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Nachrichten-Archiv
Das nächste Opfer: Auch DVD-Audio gestoppt (3. 12. 1999)
Ein Fernseher für über 100.000 Mark: Zu gut für uns. Sechs Stellen muss der Scheck im DM-Feld mindestens aufweisen, wenn Sie den wahrscheinlich besten Fernseher der Welt ab Frühjahr 2000 kaufen wollen. Etwas unter 120.000 Mark wird der SharpVision LC-R60HDU kosten, mit dem Sharp eine neue LCD-Technologie einführt. CGS, das steht für Continuous Grain Silicon, erlaubt es, die Schaltungen eines Flüssigkristall-Panels so fein wie noch nie zu produzieren. Normale TFT-Displays bestehen fast immer aus amorphem Silizium, das recht grobkörnig ist; bei LCD-Projektoren hat sich mittlerweile das viel feinere Poli-Silizium durchgesetzt, das feinere Strukturen ermöglicht - höhere Lichtausbeute und Auflösung sind die Folge. Mit CGS nähern sich die die LCD-Schaltungen der Reinheit von Speicherchips und Prozessoren an, so dass es vorstellbar wird, nicht nur die Steuerung für die Aktivmatrix des Bildschirms, sondern die komplette Elektronik gleich mit auf der Glasplatte wachsen zu lassen. Der Rückprojektor LC-R60 misst, wie schon der Name sagt, 60 Inch (1,5 Meter) über den 16:9-Schirm; die drei CGS-Panel beschäftigen 1.280 mal 1.024 Pixel, was schon echtes HDTV möglich macht. Dafür ist das Gerät auch gedacht, speziell auf dem US-Markt sieht Sharp einen gewissen Bedarf dafür, auch wenn die Konkurrenz Rückprojektoren dieser Größenordnung für weniger als 20.000 Mark offeriert. Sharp wird den LC-R60 nicht offiziell in Deutschland anbieten, aber auf Wunsch liefern. Denn hier zu Lande existieren nun mal keine Quellen für so gute Fernseher. Zu schade. Aber 100.000 Mark gespart.
DVD-Audio: Pioneer bringt's, aber nur in Japan.In zahlreichen DVD-Foren wird derzeit eine Pressemeldung von Pioneer Japan zitiert. In der heißt es, dass die Firma an ihren Plänen für DVD-Audio festhält. Das ist zwar richtig, betrifft aber nur den japanischen Markt. In Europa wird DVD-Audio erst im Herbst oder Winter 2000 auf den Markt kommen, und das betrifft sowohl den DV-828A als auch den DV-AX10, den High-End-Player für DVD-Audio und Super-Audio-CD. Diese Entscheidung hat zwei Gründe: Zum einen hat Japan eine Sonderstellung, was das Thema Kopierschutz angeht, denn dort liegt der Musikvertrieb zum größten Teil in den Händen der Hardware-Hersteller, so dass diese immer schnell mit sich selbst einig werden (wer erinnert sich bei uns noch an die Labels Telefunken, Philips und so weiter?). Auch bei Filmen ist die Situation ähnlich, weshalb DVD-Recorder von NEC und Pioneer bereits produziert werden. Zum zweiten muss man davon ausgehen, dass in Europa nur einige gesponsorte Produktionen auf den Markt kämen, für den Rest der Musikwelt gilt: keine Platten ohne sicheren Kopierschutz. Siehe dazu mein Spezial DVD-Audio.
Wie konnte das nur passieren? Zwei Falschmeldungen muss ich korrigieren, denn erstens ist Toshiba doch progressiv und bringt entsprechende DVD-Player (Meldung vom 22. 10.) und zweitens bringt Yamaha nicht 9.1 Kanäle, sondern 8.2 (Meldung vom 14. 10.). Bei Yamaha habe ich nun das neue Flaggschiff gesehen, den Nachfolger des DSP-A1, der DSP-AX1 heißen wird. Ihn gibt es auch als Receiver unter dem Modellnamen RX-V1 in Japan, wo er auf der Japan Audio Expo vorgestellt wurde, und in USA, wo er auf der CES Premiere haben wird. Anders als bei Lucas' THX-EX-Norm vorgeschrieben, arbeitet Yamaha im Rückraum aber nur mit einem Center-Surround, weshalb es nur acht Kanäle sind. Dafür aber sind zwei Subwoofer- oder Tiefbass-Ausgänge vorgesehen, damit auch extrem basstaugliche Hauptlautsprecher oder zwei Subs über eigene Endstufen angesteuert werden können. Macht also 8.2 Kanäle. Die Wiedergabe über zwei Center hinten sei nicht nötig, erklärte man bei der Europapremiere im Elsass; denn die Diffusität würde durch die DSP-Programme erzielt, die Lautsprecher könnten also einfacher ausfallen. Mehr Infos über das Gerät auf der japanischen Homepage von Yamaha. Das nächste Opfer: Auch DVD-Audio gestoppt. Wegen Bedenken der Software-Industrie hat Panasonic den Verkaufsstart der DVD-Audio-Player am Mittwoch (1. 12.) gestoppt. Der Grund dafür ist, wie bei den DVD-Recordern, der Kopierschutz. Nachdem das Content Scrambling System (CSS) geknackt worden war (siehe Meldung vom 4. 11.), schien der Musikbranche auch die DVD-Audio nicht mehr sicher genug. Dort wird zwar CSS-2 verwendet, das noch nicht geknackt worden ist. Aber die verwendeten Techniken und Algorithmen scheinen doch so ähnlich zu sein, dass Befürchtungen über mangelnde Sicherheit auch dieses Systems nicht abweisbar waren. Nun wollen die vier Firmen aus der 4C-Gruppe (IBM, Intel, Toshiba und Panasonic) ein neues Verschlüsselungsverfahren entwickeln, was rund sechs Monate dauern werde. Technics, die HiFi-Marke von Panasonic, ebenso wie Pioneer und JVC haben sich dem Schritt angeschlossen. Das bedeutet nebenbei auch, dass der lang erwartete DV-A828 von Pioneer, der erste Player für PAL mit Progressive-Output, so schnell nicht kommen wird. DVD-Videorecorder verzögert durch Kopierschutz-Knacker? (4. 11. 1999) HD-DVD-Videorecorder: Ab 2001 bei Sony (1. 10. 1999) Home Mighty und was dahinter steckt (9. 9. 1999)
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