nämlich die MPEG-Encoder bei C-Cube (http://www.c-cube.com) und die Festplatten wahrscheinlich bei Quantum (http://www.quantum.com).

Mindestens genau so wichtig ist natürlich die Software, denn ein Festplatten-Videorecorder soll ja nicht von Hand kompliziert programmiert werden wie ein VHS-Recorder, sondern automatisch aufnehmen, was der Besitzer am liebsten sieht. Dafür sind diverse Ideen entwickelt wurden, die in den USA Programminformationen übers Internet nutzen. So soll es auch bei Fast passieren, nämlich über die Adresse www.tvtvtv.de. Ich meine nur, dass in Deutschland mit der sehr gut ausgebauten TV-Infrastruktur Videotext und VPS-Signal die viel besseren Hilfen wären. Vor allem, weil sie direkt mit dem TV-Signal geliefert werden und nicht über separate Kanäle. Hier eine intelligente Lösung zu finden, das wäre verdienstvoll gewesen.
Und nun noch die Krönung: Fast will den TV-Server im nächsten Sommer auf den Markt bringen (da werden einige andere schneller sein), und zwar für saubere 5.000 Mark. Da ist nun wirklich nur noch zu bedauern, wer hier Geld hineingesteckt hat. Denn diese Maschine dient zum zeitversetzten Fernsehen, sonst nichts. Und Fernsehen ist nun einmal ein echtes Low-Interest-Produkt; da nimmt man, was billig ist. Wer gibt denn 5.000 Mark aus, damit er sich beim Fernsehen durch ein Telefonat unterbrechen lassen kann? Wenn ich mir ganz exklusiv einen Spielfilm (etwa zur Zeit "Blair Witch Project") aus USA als DVD beschafft habe, der gerade hier im Kino anläuft, dann lasse ich mich nicht von einem blöden Telefon unterbrechen. Wenn ich mich unterbrechen lasse, war es nicht viel wert. Oder? Jetzt fehlt nur noch, dass die Fast TV-Server AG damit an die Börse geht. Es werden sich schon genug Leute finden, die ihr Geld in so etwas stecken.


Das ist doch einen kleinen Aufpreis wert: Der TV-Server von Fast lässt sich auch aufrecht hinstellen und hat einen LCD-Schirm an der Front. Da kann man 5.000 Mark verlangen, wenn andere die gleiche Funktion für 1.000 Mark bieten.

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Ein Rätsel für Insider: Woher kommt welcher Player? Nehmen wir mal als Beispiel den neuen Philips DVD 960. Dieses Gerät taucht, recht ähnlich, auch bei Grundig im Programm auf, als GDV-200. Was nun keine Riesenüberraschung ist, denn bei DVD funktioniert die Zusammenarbeit noch. Wer etwas genauer hinschaut, wird auch bemerken, dass der neue Revox S 27 diesen beiden wiederum recht ähnlich aussieht, auch das wiederum kein Zufall. Nur dass bei den Schweizern der Digitaldecoder fehlt, der Preis aber etwas höher ist. Wer schon mal so weit ist, entdeckt vielleicht sogar Mitglied Nummer vier der Familie, den Micromega Minium DVD. Und damit sind wir am Ziel, denn der französische High-end-Spezialist ist auch der Hersteller. Hätten Sie nicht gedacht, oder? Die Holländer hatten einfach keine Fertigungskapazität mehr für DVD-Spieler, vor allem nicht für so spezielle. Und die Franzosen arbeiten ohnehin schon seit über einem Jahr mit Philips-Bausätzen, die sie mit ausgesuchten Komponenten veredeln. Das erklärt auch die Preisunterschiede: Nicht überall entstammen die Einzelteile der gleichen Qualitätsstufe. Micromega ist nicht gleich Philips, auch wenn die Basis die gleiche ist. Der gleiche Grund, nämlich Kapazitätsengpässe, führte übrigens dazu, dass Thomson in Deutschland mit DVD-Playern von Samsung auf dem Markt ist (DTH-3300 und 3600). Die eigene Fabrik in Mexiko ist mit dem US-Markt schon völlig ausgelastet, daher bestellten diese Franzosen in Korea. Überhaupt nicht kompliziert.

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DVD-Videorecorder verzögert durch Kopierschutz-Knacker? Heute war es sogar DPA eine Meldung wert (4. November 1999, 11:38:16 Uhr), dass ein 15-jähriger Gymnasiast aus Norwegen eines der Fundamente der DVD erschüttert: Jon Johansen aus Larvik war es, der das Content Scrambling System knackte, mit dem die großen Studios ihre Filme vor unerlaubten Kopien schützen. Dank des Programmes DeCSS ist es nun möglich, einen DVD-Film komplett auf die Festplatte zu ziehen - und zwar entschlüsselt; von dort aus könnten dann mit einen DVD-RAM-Laufwerk oder anderen Massenspeichern Raubkopien von DVDs hergestellt werden, die zumindest in der Bildqualität gekauften DVDs nichts nachstehen. Zur Zeit noch stellt das kein großes Problem dar, denn die erste Generation von DVD-RAM-Drives für PCs kann nur Scheiben mit 2,6 Giga-Byte (GB) schreiben und lesen. Erst im nächsten Jahr sollen DVD-RAMs mit 4,7 GB auf dem Markt kommen, die auch für Videoaufzeichnung genutzt werden - so zumindest die Ankündigung von Panasonic, Hitachi und Toshiba. Im Gegenzug wollen diese Firmen auch ihre DVD-Video-Player für das Abspielen von DVD-RAM tauglich machen. Das heißt dann aber nichts anderes, als dass mit freien Kopien auf DVD-RAM der Verbreitung von Raubkopien Tür und Tor sperrangelweit geöffnet wären. Das könnte den Start der DVD-Recorder, in Japan schon für den Frühsommer vorgesehen, erst einmal verschieben. Vielleicht kommt die Enthüllung aber gerade noch rechtzeitig, so dass in neuen Standard für DVD-Recorder noch zusätzliche Sperren eingebaut werden können. RTR für Real Time Recording heißt das Format, das zur Zeit abschließende Beratungen im DVD-Forum durchläuft.
Hintergrund CSS: Das Content Scrambling System ist einer der Schlüsselbausteine für die Sicherung der DVD gegenüber unbefugten Kopien. Es ist ein Verfahren, mit dem die Videosignale nach der Codierung in MPEG-2 nochmals verschlüsselt werden, so dass die Kombination aus DVD-Laufwerk und MPEG-Decoder nicht ausreicht, die DVD anzusehen. Den Schlüssel für das CSS-System erhält nur der Hersteller, der sich verpflichtet, die weiteren Bedingungen des Kopierschutzes einzuhalten. So dürfen etwa PC-Programme für die DVD-Wiedergabe den Datenstrom nur Richtung Bildschirm schicken, nicht zur Festplatte oder zu digitalen Schnittstellen. Genau das macht aber nun DeCSS.
Der Schlüssel für CSS besteht aus fünf Byte (40 Bit), der in 400 verschiedenen Varianten vorliegt. Bisher erhielt jeder Hersteller von DVD-Video-gerechter Hard- oder Software einen eigenen Schlüssel. Alle 400 Varianten sind auf einer CSS-gesicherten DVD gespeichert, so dass jedes Gerät sie abspielen kann. Gedacht war, einzelne Codes wegzulassen, falls diese geknackt würden. Im Falles des Norwegers Johansen war es der Code von Xing DVD, einer Tochter von Real Networks (Real Audio, Real Player). Allerdings gelang es nun in kurzer Zeit, mit dem einmal geknackten Code auch die anderen Schlüssel zu dechiffrieren.
Im Falle von XingDVD hatten die Programmierer der Software vergessen, den Schlüssel wie vorgesehen zu sichern, so dass er frei zugänglich war. Dem Hersteller drohen nun hohe Vertragsstrafen, doch das bringt den Geist nicht wieder in die Flasche zurück. Dabei hatten Johansen und Freunde, die sich MoRE nannten (Masters of Reverse Engineering) nur ein Ziel: Sie wollten DVDs auch auf Linux-Rechnern laufen lassen. Weil es dafür aber keine DVD-Playback-Software gibt, analysierten sie alle angebotenen Programme - und fanden die Schwachstelle bei XingDVD.
Die Konsequenzen: Ist es eine Katastrophe für den DVD-Markt? Fast könnte man es glauben, denn zum Beispiel Disney hatte beim Start in diesen Sektor hervorgehoben, die Bedenken bezüglich der Sicherheit vor Raubkopien seien nun ausgeräumt; auch andere Filmstudios hatten die Sicherheit zur Voraussetzung für ihre Titelveröffentlichung gemacht. Werden diese Firmen nun den Film-Nachschub stoppen? Dafür spricht derzeit wenig. Denn das Scheibensystem hat in den USA schon zuviel Erfolg, als dass es noch aufzuhalten wäre. Wer keine Filme veröffentlicht, verzichtet auf viel Umsatz. Außerdem haben längst nicht alle Firmen CSS auch tatsächlich genutzt, speziell die europäischen DVDs sind häufig ohne Scrambling produziert. Experten sehen in CSS vor allem einen Köder, der den Studios den Einstieg in die neue Technologie leicht machen sollte. Und der Schaden lässt sich jetzt noch begrenzen, und zwar auf der Seite der DVD-Laufwerke, die auch aufnehmen können.
Es ist nun zu erwarten, dass im RTR-Standard Wasserzeichen eingefügt werden (wenn es nicht ohnehin schon geplant war), die den Recorder eindeutig identifizieren. So kann eine Raubkopie direkt zum Urheber zurückverfolgt werden. Gestützt auf aktuelle Gesetzgebung in USA und Europa wollen die DVD-Erfinder außerdem die Schmach nicht hinnehmen, vor aller Welt von einem 15-Jährigen blamiert worden zu sein: Das Urheberrecht in USA genau wie die EU-Direktive, die derzeit in Brüssel beraten wird, sehen ein Verbot von Maßnahmen vor, die Kopierschutzsysteme außer Kraft setzen. Damit macht sich nicht der Hacker strafbar, aber derjenige, der CSS-Decodierprogramme weiterverbreitet, etwa auf Internet-Seiten. Masaki Mikura von Toshibas Lizenzabteilung kündigte für das DVD-Forum solche rechtlichen Schritte bereits an.

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Ein-Bit-Verstärker: Es geht auch billiger als die 20.000 Mark, die Sharp für seinen revolutionären Digitalverstärker SM-SX100 (siehe IFA-Bericht) verlangen will. Für deutlich weniger als 1.000 Mark wird es ein ähnliches Produkt geben, mit den gleichen Vorzügen wie bei Sharp: keine Verzerrungen, hohe Leistung bei geringem Verbrauch, bei geringer Wärmeentwicklung und wenig Platzbedarf. Das Produkt heißt Spaceon TA-D990. Wenn Sie jetzt fragen, wo die Revolution verramscht wird, dann wissen Sie es schon: in der Volksrepublik China. Wie aber kommt es, dass solches Know-how auch dort vorhanden ist? Spaceon ist eine Rüstungsfirma, die, wenn ich das richtig verstanden habe, auch Raketen herstellt. Und da fiel dieses Produkt so nebenbei ab, denn auch der Rüstungssektor in China ist heute angehalten, Geld zu verdienen. Fragen Sie mich jetzt nicht, ob das Produkt etwas taugt und mit dem 20 mal teureren Sharp mithalten kann. Wir wissen ja noch nicht einmal, ob der etwas taugt. Wer sich trotzdem für den TA-D990 interessiert, dem stelle ich gern den Kontakt zum Hersteller her.


Revolution im Sonderangebot: Der chinesische Spaceon DP-A990 ist ein digitaler Verstärker, kostet aber nur ein 20stel dessen, was die japanische Konkurrenz verlangt.

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Meldungen aus dem Oktober

HD-DVD-Videorecorder: Ab 2001 bei Sony (1. 10. 1999)
Pro7 bringt "Jurassic Park" in Dolby Digital (14. 10. 1999)
Die Bombe platzte ... (14. 10. 1999)
Mehr Systeme, mehr Kanäle: Yamaha und DTS ES (14. 10. 1999)
Toshiba nicht progressiv bei DVD (22. 10. 1999)
Spezial: Progressive Scan bei DVD (22. 10. 1999)
Glasnost im Design (27. 10. 1999)

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Meldungen aus dem September

Home Mighty und was dahinter steckt (9. 9. 1999)
Achtung Händler: Vorsicht bei China-Playern (9. 9. 1999)
DLP-Projektor für elektronisches Kino (9. 9. 1999)
Progressive-Player kommen auch nach Europa (14. 9. 1999)
Der neue 16:9-Projektor von Sony im Detail (16. 9. 1999)
Kinofirmen kaufen Projektorhersteller (21. 9. 1999)
Der blanke Neid: Wie Amis Filme gucken (25. 9. 1999)
Lucasfilm mit Surround EX für zu Hause (26. 9. 1999)

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